
Guten Morgen!
Pensionistinnen geben am meisten Geld für Wohnen aus, Pensionisten für Autos. Weder auf gerechte Pensionen noch auf die Erbschaftssteuer möchte ich 95 Jahre lang warten. Naja, immerhin sollen Klimaanlagen nun schneller genehmigt werden.
Deinen Morgenmoment schickt dir heute Lisa Wohlgenannt.
#1 Möchtest du das teilen?
Über den Sommer packen wir ein paar der besten, zeitlosen Beiträge aus unserem Archiv aus - falls du sie verpasst hast. Einer davon ist dieses Interview mit der deutschen Politikwissenschaftlerin Martyna Linartas über Ungleichheit und wie Erbschaftssteuern die Demokratie schützen.
#2 Grafik des Tages

Am 9. August ist der Equal Pension Day. Frauen bekommen im Durchschnitt 39,4 Prozent weniger Pension als Männer. Frauen erhalten durchschnittlich 1.758 Euro im Monat, Männer 2.570 Euro (12 Mal im Jahr, netto). Die durchschnittliche Frauen-Pension liegt damit knapp 70 Euro unter der Armutsgefährdungsschwelle, die der Männer um rund 740 Euro darüber. Das zeigt eine Analyse des Momentum Instituts.
Altersarmut ist damit vor allem für Frauen ein Problem. Zwei Drittel aller Mindestpensions-Bezieher:innen sind weiblich. Die Mindestpension ist eine Ausgleichszulage. Bekommen Alleinstehende weniger als 1.308,39 Euro im Monat (14 mal im Jahr), wird die Differenz vom Staat ausgeglichen.
Pensionistinnen müssen im Alltag mehr Geld ausgeben, als ihr Einkommen hergibt. Der Großteil davon geht für Grundbedürfnisse wie Wohnen und Ernährung drauf. Bei Männern sieht das anders aus. „Alleinlebende Pensionistinnen geben für das Wohnen genauso viel von ihrem Einkommen aus wie Pensionisten für ihre Mobilität, überwiegend für das Auto. Diese Gegenüberstellung offenbart viel über die ungleichen Möglichkeiten und Lebensrealitäten im Alter“, sagt Sophie Achleitner, Gleichstellungsexpertin am Momentum Institut.
Die Pensionslücke entsteht schon im Arbeitsleben. Um sie zu schließen, brauchen wir ausreichend leistbare Kinderbetreuungs- und Pflegeangebote und eine bessere Verteilung von Sorgearbeit, etwa durch eine verpflichtende Männerkarenz. Wir brauchen faire und transparente Löhne, bessere Entwicklungsmöglichkeiten und eine Aufwertung von sogenannten "Frauenberufen". Und wir müssen Frauen, die bereits in Altersarmut leben, unmittelbar entlasten.
#3 Besser geht noch
Die Regierung will in Wohnungen und Schulen für mehr Abkühlung sorgen. So sollen Klimaanlagen einfacher genehmigt werden und an Schulen soll es bauliche Maßnahmen geben. Darauf hat sich die Regierung in der Hitzewelle geeinigt und einen Ministerratsvortrag verabschiedet.
Klimaanlagen können bislang nicht einfach installiert werden. Mieter:innen brauchen die Zustimmung der Vermieter:innen. Und selbst wenn ein:e Wohnungseigentümer:in eine Klimaanlage einbauen möchte, braucht es die Genehmigung aller anderen Eigentümer:innen im Haus. Eine gerichtliche Durchsetzung ist nur in Ausnahmefällen möglich. Was genau daran geändert wird, hat die Regierung aber noch nicht kommuniziert.
Schulen sollen regional Maßnahmen treffen können, wie Sportunterricht aussetzen und Tests verschieben. In Extremfällen können Pausen verlängert und Unterrichtsstunden gekürzt werden sowie der Unterricht früher beendet werden. Außerdem sollen an Schulgebäuden Beschattungsvorrichtungen angebracht werden, alte Fenster ausgetauscht, Hitzeschutzfolien angebracht und Schulhöfe entsiegelt und/oder begrünt werden. Schulen werden kontinuierlich saniert, weswegen man die Maßnahmen aus dem laufenden Budget finanzieren könne, heißt es gegenüber der APA.
Klimaanlagen helfen im Einzelfall, sind jedoch selbst eine Belastung für das Klima und die Umgebung. Sie blasen warme Luft nämlich vom Innenraum nach draußen. Was bessere Möglichkeiten sind, um Wohnraum, Schulen und andere Gebäude zu kühlen, haben wir kürzlich im Interview mit einem Experten besprochen. Du findest den Text hier.
Ein nicht mehr ganz so heißes, schönes Wochenende wünscht dir
Lisa
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