
Guten Morgen!
Die Weltuntergangsmaschine sorgt dafür, dass die Welt langsam untergeht. Wer hätte das gedacht? Das und mehr im neuen, gruseligen Morgenmoment. Der kommt heute von Sebastian Panny.
#1 Möchtest du das teilen?
Morgen finden nicht nur die Midterms statt. In Kalifornien stimmen die Menschen auch über eine Milliardärssteuer ab. Der Kampf dagegen zeigt wieder einmal, wie sich reiche Menschen mit ihrem Geld auch Öffentlichkeit und damit Macht kaufen können:
#2 Leistung der Woche
Viele Menschen fragen sich, wie sie die Heizkosten im kommenden Winter zahlen sollen. Hohe Spritpreise belasten Autofahrer:innen massiv. Die Spritkosten machen alle Waren, inklusive Lebensmittel noch teurer. Die Ölbranche aber lässt es sich gut gehen.
Es schlackern einem die Ohren bei den aktuellen Quartalszahlen der Konzerne: Der spanische Ölkonzern Repsol verfünffacht seinen Gewinn. Shell macht fast 10 Milliarden Euro Gewinn in drei Monaten. Die OMV holt sich 2,1 Milliarden Euro im selben Zeitraum. Ohne extra dafür etwas machen zu müssen.
Die Unternehmen profitieren von historisch hohen Gewinnspannen. Die Politik hat hier bisher viel zu wenig eingegriffen. Die Spritpreisbremse der Regierung hat vor allem bei der Mineralölsteuer und nicht bei den Margen der Konzerne angesetzt.
Energieunternehmen haben in Österreich zwischen 2022 und 2025 über 12 Milliarden Euro an Übergewinnen eingefahren. Abgeben mussten sie davon gerade einmal 0,9 Milliarden. Höchste Zeit, dass sich das ändert. Österreich gehört zu den EU-Ländern, die sich seit einigen Monaten für eine EU-weite Übergewinnsteuer starkmachen. Bisher jedoch ohne Erfolg. Das bedeutet, die Gewinne der Ölkonzerne werden in den kommenden Monaten weiter sprudeln.
Einige wenige Konzerne profitieren stark von einer Krise, während die große Mehrheit darunter leidet. Die Aufgabe der Politik muss es sein, dieses Missverhältnis auszugleichen. Sonst schlittert sie von einer Krise in die nächste.
#3 In was für einer KI-Welt leben wir eigentlich?
KI-Unternehmen konnten bisher keines ihrer Versprechen einhalten. Im Gegenteil: Künstliche Intelligenz macht unser Leben nicht besser, sondern noch viel schlimmer. Schuld daran ist vor allem generative KI zur Erstellung von Texten oder Videos. Das sieht man nicht zuletzt an neuen Berechnungen zum Verbrauch von Datenzentren in den USA:
Bis 2030 dürften KI-Datenzentren in den USA so viel CO₂-Emissionen verursachen wie ganz Mexiko. Damit machen sie die vergangenen 15 Jahre an eingesparten Emissionen zunichte, nach einer Analyse der Umweltorganisation Sierra Club. “Die Zahlen sind für uns nach wie vor unfassbar”, so der leitende Berater für Klima und Energie der Umweltorganisation. Der Energiesektor wird 2030 um 42 Prozent mehr Emissionen verursachen als noch 2025.
In den USA ist der Strombedarf wegen Datenzentren explodiert. Weil der Ausbau schnell gehen muss, greifen viele Betreiber auf Erdgas als Stromquelle zurück. Die Stromerzeugung durch ineffektive Turbinen verursacht enorm viele Emissionen. Der Bedarf wird weiter wachsen, nachhaltige Energie alleine kann ihn nicht decken.
Es sind längst nicht alle geplanten Datenzentren errichtet. Wenn die KI-Blasfinne platzt, werden sie aber auch nicht mehr gebraucht werden. Dabei stellt sich die Frage immer mehr, wann es passiert - nicht ob überhaupt. Das Platzen der Blase könnte zumindest einige Emissionen verhindern.
Was auch Hoffnung macht: Datenzentren werden bei allen Wähler:innen-Schichten immer unbeliebter. Kein Wunder, betrachtet man etwa das Vorgehen von Google. Der Konzern hat zuletzt in Finnland 400.000 Bäume illegal gerodet, um zwei Datenzentren zu bauen. Auch in Österreich gab es Aufregung um das Datenzentrum in Kronstorf.
Der Nutzen von generativer KI muss erst gefunden werden. Auf der Suche danach zerstören Unternehmen Umwelt und Gesellschaft in atemberaubender Geschwindigkeit. Bisher hofiert sie die Politik dabei.
Einen schönen Start in die Woche
Sebastian
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