
Guten Morgen!
Warum das Zukunftsdepot der ÖVP gar nicht so eine gute Idee ist, was uns die PISA Studie über Ungleichheit verrät und mehr in diesem Morgenmoment - heute von Lisa Duschek
#1 Möchtest du das teilen?
Die ÖVP bewirbt ihr Zukunftsdepot als Möglichkeit für alle Bürger:innen, ein Vermögen aufzubauen. Warum das so nicht aufgeht, erklärt Leonhard Dobusch in diesem Video.
#2 Studie der Woche
Österreich schneidet bei PISA 2025 auf den ersten Blick gut ab: In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften liegen die 15-Jährigen über dem OECD-Schnitt. Dahinter steckt aber eine große soziale Kluft. Jugendliche aus wohlhabenden und gut gebildeten Familien schneiden deutlich besser ab als Jugendliche aus ärmeren Familien. In den Naturwissenschaften liegen zwischen dem privilegiertesten und dem benachteiligsten Viertel in Österreich 98 PISA-Punkte. Das entspricht ungefähr fünf Schuljahren.
Diese Lücke ist sogar größer als im OECD-Durchschnitt. Gleichzeitig gehören Österreichs privilegierte Jugendliche international zu den besonders leistungsstarken Gruppen, während benachteiligte Jugendliche deutlich seltener den Sprung in die Spitzengruppe schaffen. Ein guter Durchschnitt sagt also wenig darüber aus, wie gerecht ein Bildungssystem ist. In Österreich hängt Bildungserfolg weiterhin sehr stark davon ab, in welche Familie ein Kind geboren wird.
#3 Gegengelesen
CW: Sexualisierte Gewalt
Die Kronen Zeitung fällt erneut mit geschmackloser Berichterstattung über sexualisierte Gewalt auf. In einem Artikel über eine Frau, die von ihrem Ehemann und einem weiteren Mann schwer missbraucht wurde und an ihren Verletzungen starb, veröffentlicht die Krone zahlreiche private und grausame Details.
Zu sehen sind unter anderem das Wohnhaus, ein Urlaubsfoto und sogar ein Bikinifoto des Opfers, das der Täter anderen Männern geschickt haben soll. Dazu kommen ausführliche Chatprotokolle und Details zu den Verletzungen der Frau, die für das Verständnis des Falls nicht notwendig sind. Statt respektvoll über die getötete Frau und sexualisierte Gewalt zu berichten, setzt der Artikel damit vor allem auf Schockeffekt und Voyeurismus.
Ähnliche Berichterstattung der „Krone“ über Betroffene sexualisierter Gewalt wurde in der Vergangenheit bereits mehrmals von MOMENT.at, Medienjournalist:innen und dem Presserat kritisiert. Während die Würde von Opfern für Klicks und Abos missachtet wird, erhält die Krone gleichzeitig mehr als zwei Millionen Euro staatliche Presseförderung im Jahr.
In den letzten Monaten ist international und auch in Österreich eine ganze Reihe von Fällen bekanntgeworden, in denen Männer ihre eigenen Partnerinnen betäubt und vergewaltigt haben. Wir haben vor einigen Wochen mit einem Bewährungshelfer darüber gesprochen, was in solchen Tätern vorgeht und wie wir als Gesellschaft dazu beitragen können, derartige Verbrechen zu verhindern; und uns von zwei spezialisierten Mediziner:innen erklären lassen, was passieren muss, damit solche Verbrechen künftig schneller erkannt werden.
Einen entspannten Donnerstag wünscht dir
Lisa
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