
Guten Morgen!
Wir haben heute gute Nachrichten für dich! Die leider mit schlechten Nachrichten einhergehen. Man hat es nicht leicht im Leben. Mehr dazu im neuen Morgenmoment, geschrieben von Sanna Hätönen und Sebastian Panny.
#1 Möchtest du das teilen?
Die Arbeitgeber:innen und ihre Lobby fordern stets, dass die Menschen wieder mehr arbeiten sollen. Aber wenn der Finanzminister Anreize dafür setzen will, passt es ihnen auch nicht.
#2 Mail des Tages
Gestern haben Amazon-Nutzer:innen eine Mail von Amazon zur Paketsteuer erhalten. Viele Menschen haben sich daraufhin über die Regierung aufgeregt. Wir haben uns erlaubt, die Mail von Amazon etwas korrekter und ehrlicher zu formulieren:

Amazon ist der mit Abstand größte Onlinehändler in Österreich. Das Unternehmen macht bei uns mit seinem Versandgeschäft einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro. Faire Steuern zu bezahlen … das vermeidet das Unternehmen aber gerne. So hat Amazon 2020 und 2021 keine Körperschaftssteuer in der EU gezahlt. Der Sitz des Europageschäfts ist nämlich im Steuersumpf Luxemburg. Dort hat man trotz Umsätzen von über 40 Milliarden Euro offiziell Verluste geschrieben und sogar eine Steuergutschrift erhalten.
Wegen solcher Steuerverweigerungen von multinationalen Konzernen entgehen Österreich jedes Jahr weit über eine Milliarde Euro. Damit verschaffen sich die Konzerne einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz und schädigen kleinere Unternehmen in Österreich. Auch die Paketsteuer zahlt Amazon nun nicht selbst, sondern gibt sie an Kund:innen weiter. Das Unternehmen ist eines von insgesamt 16 Konzernen, die diese Steuer bezahlen müssen. Dazu gehören auch Temu, Zalando, IKEA und XXXLutz. Die letzten beiden geben die Steuern vorerst nicht weiter.
Die Paketsteuer soll teilweise die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel ausgleichen. 280 Millionen Einnahmen soll sie bringen. Gleichzeitig sollen mehr Menschen dazu gebracht werden, im heimischen Handel zu kaufen. Weniger Bestellungen und Rücksendungen sollen außerdem die Umweltverschmutzung eindämmen.
Die Paketsteuer stößt aktuell auf viel Kritik, da die lokalen Preise oft höher sind als bei Onlineanbietern. Die Kritik sollte man aber auch an Unternehmen wie Amazon oder XXXLutz richten, die sich um ihre Steuern winden. Amazon könnte die Paketsteuer selbst zahlen. Oder die Körperschaftssteuer nicht umgehen.
#3 Das Gute im Schlechten
Die Hurrikan-Saison beginnt am 1. Juni. Doch bis Ende September kein einziger Hurrikan formiert. Gerade da sind es normalerweise besonders viele. Das gab es noch nie. Toll, oder? Doch das ist leider nicht nur gut. “Beispiellos und surreal” sei dies laut dem Experten Michael Lowry.
Beständiger Wind unterdrückt heuer den Aufbau von Hurrikanen. Dieser Wind lässt normalerweise nach. Der diesjährige starke El Niño verhindert das aber. Meteorolog:innen haben bereits erwartet, dass die Hurrikan-Saison ruhig wird. Aber mit so großer Ruhe haben sie nicht gerechnet. Es könnte sogar gar keinen geben bis zum Ende der Saison – das hat es in modernen Aufzeichnungen noch nie gegeben.
Das zeigt, wie stark sich El Niño dieses Jahr auswirkt. Für bestimmte Regionen ist diese Entwicklung erst mal positiv. Die umso zerstörerischere Seite spüren dafür andere Regionen: Im Pazifik toben so heftige Stürme wie selten. Mexiko wird gerade von einem Hurrikan getroffen, der bald auf den Südwesten der USA trifft. Ein weiterer schwerer Sturm hat am Wochenende auf Hawaii Verwüstungen hinterlassen.
Zu welchen Extremen El Niño führen wird, zeigt ein neuer Report: Die Landtemperaturen werden im Schnitt um 1,2 Grad Celsius höher sein als sonst. Allein die von ihm verursachten Hitzeextreme könnten bis Februar 2027 mehr als 450.000 Todesopfer fordern.
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Sanna und Sebastian
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