Guten Morgen!

Alle Jahre wieder wird die Kriminalstatistik präsentiert, überinterpretiert und damit gehetzt. Und alle Jahre wieder haben wir viel zu früh die Ressourcen des ganzen Jahres aufgebraucht. Deinen Morgenmoment kriegst du heute von Lisa Wohlgenannt.

#1 Möchtest du das teilen?

Die ÖVP nutzt die Kriminalitätsstatistik wieder, um Stimmung gegen Ausländer:innen zu machen - und die Medien machen mit. Dabei geben die Zahlen diese Hetze gar nicht her, kommentiert Lisa Wohlgenannt.

#2 Der Reihe nach

Noch vor gut einer Woche wollte Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) angesichts der drohenden Öl- und Gasknappheit “keine Alarmstimmung”. (Wir haben die Pausetaste gedrückt.)

Nun berichtet die Kronen Zeitung, dass besonders kleine Tankstellen leere Zapfsäulen befürchteten. Den Wirtschaftsminister darauf angesprochen, klingt das nun ganz anders: „Es wäre nicht richtig, den Österreichern vorzugaukeln, dass wir von möglichen Versorgungsengpässen verschont bleiben würden.“

Expert:innen warnen schon länger, dass Europa die Krise nicht ernst genug nimmt. Wir wären gut beraten, Energie zu sparen - und zwar schon längst. Aber besser spät als nie. Wir sollten jetzt damit anfangen. Und zwar mit politischen Maßnahmen.

Ein Tempolimit würde etwa dabei helfen. Eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 100 km/h verringert den Spritverbrauch um fast ein Viertel, hat das Momentum Institut berechnet. Und es sorgt für weniger Luftverschmutzung, schont damit das Klima und verringert Unfälle.

#3 Grafik des Tages

In Österreich wird immer noch viel Geld in klimaschädliches Verhalten gesteckt. Das schadet dem Klima und lässt uns in der Abhängigkeit von fossilen Energien feststecken - was uns sehr zu schaffen machen kann, wie wir gerade spüren. Das Momentum Institut empfiehlt daher drei Maßnahmen:

  1. Pendeleuro wieder verringern: Der Pendeleuro wurde mit Anfang des Jahres verdreifacht: von zwei auf sechs Euro pro Kilometer zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Das kostet den Staat rund 200 Millionen Euro - und die fließen zu einem großen Teil an wohlhabende Personen, die das Geld gar nicht brauchen.

  2. Abschaffung des Dienstwagenprivilegs: Aktuell können Unternehmen ihren Angestellten Dienstwägen zur Verfügung stellen, die diese auch privat nutzen. Aktuell ist das Dienstwagenprivileg so gestaltet, dass große und teure Autos besonders attraktiv werden. Gleichzeitig sind die Kosten für das Autofahren insgesamt deutlich günstiger als bei rein privater Nutzung. Diese klimaschädliche Förderung abzuschaffen könnte uns laut Momentum Institut jährlich rund 500 Millionen Euro sparen.

  3. Kerosin besteuern. Kerosin ist in der gewerblichen Luftfahrt nach wie vor von der Mineralölsteuer befreit. Das aufzuheben könnte uns jährlich 580 Millionen Euro bringen.

"Wenn der Staat klimaschädlichen Verkehr mit Steuervorteilen fördert, sendet er die falschen Signale. Gerade in Zeiten einer drohenden Energiekrise und knapper Budgets sollten Förderungen dort reduziert werden, wo sie Klima und öffentliche Finanzen gleichzeitig belasten”, sagt Miriam Frauenlob, Ökonomin am Momentum Institut.

#4 MOMENT Live

In unserer wöchentlichen Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) ging es diesmal um den heutigen Earth Overshoot Day. Mit heutigem Tag hat Österreich alle Ressourcen aufgebraucht, die uns für das ganze Jahr zur Verfügung stehen.

Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.

Einen feinen Donnerstag wünscht dir

Lisa

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