
Guten Morgen!
Mehr Gift im Grundwasser, mehr Treibhausgase in unserer Luft, mehr Rechtsextreme in Parlamenten. Mehr dazu (und dagegen) erfährst du in deinem Morgenmoment. Der kommt heute von Nasim Neghabat
#1 Möchtest du das teilen?
Sachsen Anhalt hat gewählt, die AfD siegt. Wie konnte das geschehen? Wer profitiert von einem AfD Wahlsieg und welche Alternativen gibt es? Darum geht es in der aktuellen Folge unseres Podcasts ZÜNDSTOFF.
#2 Spin des Tages
Die US-Umweltbehörde hebt Begrenzungen für Treibhausgasemissionen von Kohle- und Gaskraftwerken auf. Die Vorschriften waren 2024 unter Präsident Joe Biden in Kraft getreten. Sie verpflichteten Kohlekraftwerke, ihre klimaschädlichen Emissionen bis 2039 um bis zu 90 Prozent zu reduzieren. Für den von Präsident Donald Trump ins Amt geholten Chef der Umweltbehörde, Lee Zeldin, war das „Klimaradikalismus“.
US-amerikanische Umweltverbände kritisieren ihre Aufhebung. Kohlekraftwerke gehören zu den wichtigsten Treibern der Erderhitzung. So wie Europa haben auch die USA dieses Jahr den heißesten Sommer seit 130 Jahren verzeichnet. Außerdem verursachen Kohlekraftwerke Feinstaub, der zu Atemwegserkrankungen, Herzinfarkten, Lungenkrebs, Asthmaanfällen und anderen Gesundheitsschäden führen kann.
Die USA sind derzeit weltweit nach dem viel bevölkerungsreicheren China der zweitgrößte Verursacher klimaschädlicher Treibhausgase. Im Jänner sind sie aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten, im Februar hat die Trump-Regierung Treibhausgase völlig wahrheitswidrig für unproblematisch erklärt. Diese Entscheidung reiht sich also ein in eine Kette an Maßnahmen, die den Klimaschutz abbauen.
#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Im österreichischen Grundwasser steigt die Konzentration der „Ewigkeitschemikalie“ TFA, die beim Abbau bestimmter Pestizide entsteht. Die Umweltorganisation Global 2000 hat gemeinsam mit Forschenden u.a. von der Uni Wien Daten des Umweltministeriums ausgewertet. Das Ergebnis: An manchen Messstellen hat sich die TFA-Konzentration im Grundwasser zwischen 2018 und 2024 mehr als verdoppelt.
Wie gefährlich die Chemikalie für Menschen ist, ist noch unklar. Es gibt aber Hinweise darauf, dass TFA schädlich für das Immunsystem, die Schilddrüse sowie für Fortpflanzung und Entwicklung sein könnte. Global 2000 fordert daher, die Belastung möglichst gering zu halten.
Denn wenn TFA einmal in der Umwelt ist, bekomme man es nicht mehr weg.TFA (kurz für Trifluoressigsäure) zählt nämlich zu den sogenannten Ewigkeitschemikalien (PFAS). Diese künstlich hergestellten Chemikalien zerfallen in der Umwelt praktisch nicht und reichern sich in Böden, im Grundwasser und in Lebewesen an. Ewigkeitschemikalien sind wasser-, fett- und schmutzabweisend und werden zum Beispiel für Outdoor-Möbel, Backformen, Imprägniermittel oder auch Periodenunterwäsche verwendet.
TFA entsteht aber vor allem als Abbauprodukt bestimmter Pestizide in der Landwirtschaft. Global 2000 fordert daher, dass diese Pestizide ihre Zulassung in Österreich und der EU verlieren. Besonders hoch ist die TFA-Belastung im Grundwasser in Regionen mit viel Ackerbau im Burgenland, in Nieder- und Oberösterreich und in der Steiermark.
#4 MOMENT Live
In unserer wöchentlichen Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) ging es diesmal darum, wie Essens-Zusteller:innen weiter ausgebeutet werden.
Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.
Einen schönen Donnerstag wünscht
Nasim Neghabat
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