Guten Morgen!

Die Berliner Linke will private Wohnungskonzerne enteignen und die Öffis in Wien sollen noch teurer werden. Das und mehr sorgt für Empörung, wie du in diesem Morgenmoment liest – heute von Lisa Wohlgenannt und Sanna Hätönen.

#1 Möchtest du das teilen?

Große private Wohnungskonzerne sollen vergesellschaftet werden. Das hat die Berliner Linke angekündigt, sollte sie nach ihrem Wahlerfolg tatsächlich die Regierung stellen. Sie würde damit einen Volksentscheid aus dem Jahr 2021 endlich umzusetzen. Konzerne sind empört und Medien machen bei der Empörung mit. Leonhard Dobusch erklärt, was es mit einer Vergesellschaftung eigentlich auf sich hat.

#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Teurere Öffis, geförderte Fahrt für Verbrenner – das klingt für dich verkehrt? Für uns auch. Für SPÖ und NEOS aber offenbar nicht. Denn in ihrem Verantwortungsbereich werden laufend Preisanreize in diese Richtung gesetzt.

Die Jahreskarte für die Wiener Linien ist Anfang 2026 um 28 Prozent teurer geworden, ab 2027 sollen die Öffi-Preise wieder steigen und jährlich an die Teuerung angepasst werden. Von 2012 bis 2026 kostete die Jahreskarte 365 Euro. Aktuell sind es 461 Euro und ab 2027 dürfte sie rund 480 Euro kosten. Das berechnete der Kurier.

Nicht erhöht werden unter der rot-pinken Wiener Stadtregierung hingegen die Parkgebühren. Und die schwarz-rot-pinke Bundesregierung hat erst vor zwei Wochen beschlossen, die bereits gesenkte Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel noch weiter zu senken. Das heißt: Sie subventioniert das Fahren mit Verbrennerautos noch stärker aus dem Staatsbudget.

Während Autofahrer:innen wegen der Teuerung entlastet werden müssen, kann man Öffi-Fahrer:innen offenbar problemlos weiter belasten. All diese Maßnahmen setzen noch dazu Anreize für klimaschädliches Verhalten. Und sie belasten neben der Umwelt auch einkommensschwache Menschen. Die fahren nämlich weniger Auto und mehr Öffis als reichere Menschen. Von der Spritpreisbremse profitieren ärmere Menschen also weniger als reichere. Die Erhöhung der Öffi-Preise hingegen trifft die Ärmeren besonders stark.

#3 Besser geht noch

Wenn männliche Manager eine Tochter bekommen, verbessern sich in ihren Unternehmen die Arbeitsbedingungen für Frauen. Die Manager stellen mehr Frauen ein und auch die Gehälter der Mitarbeiterinnen steigen. Das zeigt eine neue Studie mit Daten aus Dänemark.

Nach der Geburt der ersten Tochter von Managern stieg der Frauenanteil in ihren Unternehmen um durchschnittlich 2,9 Prozent. Das Einkommen der Mitarbeiterinnen stieg im Vergleich zu dem der Mitarbeiter um 4,4 Prozent.

Die Studie bestätigt damit den "Tochter-Effekt", der auch in anderen Studien schon untersucht wurde. Demnach unterstützen Männer die Gleichstellung von Frauen stärker, sobald ihnen durch eigene Töchter das Thema Sexismus näher ist.

Wenn Männer Sexismus ernst nehmen, ist das eine gute Sache. Noch besser wäre es, sie würden Frauen grundsätzlich als gleichberechtigte Individuen wahrnehmen und nicht erst, wenn sie sich um ihre eigene Tochter sorgen.

#4 Das war die re:publica

Die erste re:publica Vienna war ein riesiger Erfolg. 170 Speaker:innen, darunter Collien Monica Fernandes, 840 verkaufte Tickets für Besucher:innen sowie 41 freiwillige Helfer:innen und Moderator:innen haben das Event zu etwas ganz Besonderem gemacht.

Falls du, wie wir, noch nicht genug re:publica hattest, findest du hier ein paar Eindrücke. Die aufgezeichneten Vorträge kommen dann in den kommenden Tagen für alle ins Web.

Einen guten Start in den Tag wünschen dir

Lisa und Sanna

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