Guten Morgen!

Schlechte Stimmung ist keine Erklärung für gesellschaftliche Probleme. Vielleicht könnte das jemand unserer Familienministerin erklären? Mehr dazu im neuen Morgenmoment, geschrieben von Sebastian Panny.

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Österreichs Kinder haben viele Probleme, wie eine aktuelle UNICEF-Studie zeigt. Das liegt vor allem an sozialer Ungleichheit. Familienministerin Claudia Bauer sieht die Probleme hingegen ganz woanders:

#2 Verzögerungsmoment

Bis 7. Juni 2026 sollte Österreich die Lohntransparenzrichtlinie der EU umsetzen. Damit hätten Mitarbeiter:innen mehr Einblick in Gehälter und Löhne in ihren Unternehmen. Doch mittlerweile bremsen Wirtschaftskammer und ÖVP so stark, dass sich der Termin wohl nicht mehr ausgehen wird. Die Wirtschaftskammer sieht nämlich “erdrückende Belastungen” für Unternehmen durch zusätzliche Bürokratie und wehrt sich gegen die Umsetzung. EU-weit gibt es immer mehr Widerstand von Industrie und konservativen Parteien.

Dabei wissen Unternehmen seit 2023 grob, was auf sie zukommt. So müssen Unternehmen ab 100 Mitarbeiter:innen regelmäßig Zahlen über ihre geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede veröffentlichen. Arbeitnehmer:innen müssen bereits im Bewerbungsverfahren über Gehaltsspannen informiert werden. Sie bekommen zudem ein Auskunftsrecht über das durchschnittliche Gehaltsniveau im Unternehmen, aufgeschlüsselt nach Geschlecht.

Verpflichtende Lohntransparenz gilt als einer der Bausteine, um den Gender-Pay-Gap von 12 Prozent in Österreich zu schließen. Profitieren werden alle Arbeitnehmer:innen. Denn Unternehmen müssen ihre eigenen Gehaltsmodelle hinterfragen und überarbeiten. Österreich ist eines von nur sechs Ländern der EU, das noch kein Gesetzesvorhaben an Brüssel gemeldet hat. Umgesetzt wurde es in fünf Ländern, wobei viele am 7. Juni folgen werden.

Für die Erfüllung der Richtlinien werden Unternehmen zu Beginn Aufwand betreiben müssen. Danach müssen sie jährlich die Zahlen aktualisieren - und ab einem Gehaltsunterschied von 5 Prozent zwischen den Geschlechtern eine Erklärung dafür abgeben. Das wissen Unternehmen seit 3 Jahren. Diese Zeit hätten sie nutzen können, anstatt zu jammern.

#3 In eigener Sache

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Sebastian

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