
Guten Morgen!
Im Osten Österreichs beginnen nächste Woche die Schulferien. Die Hitzewelle sorgt aber jetzt schon für Engpässe bei der Betreuung. Kürzere Sommerferien können nicht die Lösung sein, wie du in deinem Morgenmoment von Luca Niederdorfer lesen kannst.
#1 Möchtest du das teilen?
Vor ein paar Tagen haben in Leoben Burschenschafter einen Taxifahrer brutal attackiert, nachdem dieser sie ihre NS-Parolen nicht hingenommen hat. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung und Wiederbetätigung. Natascha Strobl analysiert in ihrer Kolumne, welchen Einfluss Burschenschaften immer noch auf die FPÖ haben.
#2 Spin des Tages
Österreichs Schulen sind schlecht auf häufigere und extremere Hitzewellen vorbereitet. Viele Schulklassen erreichen Temperaturen, bei denen nicht an Lernen zu denken ist und trotzdem wird darüber diskutiert, die Schulferien zu kürzen. Schüler:innen würden bei kürzeren Schulferien aber nur noch länger in viel zu heißen Schulklassen leiden und bei der Länge der Schulferien sind wir ohnehin nur im EU-Mittelfeld. Entscheidend ist nicht die Länge der Sommerferien – entscheidend sind die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung.
In Österreich haben wir dabei viel Nachholbedarf: Nur eine von vier Kinderbetreuungseinrichtungen hat ganzjährig geöffnet. Im Sommer haben zwei von drei Einrichtungen mehrere Tage oder Wochen geschlossen. In Tirol und Salzburg sind sie im Sommer im Schnitt 18 Tage zu – also mehr als drei Arbeitswochen. Mehr als ein Viertel der Eltern weiß nicht, wie sie ihre Kinder im Sommer durchgehend betreuen lassen können und die Hälfte fühlt sich durch die Betreuungskosten belastet.
Finanziell schwächere Familien und Alleinerziehende sind von der mangelnden öffentlichen Kinderbetreuung am stärksten betroffen, da sie sich private Betreuung oft nicht leisten können. Mehr und hochwertigere Kinderbetreuung in den Schulferien würde nicht nur die Eltern entlasten, sondern könnte auch für mehr Chancengerechtigkeit sorgen und die Bildungsschere schließen. Auch eine sechste Urlaubswoche für alle würde die Kinderbetreuung in den Sommerferien für Angestellte einfacher machen. Davon würden auch Menschen ohne Kinder profitieren.
#3 Größer geht doch?
Autos werden jedes Jahr im Schnitt um 1,2 cm länger und um 0,75 cm breiter – auch die Höhe der Motorhaube steigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie. Zwischen 200 und 400 Todesfälle in den USA sind jährlich allein auf die steigende Größe von Autos zurückzuführen. Größere Autos sind unter anderem tödlicher, weil sie höhere Motorhauben haben und dadurch beim Zusammenstoß Menschen an kritischen Körperstellen treffen. Außerdem werden vor allem kleinere Personen und Kinder dadurch eher übersehen. Breitere Fahrzeugsäulen neben der Windschutzscheibe führen zusätzlich zu größeren toten Winkeln, wie die New York Times eindrücklich darstellt.
Neben kleineren Autos kann auch eine strengere Regulierung die Zahl der Verkehrstoten erheblich senken. In den skandinavischen Staaten sieht man, wie sich das auswirkt: Schweden hat 2008 das Tempolimit auf Landstraßen von 90 auf 80 km/h und damit die Zahl der tödlichen Unfälle um 40% gesenkt. Helsinki schaffte durch Tempolimits und Verkehrsberuhigung ein ganzes Jahr ohne Todesfall im Straßenverkehr. Norwegen hat vor Kurzem im innerstädtischen Verkehr Tempo 30 als Standard festgelegt, um ihn für Füßgänger:innen und Radfahrer:innen sicherer zu machen.
In Österreich ist die Zahl der Verkehrstoten 2025 im Vergleich zum Vorjahr dagegen um etwa 15 Prozent gestiegen. Forderungen zu niedrigeren Tempolimits auf Autobahnen und in Städten werden immer wieder abgelehnt. Dabei sollte es klar sein, dass jede Person, die im Straßenverkehr stirbt, eine zu viel ist. Eine Reduktion der Tempolimits auf 30 km/h in der Stadt, sowie 80 und 100 km/h auf Landstraßen und Autobahnen würde auch den Ausstoß von Treibhausgasen erheblich senken. Aber am wichtigsten: es würde Leben retten.
#4 MOMENT Live
Unsere wöchentliche Live-Show ging mit gestern in die Sommerpause. In der letzten Folge gab es noch einmal einen kleinen Rückblick auf die letzten Monate, aber auch einen Ausblick darauf, was uns wohl im Sommer und im Herbst erwarten wird.
Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.
Einen angenehmen Donnerstag wünscht dir
Luca
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