Guten Morgen!

Es liegen Frühlingsgefühle in der Luft und irgendwoher weht noch ein feiner Duft von erstinstanzlicher Verurteilung. Manche Leute können das nicht riechen. Wer das ist und noch mehr erfährst du im heutigen Morgenmoment von Luca Niederdorfer.

#1 Möchtest du das teilen?

Bist du schon einmal wegen Amtsmissbrauch (nicht rechtskräftig) schuldig gesprochen worden? Und – für den unwahrscheinlichen Fall – ist die ÖVP für dich in die Bresche gesprungen? Warum das wohl nicht so war und wie sich die Doppelmoral der ÖVP auf die Politik auswirkt, kommentiert Natascha Strobl in ihrer neuen Kolumne.

#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Emissionen 2025 um rund ein Prozent gestiegen. Das zeigt eine Einschätzung des Umweltbundesamts. Für die meisten ist das keine Überraschung, immerhin hat die Regierung zuletzt massiv beim Klimaschutz gespart. Angesichts der neuen Zahlen sagt Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) nun, dass es mehr Geld brauche, um die Emissionen zu verringern. Das sei eine gemeinsame Aufgabe für die gesamte Bundesregierung.

Die Realität im neuen Budget sieht trotzdem anders aus: neben den “Offensivmaßnahmen” für die Wirtschaft bleibt kaum mehr Geld für Klimaschutz. Seit die Grünen nicht mehr in der Regierung sind, wurden die Klimaschutzmaßnahmen radikal zusammengekürzt. Von 3 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf nur mehr 0,9 Milliarden 2027. Sie hat das Klimaministerium abgeschafft, Förderungen gekürzt und klimaschädliche Subventionen sogar ausgebaut.

Österreich hat auch noch immer kein Klimagesetz. Totschnigs Entwurf ist handzahm und wird von Fachleuten scharf kritisiert. Er verschiebt die Klimaziele auch wieder um 10 Jahre nach hinten. Halten wir die Vorgaben der EU, denen Österreich zugestimmt hat, nicht ein, drohen Strafen in der Höhe von mehreren Milliarden Euro. Dabei spüren wir die Auswirkungen der Klimakrise schon heute schmerzlich. In der Steiermark drohen wegen der Trockenheit gerade Totalausfälle bei der Ernte. Während die Emissionen steigen, warnt Greenpeace davor, dass 70 % der Grundwasserspiegel in Österreich zu niedrig sind. Beim Klimaschutz zu sparen ist in jeder Hinsicht schlecht. Das sollte keine Überraschung mehr sein.

#3 Zahlen des Tages

Im Zuge des neuen Budgets erhöht die Regierung die Beiträge für die Arbeitslosenversicherung. Für viele bedeutet das de facto eine Lohnkürzung.

Insgesamt bekommen 1,4 Millionen Beschäftigte durch die Maßnahme weniger Geld. Besonders betroffen sind Menschen mit einem niedrigen Einkommen zwischen 1500 und 2630 Euro. Ihnen bleiben teils über 700 Euro weniger pro Jahr. Zwei Drittel der Betoffenen sind außerdem Frauen, deren Median-Einkommen bei 2170 Euro liegt (das von Männern bei 3235 Euro).

Vier von zehn dieser Frauen arbeiten in Teilzeit. Das tun gerade Frauen meist, weil für sie in ihrer Region keine Vollzeit-Jobs angeboten werden oder weil sie sich um Angehörige kümmern müssen. Doch auch fast 700.000 Menschen in Vollzeit bekommen so wenig bezahlt, dass ihnen künftig noch weniger Netto vom Brutto bleibt.

Niedrigere Arbeitslosenbeiträge wurden ursprünglich eingeführt, um Personen mit niedrigem Einkommen zu entlasten. Nun zahlen genau die drauf, die ohnehin schon wenig haben. Die meisten Männer sowie Menschen mit höherem Einkommen betrifft die Änderung nicht. Und auch Überreiche müssen weiterhin kaum etwas beitragen.

#4 Der Reihe nach

Die rasant steigenden Meerestemperaturen in diesem Jahr machen Forscher:innen große Sorgen. Es könnte ein “Super El Niño” drohen, der die Erderhitzung ankurbelt. Was das ist, erklären wir dir hier.

#5 MOMENT Live

Wir bei Moment bekommen nicht genug von Amtsmissbrauch. Deswegen nimmt sich unser Host Max Leschanz dem Thema noch einmal an. In unserer wöchentlichen Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) geht es diesmal unter anderem auch um August Wöginger.

Du kannst dir die Show heute hier auf YouTube ansehen und dort auch alte Ausgaben nachschauen.

Einen rechtskräftigen Mittwoch wünscht dir

Luca

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