
Guten Morgen!
Ein Opfer auf der Anklagebank? Mehr zu einem absurden Fall aus Wien im heutigen Morgenmoment, geschrieben von Luca Niederdorfer und Sebastian Panny.
#1 Möchtest du das teilen?
Eine junge Frau zeigt ihren Onkel wegen sexuellem Missbrauch an. Am Ende landet sie selbst auf der Anklagebank, weil ihre Aussage nicht korrekt niedergeschrieben wurde. Ein Ausdruck eines Problems - und ein Faktor dafür, warum viele Opfer sexualisierter Gewalt vor einer Anzeige zurückschrecken:
#2 Spin des Tages

Am 14. April war "Meat Exhaustion Day" in Österreich. Bis zu diesem Tag haben wir laut "Vier Pfoten" bereits 16,4 kg Fleisch gegessen. Mehr sollten wir pro Jahr eigentlich nicht konsumieren.
Nun ist der Meat Exhaustion Day absolut kein Grund zum Feiern. Die Kronen Zeitung sieht das etwas anders. Für sie sind Österreicher:innen einfach “Fleischtiger”. Es schwingt mit: Wir können eben nicht anders. Und es ist irgendwie auch lieb.
Laut Krone essen wir das Fleisch nicht einfach - wir “verspeisen” es. Ein “lauer Sommerabend ohne brutzelndes Grillfleisch” ist für sie gar nicht erst denkbar. Fleisch ist der ultimative Genuss, ein Leben ohne oder mit weniger davon offenbar nicht vorstellbar. Im Artikel geht die Krone auf die Argumente gegen übermäßigen Fleischkonsum ein. Aber die Stimmung ist über die Schlagzeile bereits verankert.
Unser übermäßiger Fleischkonsum ist schlecht für Gesundheit, Umwelt und Tierwohl. Wir sollten ihn aus vielen Gründen stärker einschränken. Die Krone-Berichterstattung wird wohl nicht dazu beitragen.
#3 Besser geht doch
Internationale Agenturen warnen vor einem katastrophalen April und drastischen Folgen für Preise, Versorgung und Wirtschaft durch die aktuelle Energiekrise. Energie sparen wird entscheidend. Gerade beim Autofahren verschwenden wir noch immer viel – Energie und Geld. Alternative Verkehrsmittel (Öffis, Rad, Zu Fuß) könnten hier einen Unterschied machen. Aber auch E-Autos. Sie verursachen im Schnitt 54 % weniger CO₂-Emissionen und rund 25% weniger Kosten.

Verbrenner sind dagegen teuer und verschwenden enorme Mengen an Energie. Ein SUV verursacht über 4,5 Tonnen CO₂ pro Jahr, was etwa 4 Flügen von Wien nach New York entspricht. E-Mobilität kann die Klima- und Energiekrise abfedern, aber dafür braucht es mehr Ladeinfrastruktur, transparente Strompreise und den Ausbau erneuerbarer Energien. Nur so lässt sich die Abhängigkeit von fossilen Importen langfristig senken.
#4 Der Reihe nach
Arbeitnehmer:innen zahlen sich ihre Pension mit ihren Versicherungsbeiträgen fast komplett selbst. Bei Selbstständigen und Bäuer:innen gibt es eine große Lücke. Sie bekommen also eine höhere Pension, als ihnen auf Basis ihrer Beiträge zustehen würde. Darauf macht das Momentum Institut aufmerksam. Selbstständige zahlen 18,5 Prozent, Bäuer:innen 17 Prozent ihres Bruttoeinkommens in die Pensionsversicherung ein. Bei Arbeitnehmer:innen werden insgesamt fast 23 Prozent für die Pensionsversicherung einbehalten. Die Lücke gleicht der Staat aus (“Partnerleistung”). Indirekt zahlen also alle dafür - Steuern stammen wiederum vor allem aus Arbeit.
„Großbauern haben viel mehr Einkommen und Vermögen als einfache Arbeiter:innen, genau so wie gut verdienende Selbstständige. Dass ausgerechnet ihnen der Staat einen Pensionszuschuss bezahlt, ist völlig aus der Zeit gefallen“, sagt Barbara Schuster, stv. Chefökonomin am Momentum Institut. Die Regierung könnte jedes Jahr 600 Millionen Euro sparen, indem sie den Beitragssatz von Selbstständigen und Bäuer:innen angleicht und die “Partnerleistung” streicht. Das wäre eine gute Möglichkeit, um das Budgetdefizit zu senken, ohne wieder alle in Österreich zur Kasse zu bitten.
#5 MOMENT Live
Wie geht es weiter in Ungarn und welche Auswirkungen hat das Wahlergebnis auf die EU und Österreich? Darum ging es unter anderem in unserer wöchentlichen Live-Show gestern Abend:
Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.
#6 Moment-Termin
Unsere Fast-Fashion-Doku hat schon Premiere im Kino gefeiert – jetzt wird sie nochmal gezeigt, und auch dieses Mal ist der Eintritt kostenlos! In Kooperation mit der Fashion Revolution Week und Südwind zeigen wir die Doku am 21. April um 18 Uhr im Admiral Kino. Die kostenlosen Tickets kannst du dir hier sichern.
Worum es dabei eigentlich geht, erfährst du hier:
Einen schönen Donnerstag
Luca und Sebastian
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