Guten Morgen!

Du willst auch deinen Hut für den Vorsitz einer progressiven Partei in den Ring werfen? Dann solltest du, im Gegensatz zu anderen Bewerbern, zumindest einige Zahlen aus diesem Morgenmoment kennen. Mehr dazu von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Linke gewinnen Wahlen. In Berlin. Und in New York. Die Wahlkämpfe Zohran Mamdanis und in der deutschen Hauptstadt haben einiges gemeinsam. Ganz ähnlich sind leider auch die Reaktionen von Politik und Medien auf die Wahlsiege, wie du in unserer neuen Folge ZÜNDSTOFF hören oder sehen kannst:

#2 Lesetipp

Für den Einsatz von Pestiziden sollte es strenge Regelungen geben. Die übermäßige Verwendung der Giftstoffe kann Natur und Menschen schädigen. Interne Dokumente zeigen jedoch, dass sich Österreich bei der EU für das Gegenteil einsetzt.

#3 Zahlen des Tages

Fünf Prozent der Haushalte in Österreich besitzen mehr als die Hälfte des privaten Vermögens. Ein sehr vermögender Medienmanager mit politischen Ambitionen möchte trotzdem keine Vermögenssteuer für Österreich. Er sagt: „Eine Vermögenssteuer hat noch nie funktioniert.“(Anm. d. Redaktion: Das stimmt so natürlich nicht.) Außerdem gebe es keine politischen Mehrheiten dafür. Das stimmt für das Parlament (ÖVP, NEOS und FPÖ lehnen sie ab), aber nicht für die Bevölkerung - die ist mit großer Mehrheit dafür. Auch österreichische Tageszeitungen schreiben übrigens meist negativ über Vermögenssteuern. Viele von ihnen sind im Besitz von Banken, Kirchen oder reichen Familien.

In der Sache sind Vermögenssteuern längst überfällig. Denn in kaum einem Land der EU ist Vermögen so ungleich verteilt wie in Österreich. Das hat die Europäische Zentralbank für 2025 berechnet - wie in den Jahren davor auch. Und die Schere öffnet sich immer weiter. In den vergangenen fünf Jahren ist das Vermögen der reichsten Haushalte im Schnitt um 1,2 Millionen Euro auf 5,1 Millionen Euro angewachsen.

Angesichts solcher Zahlen und anhaltender Krisen wären Vermögenssteuern enorm wichtig. Für progressive Parteien sollte die Forderung nach höheren Steuern auf Vermögen selbstverständlich sein. Nicht nur, damit wir mehr Geld für Sozialsystem, Bildung oder Infrastruktur haben. Sondern auch, weil die immer extremere Konzentration von Vermögen gefährlich für die Demokratie ist.

Einen putschfreien Donnerstag

Sebastian

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