Guten Morgen!

Wenn Politiker:innen und Institutionen in Sachen Klimaschutz versagen und in Österreich auch ziviler Ungehorsam unter Strafe steht… was bleibt uns dann noch? Viel Vergnügen beim Lesen und Nachdenken. Dein Morgenmoment kommt heute von Simon Altorff.

#1 Möchtest du das teilen?

Private Medien in Österreich nutzen gerne jede Gelegenheit, um dem öffentlich-rechtlichen ORF ein Bein zu stellen. Dabei profitieren sie auch davon, dass es ihn gibt. Leonhard Dobusch kommentiert.

#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Am 4. Prozesstag mussten sich 7 der insgesamt über 40 angeklagten Mitglieder der Letzten Generation vor Gericht verantworten - wegen verschütteter Farbe, Autobahnblockaden (Stichwort “Mumienhände”) und Hundekot an der ÖVP-Zentrale.

Der Prozess und die Wortmeldungen der Aktivist:innen haben eine klar politische Handschrift getragen. Ein 76-jähriger Pensionist nahm an der A2-Blockade teil, jedoch ohne “Mumienhände”. Im Zuge der Verhandlungen sagte der Pensionist: “Ich fühlte mich durch mein Gewissen getrieben. Ich konnte nicht anders. Die Kinder haben eine Erwartung an uns.”

Die Verteidigung argumentierte mit Verhältnismäßigkeit: Beim Wiener Derby hätten Fans Böller in den Familiensektor geworfen und seien teils mit Diversionen davongekommen.
Das Ergebnis der Verhandlungen: 5 Angeklagte wurden zu einer Geldstrafe verurteilt, darunter auch der Pensionist. Zwei weitere Angeklagte fassten Diversionen aus.

Österreich hat noch immer kein Klimaschutzgesetz und hat zuletzt beim Klimaschutz massiv gekürzt. Ziviler Ungehorsam ist ein demokratisches Mittel - erst recht, wenn Politiker:innen und Institutionen versagen. Die Klimakrise ist eine Gefahr für unsere Lebensgrundlage und die Kriminalisierung friedlicher Klimaschutzproteste eine Gefahr für unsere Demokratie.

#3 IN WAS FÜR EINER WELT LEBEN WIR EIGENTLICH?!

Jede 5. Frau erlebt in Österreich problematisches Verhalten am Arbeitsplatz. Dazu zählen unter anderem verbale Übergriffe, Drohungen, körperliche Gewalt, Mobbing, sexualisierte Belästigung oder erniedrigendes Verhalten.

Jede 20. Frau erlebte allein 2024 sexualisierte Belästigung am Arbeitsplatz. Diese beginnt nicht erst bei körperlichen Übergriffen: Anzügliche Kommentare, unangemessene Nachrichten oder aufdringliches Verhalten sind bereits eine Grenzüberschreitung.

Junge Frauen sind besonders stark betroffen: Unter 35-Jährige berichten dreimal so häufig von sexualisierter Belästigung wie ältere Kolleginnen. Frauen mit niedrigerer Bildung erleben zudem öfter sexualisierte Belästigung – höher Gebildete häufiger Mobbing und verbale Übergriffe.

Betroffene sexualisierter Belästigung leiden häufiger unter psychischer Belastung und gesundheitlichen Problemen. Das heißt, sie werden häufiger krank, müssen Stunden reduzieren oder sceiden ganz aus dem Erwerbsleben aus.

Die Produktivität von Opfern sexualisierter Belästigung am Arbeitsplatz geht etwa um 43 Prozent zurück. Das Momentum Institut hat berechnet, dass sexualisierte Belästigung Unternehmen und Österreichs Wirtschaft jährlich 2 Milliarden Euro kostet.

Dazu kommt, dass ein großer Teil der Fälle nie gemeldet wird. Betroffene haben oft Angst vor Konsequenzen oder vertrauen den Meldesystemen nicht ausreichend. Es braucht daher stärkere Präventionsmaßnahmen, klare Meldewege und konsequente Sanktionen. Ebenfalls wichtig ist Bewusstseinsbildung und Solidarität in der Gesellschaft, damit Betroffene sich sicher fühlen.“

#4 Zum Nachhören: ZÜNDSTOFF LIVE

Wer darf in Österreich reich sein und warum bleibt Vermögensbesteuerung politisch so heikel? Darüber haben wir in unserem neuen Podcast “Zündstoff” mit Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) und Verteilungsaktivistin Marlene Engelhorn gesprochen. Dabei war die Show zum ersten Mal live auf der Bühne. Den Podcast findest du überall wo es Podcasts zu hören (und sehen) gibt. Alle Live-Events findest du hier.

Einen schönen Freitag und ein baldiges Wochenende wünscht dir,

Simon

Unterstütze MOMENT.at

MOMENT.at arbeitet unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Danke!

Reply

Avatar

or to participate

Weiterlesen