
Guten Morgen!
So teuer ist die Klimakrise und so groß die Empörung nach Christian Stockers Aussage zu Care-Arbeit. Mehr dazu erfährst du in deinem Morgenmoment. Der kommt heute von Nasim Neghabat.
#1 Möchtest du das teilen?
Mehr als hunderttausend Menschen und der Nationalrat haben die Regierung aufgefordert, mehr gegen Lebensmittelverschwendung in Österreich zu tun. Das ÖVP-geführte Ministerium hat auch nach über einem Jahr keinen Plan, wie es das anstellen soll, wie du hier liest.
#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Schäden im Wert von 1.000.000.000 Euro hat die Trockenheit in der österreichischen Landwirtschaft bereits bewirkt, gibt die Hagelversicherung bekannt. Ganz Österreich sei von der Dürre betroffen. Besonders hart trifft es Grünland, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Kürbisse und Soja. Das ist viel Geld, das uns die Trockenheit kostet. Und es ist längst noch nicht alles.
Während Hitzewellen geht außerdem die Produktivität zurück. Am stärksten betroffen sind Berufssektoren, in denen körperliche Arbeit geleistet wird, wie etwa die Landwirtschaft oder am Bau. Die Folgen dessen breiten sich aber über Lieferketten und Märkte in der gesamten Wirtschaft aus. IHS-Ökonom Klaus Weyerstraß von der WU sagt dazu: Sollten die Temperaturen in den nächsten Jahren weiterhin ansteigen, wirkt sich das auf das Bruttoinlandsprodukt aus. Nach drei Jahren würde Österreich 0,7 % weniger erwirtschaften als ohne Extremhitze. Das sind etwa 3 Milliarden Euro. Über den gesamten Zeitraum von drei Jahren summieren sich die Verluste auf mindestens rund 6 Milliarden Euro. „Diese Zahlen sind eher konservativ. Viele weitere Auswirkungen der Hitze, zum Beispiel auf die Gesundheit oder die Infrastruktur, sind darin noch gar nicht enthalten“, schreibt IHS-Ökonom Klaus Weyerstraß.
Zudem hat das Finanzministerium bereits 2025 eine Berechnung der EU-Klima-Strafzahlungen bei der Kommunalkredit Public Consulting in Auftrag gegeben: Daraus geht hervor, dass zusätzlich bis zu 5,9 Milliarden Euro Straf- oder Ausgleichszahlungen anfallen könnten, wenn Österreich seine EU-Klimaziele für 2030 nicht erreicht. Und aktuell sind wir nicht auf Pfad.
Während die Regierungsmitglieder Stimmung gegen Klimaschutz machen, um vermeintlich die Wirtschaft zu schützen (siehe hier), wird alllmählich klar, wie teuer uns die Klimakrise zu stehen kommt. Klimaschutz ist immer besser als Klimakrise - auch wirtschaftlich gesehen (haben wir vor über zwei Jahren auch hier schon analysiert).
#3Hast du das gesehen?
Bei seiner Sommertour durch Österreich sagte Bundeskanzler Christian Stocker von der ÖVP letzte Woche: „Also Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit, weil Kinderbetreuung für mich … Ich würde das nicht als Arbeit sehen. Ich sag’s ganz ehrlich.“
Nach einer Welle der Empörung, entschuldigte er sich - zumindest so halb. Familie sei kein Job, "wo man nach getaner Arbeit das Büro verlässt". Der Lohn sei nicht in Geld zu messen, sondern "in Vertrauen, Zusammenhalt und in unzähligen gemeinsamen Momenten".
Gestern Abend wurde vor dem Bundeskanzleramt am Ballhausplatz gegen seine Aussagen demonstriert. Wir haben gefragt, was die Leute Christian Stocker gerne sagen würden:
Einen schönen Dienstag wünscht
Nasim Neghabat
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