
Guten Morgen!
Frauen tragen mehr von den Budgetkürzungen, während die Regierung gleichzeitig verspricht, Politik für die nächste Generation zu machen. Doch was bedeutet das konkret für Frauen, Familien und Kinder? Darum geht es in deinem Morgenmoment. Dieser kommt heute von Nasim Neghabat.
#1 Möchtest du das teilen?
Der deutsche Kanzler Friedrich Merz fremdelt auch nach über einem Jahr nach wie vor mit der Rolle. Patzige Antworten bei öffentlichen Auftritten - zuletzt beim großen Sommerinterview - lassen ihn wie einen Neuling in der Politik wirken. Damit leistet er Wahlkampfhilfe für die AfD. Natascha Strobl analysiert.
#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Frauen verfügen über rund 40 Prozent der Einkommen, aber tragen 46 Prozent der Belastungen durch die Budgetkürzungen von 2027 bis 2031. Das zeigt der neue Gender Budgeting Report des Momentum Instituts. Im Schnitt verlieren Frauen durch die Maßnahmen 0,86 Prozent ihres verfügbaren Einkommens – bei Männern sind es 0,70 Prozent.
Warum ist das so? Grund ist, wo gespart wird. Die größten Kürzungen liegen vor allem im Sozialbereich – etwa bei niedrigen Einkommen, Familienleistungen, Kurleistungen oder der Altersteilzeit. Und davon sind Frauen stärker betroffen. Besonders deutliches Beispiel: 1,5 Millionen Menschen mit kleinen Einkommen müssen künftig mehr Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen. 68 Prozent davon sind Frauen. Bei Männern treffen die größten Belastungen häufiger höhere Einkommen – etwa die Beiträge auf Luxuspensionen.
“Wer bei Sozialleistungen kürzt, kürzt deshalb nicht geschlechtsneutral. Die bestehenden Einkommensunterschiede werden durch dieses Budget eher größer als kleiner”, sagt Nicolas Prinz, Ökonom am Momentum Institut.
Welche Auswirkungen die Budgetkürzungen auf Frauen und Männer haben, wurde von der Bundesregierung im Vorfeld untersucht - allerdings nur bei 11 von insgesamt 96 Budgetmaßnahmen.
#3 Spin des Tages
Am Montag war Bundeskanzler Christian Stocker bei den ORF-Sommergesprächen zu Gast. Dabei sagte er tatsächlich, er mache Politik für die nächste Generation. Die Frage ist, wo sich das zeigen soll.
Denn zuerst muss die nächste Generation einmal betreut werden. Im August 2026 erklärte Stocker, Kinderbetreuung sei „keine Arbeit“. Am nächsten Tag entschuldigte er sich für diese Aussage - zumindest halbherzig.
Oder die Klimapolitik, die maßgeblich seit Jahren von der ÖVP ausgebremst wird. 2030 soll Österreich sein EU-Klimaziel erreichen. Selbst wenn die Regierung jetzt noch Maßnahmen umsetzt, bleibt laut Umweltbundesamt eine Lücke von rund 6,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent.
Ein diesen Frühling geborenes Baby hat wegen der Erderhitzung in seinem ersten Sommer 17 Tage mit mindestens 35°C erlebt. In Christian Stockers Leben hat es ganze 43 Jahre gedauert, bis es so viele waren.
Ein Baby, das heuer geboren wird, erlebt außerdem eine Zeit von stetigen Teuerungen. Seine ersten drei Lebensjahre vergehen ohne eine einzige Inflationsanpassung der Familienbeihilfe. Stockers Regierung hat diese für 2026, 2027 und 2028 nämlich ausgesetzt.
Wer wirklich Politik für die nächste Generation machen möchte, muss Klimaschutzmaßnahmen und Kinderbetreuung priorisieren.
#4 MOMENT Live
Unsere wöchentliche Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) ist zurück aus der Sommerpause! Diese Sendung wird sich ganz neuen alten Problemen widmen, die unser Land heimsuchen: Was ist die letzten Monate in Österreich geschehen? Welche Vohrersagen waren richtig und welche sind nicht eingetreten? Es wird Bilanz gezogen über den heißesten Sommer an den sich unser Host Max erinnern kann.
Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.
#5 Open House beim Momentum Institut
Am 17. September ab 16:00 Uhr öffnet das Momentum Institut seine Türen! Komm vorbei, lerne unsere Arbeit und unser Team kennen und verbringe einen Nachmittag mit uns. Wir freuen uns auf spannende Gespräche mit dir!
Was erwartet dich?
Um 18:00 Uhr spricht Barbara Blaha.
Der Momentum-Photocorner: Halte deinen persönlichen Momentum-Moment fest und teile ihn direkt auf Social Media.
Wo? Märzstraße 42/1, 1150 Wien
Einen schönen Mittwoch wünscht
Nasim Neghabat
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