Guten Morgen!

Nicht nur uns macht die Hitze zu schaffen, sondern auch Kühen. Was wir dagegen tun können, erfährst du in deinem Morgenmoment. Der kommt heute von Nasim Neghabat.

#1 Möchtest du das teilen?

Wie angenehme Temperaturen nicht zum Luxusgut werden, warum klassische Klimaanlagen oft mehr schaden als nützen und wo die wirklichen Chancen für Bewohner:innen im Altbau liegen - das erklärt Jan-Philipp Richtmann von der TU Wien im Interview.

#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Im Juli haben Landwirt:innen vor Ernte- und Futterausfällen gewarnt. Jetzt ist es soweit. Die Wintervorräte für Weidetiere müssen jetzt schon verfüttert werden. Es ist eine bisher noch nie dagewesene Situation: Wegen der Hitze und Trockenheit wächst auf der Weide kein Gras mehr nach. Und auch der Zukauf von Futter wird durch die europaweite Krisensituation immer schwieriger.

“Bei uns in Niederösterreich war es noch nie so trocken und so heiß wie dieses Jahr! Sogar der Mais, mit dem oft Fehlmengen bei Gras ausgeglichen werden konnten, vertrocknet auf den Feldern. Bei vielen Betrieben wird auch schon das Wasser knapp. Es besteht eine absolute Ausnahmesituation, die noch durch schlechte Milchpreise verschärft wird”, beschreibt Reinhard Üblacker, Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft Milch, die Situation.

In Vorarlberg wird das Wasser knapp. Aktuell müssen die Weidetiere der Nenzinger Alpen täglich mit mehreren Tanks Frischwasser versorgt werden, denn der Wasserstand der Quellen ist zu niedrig. Das Frischwasser wird teils mit dem Traktor und teils mit dem Hubschrauber zu den Tieren geliefert. Sollte es nicht bald mehr regnen, wird auch hier das Futter knapp werden. Die Tiere werden wahrscheinlich auch früher wieder ins Tal gebracht.

  • Dürreausgleichzahlung von 300 Euro je Großvieheinheit aus dem Katastrophenfonds

  • Eine nationale Futtermittelbörse durch die Landwirtschaftskammer

  • Sicherung der noch bestehenden Maisbestände als Futterersatz

  • Transportkostenzuschuss für Futtermitteltransporte

  • Einberufung eines Krisenstabes unter Einbeziehung von Betroffenen und Praktiker:innen

#3 Grafik des Tages

Bis 2021 steigen die Rücklagen auf 979 Millionen Euro. Nach der Halbierung des Unternehmensbeitrags im Jahr 2022 schrumpfen sie laut Prognose bis 2027 auf minus 160 Millionen Euro. Ein Vergleich zeigt: Ohne die Beitragssenkung wären die Reserven bis 2027 bei rund 728 Millionen Euro geblieben. Die Grafik verdeutlicht, dass die Senkung der Lohnnebenkosten den Fonds langfristig erheblich geschwächt hat.

Vor zwei Jahren hat das Momentum Institut gewarnt, dass dem Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) das Geld ausgeht, wenn die Pleitewelle andauert. Auch weil der damalige Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) die Beiträge der Unternehmen von 0,2 auf 0,1 Prozent der Lohnsumme senkte. Nun ist es so weit. Der IEF steht unter Druck. Während die Reserven des Insolvenzentgeltfonds bis 2021 auf 979 Millionen Euro angewachsen waren, sinken sie nach der Beitragskürzung von Unternehmen 2022 kontinuierlich und werden laut Prognose 2027 mit 160 Millionen Euro im Minus liegen.

Ohne die Senkung wären die Reserven dagegen stabil geblieben: 2027 lägen noch rund 728 Millionen Euro im Fonds. Die Beitragskürzung hat den Insolvenz-Entgelt-Fonds somit um fast 900 Millionen Euro geschwächt und die heutige Finanzierungslücke wesentlich mitverursacht. 

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Einen schönen Dienstag wünscht

Nasim Neghabat

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