
Guten Morgen!
Derzeit gewinnen extreme Rechte und ihre Milliardärsfreunderl weltweit zwar keine Wahlen, dafür aber die Herzen der Boulevard-Zeitungen in Österreich. Darum geht’s heute im Morgenmoment mit Sanna Hätönen.
#1 Möchtest du das teilen?
Am Wochenende hat der linke Präsident Lula da Silva in Brasilien die Stichwahl gewonnen gegen Flavio Bolsonaro jr. - den rechtsextremen Sohn des rechtsextremen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Die extreme Rechte und ihre Geldgeber:innen aus dem Tech-Faschismus scheiterten nach Ungarn (schon wieder) daran, eine Wahl zu kaufen. Man könnte sagen, die ideologische Strömung trendet zur Niederlage. Erfolg kommt für demokratische Kräfte aber nicht von allein. Natascha Strobl hat fünf Dinge gefunden, die sich daraus lernen lassen.
#2 Ignoriert
Die Privatjets der Reichen verursachen weltweit in nur zwei Sekunden mehr CO₂ als ein Mensch aus der ärmeren Hälfte der Welt im ganzen Jahr 2025.
Dabei sind Privatjets nur die Spitze der Klima-Ungerechtigkeit. Die reichsten 0,1 Prozent der Welt stoßen allgemein mehr Treibhausgase aus als die ärmere Hälfte der Bevölkerung. Sie verschärfen die Klimakrise. Und schlagen gleichzeitig Profit daraus, wie eine Studie von Oxfam aus Großbritannien zeigt.
Die reichsten 0,1 Prozent stecken unterdessen viel Geld in ihre Katastrophenvorsorge. Der Markt könnte laut Prognosen bis 2029 von 70 Milliarden US-Dollar auf jährlich 92 Milliarden US-Dollar wachsen. Außerdem flossen die Investitionen von 1.000 Milliardär:innen zu 75 Prozent in klimaschädliche Branchen, unter anderem in den Öl-, Gas- und Chemie-Sektor.
Die Reichsten profitieren also gleich doppelt von der eskalierenden Klimakrise und glauben, sich von den Folgen freikaufen zu können. Sie haben also einen starken wirtschaftlichen Anreiz, klimafreundliche Maßnahmen zu verzögern. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung treffen die Folgen der Klimakrise schon heute viel härter, obwohl sie für gerade einmal 8 % aller Emissionen verantwortlich ist. Die Untersuchung belegt wieder einmal, wie ungerecht die Klimakrise ist.
Was könnte helfen? Zuerst einmal: Privatjets verbieten. Niemand sollte aus reiner Bequemlichkeit die Lebensgrundlage für alle ruinieren dürfen, nur weil er es sich leisten kann. Zudem braucht es weitere mutige Klimaschutz-Maßnahmen. Dazu gehören Vermögenssteuern für eine gerechte Vermögensverteilung, damit den Überreichen weniger Geld für klimaschädliche Spekulationen bleibt.
#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Ende 2025 stellt die FPÖ-Abgeordnete Katayun Pracher-Hilander mehrere parlamentarische Anfragen. Sie will vom Gesundheitsministerium wissen, wie oft Menschen aus ausgewählten Ländern Ärzte aufgesucht haben. Anfang 2026 kommen die Antworten. Noch am selben Tag übernimmt die Krone den Inhalt der FPÖ-Aussendung samt der veröffentlichten Zahlen. Krone-Autor Christoph Budin schreibt einen Text über angebliche “Spitals-Touristen”. Alles baut auf der FPÖ-Sicht auf.
Getarnt als Journalismus wird ein rechtes Bild gezeichnet: “Die Ausländer” sollen Schuld an der Krise des Gesundheitssystems sein. Wir berichteten damals mit einem Faktencheck darüber. Mehrere Leser:innen melden den Artikel beim Österreichischen Presserat. Dieser entscheidet, dass die Krone mit dem Text in drei Punkten gegen den Pressekodex verstößt: Es wurde nicht sorgfältig recherchiert, Migrant:innen und Geflüchtete werden pauschal verurteilt und diskriminiert.
Das ist offensichtlich für alle Beteiligten kein Grund, etwas Grundlegendes zu ändern. Im Juni 2026 stellt dieselbe FPÖ-Abgeordnete weitere Anfragen zu einem ähnlichen Thema: die Zahlen der Arztbesuche von Asylwerber:innen, subsidiär Schutzberechtigten und vertriebenen Personen. Und an diesem Wochenende folgte dann dasselbe Schauspiel wie im Jänner. Nach der Aussendung der FPÖ durch Pracher-Hilander, spinnt in derselben Zeitung derselbe Krone-Autor daraus wieder einen extrem ähnlichen Artikel.
Das ist keine Ausnahme und auch kein Ausrutscher, sondern ein weiteres Beispiel für eine informelle Kooperation zwischen rechtspopulistischer Politik und österreichischen Problemmedien. Die FPÖ gibt die Themen mit ihrem Spin vor, diese Medien verkaufen uns das dann als Journalismus und machen im Sinne der extrem rechten Partei Stimmung in der Bevölkerung.
#4 MOMENT Live
Heute Abend um 18:00 gibt es zum vorerst letzten Mal unsere wöchentliche Live-Show. Es wird emotional, denn Host Max Leschanz verlässt unser Team, um sich neuen Abenteuern zu widmen. Er freut sich auf viele, die zum Abschied vorbeischauen. Wir Momentis sind jetzt erst einmal traurig, dass wir ohne Max auskommen müssen und denken erst einmal ein bisschen über das Format nach. Aber wir sind uns ziemlich sicher: Es werden uns auch in Zukunft neue Ideen für Live-Sendungen einfallen.
Du kannst die Videos aller Shows auch hier auf Youtube nachsehen.
Einen angenehmen Mittwoch!
Sanna
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