Guten Morgen!

Die Banken schulden uns Geld, Samsung seinen Mitarbeiter:innen und die Reichen dem Sozialstaat, findet jedenfalls Lisa Wohlgenannt. Sie schickt dir heute deinen Morgenmoment.

#1 Möchtest du das teilen?

Die Banken schulden uns noch 5 Milliarden Euro von ihrer letzten Rettung. Beitragen wollen sie - jetzt, wo der Staat sparen und “alle einen Beitrag leisten” müssen - trotzdem nichts. Barbara Blaha kommentiert.

#2 Gegengelesen

Die Kronen Zeitung beschwert sich über die Sozialhilfe und hängt sich dabei an den Ausgaben für die Mindestsicherung der Stadt Wien auf. 2025 wurden dort knapp 1,14 Milliarden Euro ausgegeben, um Menschen in Armut zu helfen. Die Mindestsicherung (oder auch Sozialhilfe genannt) hilft Menschen, die sich das Leben nicht leisten können.

Das ist kein “Fass ohne Boden”, sondern ein unterstes Auffangnetz, das es dringend braucht. Denn die Zahl an armutsgefährdeten Personen steigt wieder. Mit allen Leistungen zusammengenommen konnte der Sozialstaat zwar etwa 880.000 Menschen 2024 aus der Armut heben, hat das Momentum Institut berechnet. Aber zu viele auch nicht. 1,3 Millionen Menschen bleiben armutsgefährdet, denn viele Leistungen sind zu niedrig. Besonders betroffen sind Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke, Alleinerzieher:innen und Ältere. Davor hat die Armutskonferenz erst kürzlich gewarnt. Es braucht eigentlich mehr Geld.

Während für die Ärmsten aber angeblich nicht genug Geld da ist, werden die Reichsten immer reicher. Der eben veröffentlichte “Global Wealth Report” zeigt: Die 500 reichsten Menschen Österreichs besitzen fast 40 % des Gesamtvermögens des Landes. Mit Vermögenssteuern könnte der Sozialstaat - entgegen der Meinung der Kronen Zeitung - aber durchaus finanziert werden und der steigenden sozialen Ungleichheit entgegengewirkt werden.

#3 Besser geht doch

Mehr als 72.000 Kinder und Jugendliche aus fast 600 Schulen gaben Anfang März für drei Wochen ihre Handys ab. Drei Wochen ohne Whatsapp, Snapchat, Tiktok, Instagram und Co. Die wissenschaftliche Begleitung des “Dok1”-Handyexperiment zeigte: Schlafprobleme nehmen ab, depressive Symptome gehen zurück und das psychische Wohlbefinden steigt, durch den Verzicht auf Smartphones und Social-Media.

Die Kinder und Jugendlichen füllten die freie Zeit - die auch durchaus von Langeweile geprägt war - mit Buchclubs, Musizieren oder “Hinausgehen”. Die Schüler:innen der Mittelschule Andau im Burgenland besuchten auch Menschen in einem Pflegeheim.

Zwei Drittel der Schüler:innen sprachen sich nach dem Experiment für Einschränkungen bei der Social-Media-Nutzung aus.

#4 MOMENT Live

In unserer wöchentlichen Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) ging es diesmal um einen äußerst erfolgreichen Arbeitskampf, in dem sich Arbeitnehmer:innen bis zu 380.000 Euro pro Kopf erkämpft haben.

Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.

Mehr von MOMENT.at

  • Die Unis wehren sich gegen angekündigte Einsparungen - auch mit einer Demo. Wir waren vor Ort.

Einen schönen Donnerstag wünscht dir

Lisa

Unterstütze MOMENT.at

MOMENT.at arbeitet unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Danke!

Reply

Avatar

or to participate

Weiterlesen