Boom, Boom, Boom, Boom

Ein grünes Morgenmoment-Banner mit schemenhaften Windrädern im Hintergrund

Guten Morgen!

Kein großer Knall, sondern ein beständiges Ansteigen: Was du über den Durchbruch des Jahres wissen musst, liest du im neuen Morgenmoment. Der kommt heute von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Susanne ist chronisch krank. Neben allen anderen Problemen ist das in Österreich vor allem eines: teuer. Bei uns erzählt sie, was sie wirklich über unser Gesundheitssystem denkt.

#2 Besser geht doch

Es war wirklich nicht alles schlecht im Jahr 2025. Die Fachzeitschrift Science” hat jetzt wie jedes Jahr den wissenschaftlichen oder technologischen „Durchbruch des Jahres” gewählt. Dieses Jahr ist es der nicht aufzuhaltende Boom erneuerbarer Energieformen. Sie setzen sich trotz aller Widerstände – etwa den fossilen Wunschträumen des Trump-Regimes – immer weiter durch.

Zum ersten Mal wurde 2025 mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als aus Kohle. Emissionen aus fossilen Brennstoffen haben ihren Höchststand erreicht und gehen in Zukunft langsam zurück. Österreich fällt hier aus der Reihe: Neue Zahlen für 2025 zeigen, dass die CO₂-Emissionen bei uns wieder gestiegen sind. Die Gründe: Der Ausbau von erneuerbarer Energie geht nur langsam voran. Gleichzeitig steigen die Emissionen im Verkehr. Durch den kalten Winter stieg der Verbrauch von Erdgas.

Ganz anders in China. Der Staat hat seine Energieversorgung umgekrempelt. Und seine Wirtschaft profitiert von der Herstellung und dem Export grüner Technologien. China versorgt große Teile der Welt damit. Durch Erneuerbare ist die Energiesicherheit in ärmeren Regionen stark gestiegen, Strom wird damit für alle Menschen zugänglicher.

Erneuerbare Technologie wird nicht mehr hauptsächlich deswegen gekauft, weil sie klimafreundlich ist. Sie boomt, weil sie billig und sicher ist. Das wird sich fortsetzen.

#3 Der Reihe nach

Wollen geflohene Menschen nicht arbeiten - oder bekommen sie viel öfter keinen Job? Eine neue Studie zeigt: Bei gleicher Qualifikation werden sie auch mit guten Deutschkenntnissen seltener zu Vorstellungsgesprächen eingeladen als Österreicher:innen.

Ein Beratungsunternehmen hat im Auftrag der Arbeiterkammer 900 Bewerbungen für Jobs im Handel und in Büros verschickt. Auf jede ausgeschriebene Stelle bewarben sich zwei fiktive Personen mit guten Deutschkenntnissen und gleicher Qualifikation, aber unterschiedlicher Herkunft.

Das Ergebnis: Im Handel wurde „Lukas Geischläger” von 15 Prozent aller Unternehmen, bei denen er sich beworben hatte, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen – „Ghulam Rahimi” nur von 6 Prozent. Bei den Bürojobs wurde „Julia Diesenreither” von 26 Prozent der Unternehmen eingeladen, „Mariam Kohistani” nur von 14 Prozent.

Die afghanischen Bewerber:innen bekamen auch mehr Absagen und deutlich häufiger gar keine Rückmeldung. Insgesamt luden die Unternehmen für 36 Jobs beide Bewerber:innen ein, für 9 Jobs nur die Person aus Afghanistan und für 54 Jobs nur die in Österreich geborene Person. Die Forschenden fanden keine Einflussfaktoren außer der Herkunft, die diese Unterschiede erklären konnten. Verschiedene ähnlich angelegte Experimente haben in der Vergangenheit zu gleichen Ergebnissen geführt.

Immer wieder behaupten rechte Parteien und (Boulevard-)Medien, Geflüchtete würden sich nicht ausreichend um Jobs bemühen. Diese Erzählung nutzen sie unter anderem, um Kürzungen bei Sozialleistungen zu fordern oder zu rechtfertigen. Aber Experimente wie das jetzt veröffentlichte zeigen: Die höhere Arbeitslosenrate unter Geflüchteten hat auch mit Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt zu tun.

Einen schönen Start in die Weihnachtswoche

Sebastian

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