Guten Morgen!

Drogenkonsumräume helfen Kranken, die Lohntransparenz hilft Frauen und unser Steuersystem hilft Erb:innen. Der Morgenmoment hilft dir, komplexe Themen zu verstehen. Lisa Wohlgenannt und Sanna Hätönen schicken ihn dir heute.

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In Österreich steigt die Zahl der Drogentoten. Drogenkonsumräume könnten helfen, sagen Fachleute – aber es gibt keine. Warum nicht? Und wie funktioniert so ein Raum? Ruth Eisenreich hat einen in Stuttgart besucht und gibt Antworten.

#2 Zahl des Tages

Bis zu 2,7 Milliarden Euro mehr Gehalt für Frauen könnte die Lohntransparenz bringen. Denn Männer bekommen im Schnitt 29,40 Euro Bruttolohn pro Stunde. Frauen? Nur 25,10 Euro. 14,63 Prozent weniger. Ein Gegenmittel dazu ist Lohntransparenz: also einfach zu wissen, wie übliche Gehälter in Unternehmen aussehen.

Internationale Studien zeigen: Der Abstand der Gehälter kann damit um 10 bis 20 Prozent kleiner werden. Frauen in Österreich würden schon bei 10 Prozent 43 Cent pro Stunde gewinnen. Klingt wenig? Da kommt aber bei durchschnittlich 31 Wochenstunden was zusammen: 700 Euro brutto mehr pro Person im Jahr.

Alle beschäftigten Frauen zusammen würden damit 1,3 Milliarden Euro mehr Lohn bekommen. Schließt sich der Gender Pay Gap sogar um 20 Prozent, wären es 2,7 Milliarden Euro. Beides sind gewaltige Summen, obwohl ja 80 bis 90 Prozent des heutigen Gender Pay Gaps immer noch bestehen würden.

Aber: Die neuen Lohntransparenz-Regeln der EU müssten bereits seit 121 Tagen umgesetzt sein - sind sie hierzulande trotzdem nicht. Unternehmen sind und lobbyieren dagegen. ÖVP und Neos verweigern dem SPÖ-Sozialministerium bisher die Zustimmung.

“Für die Frauen geht es bei der Lohntransparenz nicht um eine versäumte Formalität, sondern um reales Geld“ - Sophie Achleitner, Gleichstellungsexpertin am Momentum Institut.

#3 Grafik des Tages

Menschen in Österreich arbeiten im Schnitt 35,9 Stunden pro Woche im Job. Erb:innen arbeiten aber weniger (34,7 Stunden) - wer kein Erbe hat, arbeitet mehr (36,6). Das zeigen Berechnungen des Momentum Instituts. Aufs Jahr gerechnet sind das 102 Stunden Unterschied - Erb:innen arbeiten also etwa drei Arbeitswochen weniger.

Wichtig ist auch, wie man wohnt. Wer seine Wohnung mietet, arbeitet 36,6 Stunden. Das ist mehr als jene Menschen, die sich das Eigenheim erarbeitet haben (35,6 Stunden). Wer im Erbe selbst wohnen kann, arbeitet nur 34,5 Stunden - insgesamt 110 Stunden im Jahr weniger als Mieter:innen.

Besonders bei Erb:innen am oberen Ende der Vermögensverteilung zeigen die Arbeitszeiten, dass sie offenbar bereits genügend Vermögen haben.

Unterdessen wird Arbeit in Österreich hoch besteuert, Erbschaften aber nicht. Das ist eine leistungsfeindliche Schieflage im Steuersystem.

Einen schönen Dienstag wünschen dir

Lisa und Sanna

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