
Guten Morgen!
Konservative warnen vor Klimaschutzmaßnahmen statt der Klimakrise und vor Fluchtbewegungen wie in Ceuta. Warum beides problematisch ist, erfährst du im heutigen Morgenmoment von Nasim Neghabat.
#1 Möchtest du das teilen?
Zehntausende junge Männer eilten in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika. Ein feuchter Traum für Faschist:innen. Auch die Konservativen haben ihre Seite gewählt und ihnen scheint der Kampf gegen links wichtiger zu sein als gegen den Faschismus, analysiert Natascha Strobl.
#2 Der Reihe nach
Immer wieder warnt die ÖVP vor Klimaschutzmaßnahmen:
Bereits im Juni 2024 machten sie Stimmung gegen das von der EU beschlossene Aus von Verbrennungsmotoren. Es gab sogar einen “Autogipfel” und Europa solle “Weltmarkführer beim Verbrennungsmotor” werden, sagte Reinhold Lopatka im EU-Wahlkampf. Die Pläne der EU wurden gelockert, doch das reicht der ÖVP nicht. Auch zwei Jahre später, im Juli 2026, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer mit Blick auf den gelockerten Vorschlag: “Wir dürfen unsere Arbeitsplätze nicht auf dem Altar der Klimaideologie opfern.”
Nun holt die Klimakrise die Automobilbranche ein: Die Autobauer Dacia und Ford müssen in Rumänien ihre Produktion vorübergehend einstellen. Grund dafür ist die Stromkrise, die durch die anhaltende Hitzewelle ausgelöst wurde. Die wochenlange Dürre hat nämlich zu extrem niedrigen Wasserständen geführt, vor allem in der Donau. Mit dem Wasser aus der Donau kühlt der Energiekonzern Nuclearelectrica aber die Reaktoren seines Atomkraftwerks. Ein Reaktor musste nun abgeschaltet werden, weil es nicht mehr genug Wasser für die Kühlung gibt. Nuclearelectrica ist für etwa ein Fünftel des nationalen Stromverbrauchs verantwortlich. Ganz Rumänien muss den Stromverbrauch stark zurückschrauben.
Hitze und Trockenheit werden mit zunehmender Klimakrise immer wahrscheinlicher und extremer. Treibhausgasemmissionen treiben die Klimakrise weiter an. Und Verbrennermotoren verursachen Treibhausgase. Das Verbrenner-Aus wäre deswegen ein wichtiger Schritt gewesen, um die Klimakrise einzudämmen.
Dieses Beispiel zeigt, dass uns die Klimakrise härter trifft als Klimaschutzmaßnahmen. Und wir immer besser beraten sind, das Klima zu schützen.
#3 Besser geht doch
An seinem ersten Tag im Amt hat der Bürgermeister von New York Zohran Mamdani die Initiative „Land Inventory Fast Track“ (LIFT) unterzeichnet, um leistbaren Wohnraum zu schaffen. Bei LIFT arbeiten Behörden zusammen, um städtische Grundstücke für den Wohnbau zu finden. Auf mehr als 100 städtischen Grundstücken entstehen nun 50.000 neue, leistbare Wohnungen in New York.
Den Fortschritt können die Bewohner:innen New Yorks live mitverfolgen. Mit dem “LIFT Tracker” können sie jederzeit schauen, was wo gebaut wird. Neben LIFT gibt es den “Block by Block”-Plan, der in den kommenden zehn Jahren zusätzlich 200.000 leistbare Wohnungen schaffen soll.
Mamdani hat sein Amt als Bürgermeister auch mit dem Versprechen gewonnen, das Leben für die Menschen in der Stadt wieder leistbarer zu machen. Und hat in den ersten sieben Monaten seiner Amtszeit bereits einiges umgesetzt:
Er ist dabei, eine Steuer für Überreiche einführen, die Luxusimmobilien im Wert von über 5 Millionen Dollar besitzen und diese nur als Nebenwohnsitz nutzen – sogenannte Pied-à-terre. Ab Herbst sollen die ersten zweitausend Kinder im Alter von zwei Jahren gratis betreut werden. Mamdani verspricht bis zum Ende seiner Amtszeit gratis Kinderbetreuung für alle Zweijährigen.
Übrigens galt Wien lange Zeit als internationales Vorbild was leistbaren und sozialen Wohnraum angeht. Mittlerweile ist aber auch Wien von Wohnungsknappheit betroffen. In den vergangenen Jahren wurde immer weniger Wohnraum gebaut. Besonders der Rückgang an Baubewilligungen von gemeinnützigen Bauvereinigungen sind ein Problem. Denn dort sind die Mieten niedriger und steigen deutlich weniger als am privaten Markt.
Einen schönen Mittwoch wünscht
Nasim Neghabat
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