Guten Morgen!

Es brennt in Österreich: das Börserl, die Wälder – der Hut, könnte man sagen. Wasser bleibt eine effektive Löschmaßnahme. Nur hilft Wasser leider nicht gegen Löcher im Budget. Dein heutiger Morgenmoment kommt von Luca Niederdorfer.

#1 Möchtest du das teilen?

Die Politik sagt immer wieder, dass “alle” etwas zur Sanierung des Budgets beitragen müssen. Ein paar trifft es dann aber doch wieder nicht. Dabei könnte man denen nicht einmal wirklich weh tun. Wer das ist, kommentiert Natascha Strobl.

#2 Der Reihe nach

Die Bundesregierung hat nun eben das Budget für die kommenden zwei Jahre vorgestellt. Ein paar wenige werden vom Großteil der Maßnahmen profitieren, allen voran Großunternehmen. Die Last der Sparmaßnahmen tragen hingegen zum größten Teil jene, die schon wenig haben. Teilzeitarbeitende oder Geringbezahlte müssen in Zukunft höhere Beiträge für ihre Arbeitslosenversicherung zahlen. Das trifft vor allem Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen oder jene mit Versorgungspflichten besonders hart oft sind das Frauen.

Auch Pensionen sollen in den kommenden zwei Jahren weniger stark ansteigen. Eine soziale Staffelung wird da zumindest noch diskutiert und ist dringend nötig. Altersarmut ist bereits jetzt ein Problem fast jede 5. Frau ist davon bedroht. Die kürzlich eingeführte Errungenschaft, Sozialleistungen an die Inflation anzupassen, hat die Regierung bereits ausgesetzt. Das bleibt auch die nächsten zwei Jahre so, was die Einkommen von Familien deutlich verringert. Je nach Anzahl der Kinder im Haushalt verlieren Familien bis zu 1.170 Euro jährlich.

Das Budget sieht vor, die Lohnnebenkosten (das sind die Sozialstaatsbeiträge der Unternehmen) ab 2028 um 1 Prozentpunkt zu senken. Das heißt, Unternehmen müssen 2 Milliarden weniger beitragen. Rund die Hälfte davon geht an 1 Prozent – die größten – der Unternehmen. Beiträge für Beschäftigte über 60 und eine Erhöhung der Körperschaftssteuer sollen die Senkung zum Teil ausgleichen. Auch die Bankenabgabe wird verlängert und bringt jährlich 300 Millionen Euro. Doch das ist zu wenig, denn Banken Konzerne und Überreiche kommen wieder einmal zu gut bis unangetastet weg. Und das hauptsächlich auf Kosten der Beschäftigten, Pensionierten und insbesondere Frauen.

#3 In was für einem Klima leben wir eigentlich?

Seit Tagen versuchen Einsatzkräfte, die Waldbrände in Kärnten und der Steiermark unter Kontrolle zu bringen. Die Wetterbedingungen machen das aber schwierig, denn es ist viel zu trocken in Österreich. 2026 hat es bis jetzt um 30 Prozent weniger Niederschlag gegeben als im Durchschnitt von 1991 bis 2020. Schon 2025 hat es zu wenig geregnet und geschneit – die Ausgangslage war und ist also kritisch. Der trockene Boden erhöht die Gefahr für Waldbrände, die sich so schneller ausbreiten können und schwerer zu löschen sind. Solche extremen Wetterbedingungen wirken sich immer schlimmer auf Mensch und Umwelt aus. Durch die Klimakrise häufen sie sich. Sie zerstören Ökosysteme und Häuser und gefährden Leben – insbesondere Einsatzkräfte bringen sich in Gefahr. 

Währenddessen macht die Politik Rückschritte: Österreichs Emissionen sind 2025 wieder gestiegen, der Flugverkehr verbraucht so viel Kerosin wie nie zuvor und es gibt noch immer kein Klimaschutzgesetz. Der derzeitig Vorschlag dafür sieht keine Verbindlichkeiten vor und verschiebt die Klimaziele von 2040 auf 2050. Verfehlt Österreich die Klimaziele der EU, könnten knapp neun Milliarden Euro an Strafzahlungen anfallen. Naturkatastrophen verursachen in Österreich jährlich zusätzlich Kosten in Milliardenhöhe. All das Geld könnte viel sinnvoller in Klimaschutz investiert werden. Stattdessen verbrennt es regelrecht.

#4 MOMENT Live

Was bedeutet das Budget nun? Das schauen wir uns noch einmal genau in einer Ausgabe von “SPASS MIT BUDGETZAHLEN! :D” an. In unserer wöchentlichen Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) geht es diesmal um die Frage, wer denn nun draufzahlen muss.

Einen spendablen Mittwoch wünscht dir

Luca

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