Guten Morgen!

Warum sollten wir unser Überleben sichern, wenn wir auch kurzfristig viel Geld verdienen können? Unser Morgenmoment im Zeichen von Kapital und Klima kommt heute von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Die österreichische Regierung spart im Sozialbereich. Blöd nur, dass uns das langfristig Geld kosten wird. Auf unserer neuen Kürzungslandkarte kannst du jetzt sehen, welche Projekte davon betroffen sind (und Spoiler: im nächsten Schritt soll sie zeigen, wieviel mehr Geld uns das “Sparen” wirklich kosten wird):

#2 So könnte es auch gehen

Gestern hat Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) das neue Budget der schwarz-rot-pinken Regierung vorgestellt. Es ist ein Sparbudget, das vor allem Haushalte und nicht Unternehmen trifft.

Die sozialen Einschnitte fallen stärker aus als befürchtet. Von den Sparmaßnahmen sind drei Viertel aller Haushalte betroffen. Im Verhältnis zum Einkommen treffen die Maßnahmen die untere Mittelschicht am stärksten. Im Schnitt kosten die größten Maßnahmen laut Berechnung des Momentum Instituts die Haushalte 277 Euro pro Jahr. Bis 2031 gibt die Regierung durch soziale Einschnitte 1,8 Milliarden Euro weniger aus.

Wir könnten das Budget natürlich auch sanieren, ohne bei den Ärmsten zu sparen. So könnte eine Vermögenssteuer nach norwegischem Vorbild 3,2 Milliarden Euro bringen. Eine Erbschaftssteuer könnte 1,4 Milliarden Euro einbringen, der Stopp von klimaschädlichen Subventionen ebenso.

Ideen gibt es viele. Nichts davon setzt die Regierung um.

Sie kürzt woanders. Die größten Maßnahmen: 2027 verlieren viele Pensionen an Kaufkraft, Wer wenig Einkommen hat, muss in Zukunft außerdem höhere Beiträge für die Arbeitslosenversicherung zahlen. Die Regierung kürzt auch den Familienbonus teilweise, außerdem passt sie Familienleistungen nicht an die Inflation an. Wer ein hohes Einkommen hat, muss außerdem mehr Sozialversicherungsbeiträge zahlen.

Das Sparbudget verlangt ärmeren Menschen mehr ab. Gleichzeitig kann es laut der Analyse des Momentum Instituts die schwächelnde Wirtschaft nicht beleben. Es gibt zwar auch positive Maßnahmen. Die gleichen die Einschnitte aber nicht aus.

#3 Geld oder Klima?

Mit dem Privatjet herumzudüsen und mit Yachten von Hafen zu Hafen zu cruisen, schadet dem Klima sehr offensichtlich. Leider zerstören Überreiche das Klima auch auf ganz anderen Wegen viel mehr. Das noch größere Problem als ihr Lebensstil ist nämlich ihr Überreichtum: Egal ob Geld, Unternehmensbesitz oder materielles Vermögen. All das belastet das Klima viel stärker, als man annehmen würde. Warum das so schädlich ist, haben wir hier für dich beschrieben.

Laut einer neuen Berechnung von Greenpeace schaden Überreiche alleine durch ihr Vermögen dem Klima in einem Ausmaß von einer Billion Dollar (1.000 Milliarden) pro Jahr. Das reichste Prozent ist so für ein Viertel aller Emissionen verantwortlich. Die arme Hälfte der Weltbevölkerung verantwortet zum Vergleich nur drei Prozent der Emissionen. Sie ist von der Klimakrise aber viel stärker betroffen.

Auch Banken machen da fleißig mit. Ein neuer Report zeigt: Die größten Banken haben 2025 über 900 Milliarden Dollar in klimaschädliche Industrien investiert. Man sollte angesichts der Klimakrise meinen, dass die Investitionen der Banken in fossile Unternehmen sinken. Falsch gedacht: 2024 waren sie noch um 64 Milliarden Dollar niedriger. Die einzige gute Nachricht: 26 der größten 65 Banken haben ihre Finanzierung von fossilen Unternehmen zurückgefahren. Es wird aber immer noch viel zu viel Geld investiert.

In der “Net-Zero Banking Alliance“ haben sich Banken eigentlich darauf geeinigt, bis 2050 klimaneutral zu investieren. Dann wurde Donald Trump Präsident, US-Banken stiegen in der Folge aus. 2025 wurde die Allianz ganz aufgelöst.

#4 MOMENT Live

Weils so schön war, haben wir in unserer wöchentlichen Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) gestern die Budgetrede von Markus Marterbauer live verfolgt und kommentiert. Falls du nicht genug davon bekommen kannst:

Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.

Einen duften Donnerstag

Sebastian

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