
Guten Morgen!
Eine kaum bekannte autoritäre christliche Ideologie, Zahlungen für schnellere OP-Termine und mehr findest du in diesem Morgenmoment - heute von Lisa Duschek.
#1 Möchtest du das teilen?
Kennst du den (Neo)-Integralismus? Die christlich-rechte Ideologie gefährdet unsere Demokratien und liberale Werte. Lisa Wohlgenannt spricht mit einer Theologin über die Ideen und die Gefahren, die von der Strömung ausgehen.
#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Wer mehr Geld hat, bekommt oft schneller einen OP-Termin. Ohne private Zusatzleistungen warten Patient:innen im Schnitt 20 Wochen auf eine Operation, mit privater Zusatzversicherung sind es nur acht Wochen. Das zeigt eine neue Studie des Instituts für Höhere Studien im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich, für die 810 Patient:innen befragt wurden.
Besonders problematisch: Neun Prozent berichteten, dass ihnen gegen zusätzliche Zahlungen zwischen 200 und 8.600 Euro ein früherer OP-Termin angeboten wurde. Menschen mit geringerem Einkommen mussten laut Studie länger auf Eingriffe warten. Ebenso Personen mit niedrigerem Bildungsabschluss im Vergleich zu Personen mit höherem Bildungsabschluss. Dabei dürfen Operationstermine gesetzlich nicht nach dem Geldbörserl, sondern nur nach medizinischen, organisatorischen und sozialen Kriterien (wie soziale Belastung oder Betreuungspflichten) vergeben werden.
Die Ergebnisse beweisen zwar nicht, dass jede kürzere Wartezeit durch eine ungerechtfertigte Vorreihung entsteht, zeigen aber deutliche Unterschiede bei der Versorgung. Eine Zweiklassenmedizin, in der Geld über den Zugang zu medizinischer Behandlung entscheidet, ist inakzeptabel.
Die Arbeiterkammer fordert deshalb strengere Regeln und Kontrollen. Patient:innen sollen ein gesetzliches Recht auf einen Operationstermin innerhalb von 12 Wochen bekommen. Außerdem soll eine unabhängige Beschwerdestelle eingerichtet werden.
#3 Zahl des Tages
Hitze und Trockenheit sorgen heuer für massive Ernteausfälle in Österreich. Laut Landwirtschaftskammer und Branchenverband wird die Gemüseernte voraussichtlich um durchschnittlich 40 Prozent geringer ausfallen als im Vorjahr, die Obsternte um rund 30 Prozent. Bei manchen Gemüsesorten wie Chinakohl und Kraut gibt es regional sogar Verluste von bis zu 50 Prozent.
Auch in anderen europäischen Ländern leiden die Ernten unter den hohen Temperaturen und der Trockenheit. Weniger heimische Lebensmittel können zusätzliche Importe notwendig machen und die Preise steigen lassen, besonders wenn auch andere Länder von Ernteausfällen betroffen sind.
Bessere Bewässerung, Wasserspeicher und widerstandsfähige Pflanzen können zwar helfen, doch mit zunehmender Erderhitzung wird die Anpassung immer schwieriger und teurer.
Wer Klimaschutz für zu teuer hält, sollte auch die Kosten der Klimakrise berücksichtigen: Denn wer langfristig leistbare Lebensmittel will, muss auch die Bedingungen schützen, unter denen sie wachsen.
#4 Besser geht doch
Millionen Menschen waren bereits unter dem Motto „No Kings“ in den USA auf der Straße. Die Botschaft: Kein Präsident steht über demokratischen Regeln. Am 17. Oktober versuchte die Bewegung den nächsten Schritt.
No Kings will möglichst viele Menschen schon vor dem Wahltag zur Stimmabgabe bringen. Wer früh wählt, hat nämlich mehr Zeit, Probleme mit der Registrierung zu beheben. Dazu gab es in allen 50 US-Bundesstaaten Aktionen. Menschen gingen gemeinsam zum Wahllokal, klopften an Türen, halfen bei der Registrierung oder ließen sich als Wahlbeobachter:innen ausbilden.
Am 3. November geht es um die Macht im Kongress. Es wird das Repräsentantenhaus und ein Teil des Senats neu gewählt. Trump selbst steht dabei nicht zur Wahl, aber der parlamentarische Rückhalt für seine Politik steht auf dem Spiel.
Ein Protesttag garantiert noch keine Veränderung. Entscheidend ist, ob Menschen danach gemeinsam weitermachen. Genau daran arbeitet No Kings jetzt.
Einen guten und stressfreien Start in die Woche wünscht dir
Lisa
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