Guten Morgen!

Wie können wir über Rechtsextreme berichten ohne ihnen zu helfen? Und wie können wir alte Bücher vor schreddernden KI-Konzernen schützen? Um das und mehr geht es in deinem Morgenmoment. Der kommt heute von Nasim Neghabat.

#1 Möchtest du das teilen?

Auf dem Cover des Spiegels wird Ulrich Siegmund von der AfD als “Der gefährlichste Mann Deutschlands” bezeichnet. Damit hilft der Spiegel der AfD. Wie wir stattdessen über Rechtsextreme sprechen sollten, analysiert Natascha Strobl.

#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Amazon kauft massenhaft seltene Bücher auf, trennt deren Buchrücken ab und scannt sie für das Training von KI-Systemen. Das Medium „404 Media“ hat dafür einen Peilsender in einem seltenen Buch platziert, welches schließlich in einer Amazon-Lagerhalle in Las Vegas landete. Die Lagerhalle, bekannt unter der Bezeichnung VGT3, zeige an der Eingangstür einen Dinosaurier mit einem Buch in den Klauen, berichtet 404 Media.

Auch in Österreich und Deutschland berichten Buchhandlungen von Massenbestellungen aus Nordamerika. ZOOM Books, Amazon, APE Books und andere Unternehmen kaufen seltene oder vergriffene Bücher, scannen diese dann ein und zerstören sie bei diesem Prozess. Auch das KI-Unternehmen Anthropic nutzt Bücher für sein KI-Training in einem Projekt mit dem Namen “Project Panama”. Laut Washington Post steht in einem Planungsdokument von Anthropic: “Project Panama ist unser Versuch, alle Bücher der Welt zerstörend zu scannen.”

Die digitalisierten Bücher werden dann für KI-Training eingesetzt. Das ist ein Problem, denn die Unternehmen digitalisieren sie zwar, stellen sie aber nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung. Sie verwenden sie für Trainingszwecke und zerstören sie dabei. Es ist nämlich einfacher, Seiten zu scannen, die aus dem Buchrücken gelöst sind. Und es ist billiger, sie zu zerstören, als sie zu lagern. Wenn Wissen aus dem öffentlichen Umlauf genommen und an die KI-Modelle verfüttert wird, macht uns das auf Dauer noch abhängiger von Tech-Konzernen.

Außerdem verletzt dieses Vorgehen das Urheberrecht. Bücher dürfen ohne Erlaubnis des:r Urheber:in nämlich nicht digitalisiert oder in eine KI eingespeist werden. In den USA gibt es diesbezüglich bereits erste Klagen. In Europa bisher noch nicht.

#3 Besser geht doch

Die Vier-Tage-Woche wird viel diskutiert: Kritiker:innen befürchten, dass sich dieselbe Arbeit in weniger Zeit stauen und den Druck sogar erhöhen könnte. Die bisher größte wissenschaftliche Studie dazu zeigt jedoch etwas anderes. Über sechs Monate begleiteten Forscher:innen 2.896 Beschäftigte in 141 Unternehmen aus sechs Ländern. Sie haben ihre Arbeitszeit von 40 auf 32 Stunden verkürzt und nur mehr vier Tage die Woche gearbeitet.

Das Ergebnis:

  • Es gab weniger Burnout

  • Die Arbeitszufriedenheit stieg

  • Die psychische Gesundheit verbesserte sich deutlich

  • Auch die körperliche Gesundheit verbesserte sich

  • Die Studienteilnehmer:innen berichteten von einer höheren selbst eingeschätzten Arbeitsfähigkeit, weniger Schlafproblemen und geringerer Müdigkeit

Die Produktivität ist dabei nicht gesunken. Die Studienteilnehmer:innen berichteten von mehr Effizienz und weniger Stress bei der Arbeit.

Einen schönen Mittwoch wünscht

Nasim Neghabat

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