
Guten Morgen!
Grillen ist schon verboten im Gefährdungsbereich für Waldbrände. Und die Identitäre Bewegung sollte noch verboten werden, erfährst du in deinem Morgenmoment. Dieser kommt heute von Nasim Neghabat.
#1 Möchtest du das teilen?
Die Identitäre Bewegung hat zwar ihre Demo nicht wie geplant abhalten können, aber sie hat trotzdem rechtsextreme Schlägertrupps aus ganz Europa in Wien versammelt. Warum es ein Verbot der Identitären braucht, analysiert Natascha Strobl.
#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Die Trockenheit in Österreich hat zu einem akuten Risiko für Waldbrände geführt. Seit Mai hat sich die Lage nicht verbessert. Die Regenschauer der vergangenen Woche waren zu kurz.
In Nadelwäldern ist das Risiko höher, dass Waldbrände entfachen. Aber auch in Laubmischwäldern wie dem Wiener Wald steigt das Risiko eines Brandes, wenn der Regen ausfällt. Denn je mehr vertrocknetes Laub und Nadeln am Boden liegen und sich nicht zersetzen können, desto leichter kann ein Flächenbrand entstehen.
Die Klimakrise bedingt, dass die Hitzewellen und Trockenperioden intensiver werden und länger andauern. Das verlängert auch die Gefahrenzeiträume für Waldbrände. Seit zwei Monaten herrscht in Wien akute Waldbrandgefahr.
Seit 7. Mai gelten deshalb folgende Verbote im Wiener Wald und dessen Gefährdungsbereich: Rauchen, Hantieren mit offenem Feuer und Licht, jegliches Entzünden von Feuer, Shishas (Wasserpfeifen) und Grillen - auch auf öffentlichen Grillplätzen und Grillzonen.
Die Verbote werden erst bei nachhaltigen Regenschauern wieder aufgehoben.
Wie gut ein Brand gelöscht werden kann, hängt davon ab, wie schnell er sich ausbreitet, wie gut man den Brandort erreichen kann und welche Windverhältnisse herrschen. An sich ist die österreichische Feuerwehr gut auf den Ernstfall vorbereitet. Teil der Ausrüstung sind geländetaugliche Löschfahrzeuge, Bodendüsen an Feuerwehrautos und Container, die notfalls Wasser aus umliegenden Gewässern ziehen können.
Langfristig braucht es aber neben einer gut ausgestatteten Feuerwehr konsequenten Klimaschutz. Damit die Gefahr für Waldbrände nicht noch weiter steigt und im besten Fall sogar sinkt.
#3 Ein altes Zitat als Zitat des Tages

Bereits 2022 haben wir über das Problem berichtet und es ist leider immer noch aktuell: Die Ernährungssicherheit der ärmeren Bevölkerung ist abhängig von Organisationen wie den Sozialmärkten. Immer mehr Menschen sind auf Angebote wie Sozialmärkte angewiesen, doch dort kämpft man mit immer weniger Lebensmittelspenden.
Etwa 1,5 Millionen Menschen in Österreich gelten als armutsgefährdet. Das sind rund 16 % der Gesamtbevölkerung. In Wien gibt es fast 30 Sozialmärkte. Foodpoint ist der größte Anbieter. Er verzeichnet gerade um die 100.000 Mitglieder. Vor der Pandemie waren es nur 14.000.
“Jene Menschen sind mit der Verletzung ihres Rechts auf Nahrung konfrontiert.”, kritisierte Erwin Berger von der Volkshilfe Österreich bereits 2022. Armut mache vor allem eine gesunde Ernährung schwierig. Denn gerade frische und besonders gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse sind teuer und oft auch bei den Hilfsorganisationen weniger vorhanden.
Es werden immer weniger Lebensmittel gespendet, denn einerseits wird im Handel besser geplant und es kommt zu weniger Überschüssen. Andererseits gibt es immer mehr Initiativen, die die überschüssigen Lebensmittel verwerten und daraus noch Geld machen wollen. Damit ist die Lebensmittelversorgung von armen Menschen noch stärker gefährdet.
Es ist ohnehin ein Problem, dass die Ernährungssicherheit der Ärmeren in Österreich von privaten Organisationen gesichert wird. Das ist eigentlich Aufgabe des Staates. Betreiber:innen fordern mehr finanzielle Hilfe, Unterstützung bei der Rettung von Lebensmittel entlang der gesamten Lieferkette und Haftungsausschlüsse. Noch besser wäre es, Armut und ihre Folgen politisch abzuschaffen. Löhne und Sozialleistungen müssen zum Leben reichen.
Einen schönen Mittwoch wünscht
Nasim Neghabat
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