Guten Morgen!

Selbstlüge ist manchmal eine gute Strategie. Bei der möglicherweise größten Herausforderung der Menschheit ist es vermutlich keine gute Idee. Mehr dazu im Morgenmoment, geschrieben von Sebastian Panny.

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Das absolute Worst-Case-Szenario wird aus dem Weltklimabericht gestrichen. Und schon heißt es: eh alles nur Panikmache. Dabei ist das noch nicht einmal eine besonders gute Nachricht. Leonhard Dobusch erklärt in der neuen Ausgabe “Märkte, Macht & Mythen”, wie uns rechte Thinktanks und Medien täuschen wollen:

#2 Ignoriert

Der Thwaites-Gletscher in der Antarktis hat einen etwas sperrigen Namen. Daher hat er einen Spitznamen bekommen: “Weltuntergangs-Gletscher”. Denn wenn er zerbricht, steigt der Meeresspiegel um 65 Zentimeter. Das wäre ein gröberes Problem.

Der Thwaites-Gletscher schmilzt bereits seit Jahrzehnten. Sein Zusammenbruch sollte eigentlich Jahrhunderte dauern. Aber Satellitenbilder zeigen, dass der östliche Eisschild des Gletschers wegbricht. Der hat den Gletscher bisher beschützt. Seit 1992 hat er sich um 14 Kilometer zurückgezogen. Insgesamt ist der Gletscher rund 120 Kilometer lang. Grund dafür: die Erderhitzung der vom Menschen verursachten Klimakrise.

Für schmelzende Gletscher müssen wir gar nicht so weit in den Süden blicken. Die Alpengletscher führen immer weniger und weniger Eis. Immer mehr von ihnen verschwinden. Ende des Jahrhunderts dürften die Alpen eisfrei sein. Dieses Jahr könnte aber nicht nur für die Gletscher besonders schlimm werden. Die Hitzewelle im Mai hat europaweit bereits Extreme gesprengt. Die zwei heißesten Maitage seit Aufzeichnungsbeginn in England waren der 25. und 26. Mai. 2026. In Frankreich sind bereits sieben Menschen an den Auswirkungen der Hitzewelle gestorben. Im Mai. Dazu kommt viel zu wenig Niederschlag und ein mögliches Super-El-Niño-Jahr.

Wir können die Klimakrise noch so sehr aus Politik und Medien verbannen und Klimaleugner:innen eine Bühne bieten. Sie wird deswegen leider trotzdem nicht verschwinden.

#3 Spin des Tages

Was Unternehmen und konservative Parteien behaupten: Die von der EU vorgebene Lohntransparenz ist ein Bürokratiemonster und überfordert unsere Unternehmen! Wie die Realität aussieht: In Österreich wären gerade einmal zwei Prozent aller Unternehmen davon betroffen, so eine Berechnung des Momentum Instituts. Denn Klein- und Mittelbetriebe fallen nicht darunter.

Bis 7. Juni müssen EU-Länder die Lohntransparenzrichtlinie in nationales Recht umsetzen. „Die Aufregung um die Lohntransparenzrichtlinie ist völlig überzogen. Es geht nicht um eine flächendeckende Belastung der Wirtschaft, sondern um Mindeststandards gegen unfaire Bezahlung von großen Unternehmen”, so Sophie Achleitner, Ökonomin am Momentum Institut. Wer nicht weiß, wie viel Geld die Kolleg:innen erhalten, könne schwieriger faire Bezahlung einfordern. Ungerechtfertigte Unterschiede müsse man erst erkennen, bevor man sie bekämpfen kann.

Von der Transparenzrichtlinie wären laut EU nur Unternehmen mit mehr als 100 unselbständigen Beschäftigten betroffen. In Österreich müssten dadurch gerade einmal zwei von 100 Unternehmen geschlechtsspezifische Lohnunterschiede sichtbar machen. Sobald es eine nicht erklärbare Lohnlücke von mehr als fünf Prozent gibt, müssen Unternehmen diese prüfen und Maßnahmen dagegen beschließen.

Das Momentum Institut empfiehlt, nicht nur die Minimalanforderungen der Richtlinie zu erfüllen. Denn Österreich hat ein massives Problem mit dem Gender-Pay-Gap. Frauen bekommen im Schnitt 18 Prozent weniger bezahlt als Männer, in der EU beträgt der Wert 12 Prozent. Mehr Transparenz wäre ein Schritt, diese Lücke zu bekämpfen.

Einen schönen Freitag

Sebastian

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