
Guten Morgen!
Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) möchte, dass wir weniger nachdenken und mehr Kinder kriegen. Währenddessen rauben uns Unternehmen unseren Lohn. Dein Morgenmoment kommt heute wieder von mir - Simon Altorff.
#1 Möchtest du das teilen?
Der Ölpreis-Schock kommt und er wird nicht bei den Spritpreisen und bei der Energie Stopp machen. “Moment mal!”, sagt Barbara Blaha - da könnten wir ja schon was tun!
#2 Hast du das gesehen?
Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) will, dass die jungen Menschen in Österreich mehr Kinder bekommen. Wie sie das Ziel erreichen will, erzählt sie in einem Standard-Interview: “Die Menschen überlegen zu sehr, ob die Lebensumstände passen, die Wohnsituation gerade passend ist, bin ich lange genug im Job.”
Bei der Entscheidung für ein Kind müsse man sich “mehr auf sein G’spür verlassen.”
Potenzielle Eltern sollen also nicht darüber nachdenken, ob sie genug Zeit, Geld und Wohnraum haben, um ein Kind großzuziehen.
Tatsächlich liegt die Zahl der Kinder pro Frau in Österreich nur noch bei 1,29 – ein historisches Tief. Das liegt vor allem auch an den Rahmenbedingungen für Familien in Österreich.
Stabiler Job? Kinderbetreuung? Faires Gehalt? Leistbare Wohnung? Chancengleichheit?
Für Bauer alles nicht so wichtig. Stattdessen: “Weniger Beipackzettel, mehr Freude.”
Lächle doch mal :)
Wir bräuchten leistbare Mieten, faire Gehälter, ausreichend Kinderbetreuung und Politiker:innen, die Probleme lösen, statt uns vorzuschreiben, wie wir unser Leben zu leben haben.
#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Apropos Familie: Was dafür schlecht ist, sind Überstunden und zu wenig Gehalt. Aber 2025 haben Beschäftigte in Österreich über 170 Millionen Überstunden geleistet. Jede vierte davon - 45,9 Millionen Stunden - haben die Betriebe nicht ausbezahlt. Weder mit Geld noch mit Zeitausgleich.
Das ist Lohnraub. Insgesamt sind diese nicht ausbezahlten Überstunden 2,5 Milliarden Euro wert. Damit entsteht rund 90 Mal mehr Schaden als durch Sozialbetrug - bekanntermaßen ein Lieblingsthema von Regierung und Boulevard.

Den Beschäftigten in Österreich sind durch den Lohnraub letztes Jahr 1,27 Milliarden Euro entgangen. Dem Staat weitere 1,23 Milliarden Euro. Allein das ist so viel, wie der ORF oder das Wiener U-Bahn-Netz pro Jahr kosten.
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) warnt: Viele Arbeitsverträge enthalten Verfallsklauseln für Überstunden. Ansprüche können schon nach drei Monaten verfallen.
Das Problem gibt es seit langem. Im Regierungsprogramm von ÖVP, SPÖ und NEOS steht, dass alle Überstunden abgegolten werden sollen. Passiert ist bisher nichts. Der ÖGB fordert: Zahlt ein Unternehmen Überstunden nicht aus, soll ein Strafzuschlag in Höhe von 100 Prozent anfallen.
#4 Zündstoff

Die erste Folge unseres neuen Podcasts ist da! Yasmin Maatouk, Max Leschanz und ihr Co-Host Jean-Philippe Kindler stellen sich, das Projekt und ihre Ansichten vor. Alle zwei Wochen kommt eine neue Folge, in der Politik, Wirtschaft und Gesellschafte mit einer klaren Perspektive der Vielen beäugt werden.
Das ist noch nicht alles. Die Show wird auch regelmäßig live auf die Bühne kommen und dabei auch Gäste empfangen. Erstmals schon am 23.3. - zu Besuch für ein Gespräch sind Verteilungsgerechtigkeits-Aktivistin Marlene Engelhorn und Finanzminister Markus Marterbauer. Tickets dazu gibt es hier zu kaufen.
Ihr könnt den Podcast hier abonnieren. Er ist auf all euren liebsten Podcast-Plattformen und Apps verfügbar.
Einen schönen Freitag wünscht dir,
Simon
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