
Guten Morgen!
Die einzigen, die sich über diesen Sommer so richtig uneingeschränkt freuen, sind fossile Großkonzerne. Warum das frech ist, liest du in diesem Morgenmoment. Der kommt heute von Sebastian Panny.
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Die ÖVP treibt den Umbau der Familienbeihilfe voran. Sie will, dass subsidiär Schutzberechtigte sie nicht mehr bekommen - und würde damit viel mehr Menschen treffen, analysiert Lukas Gahleitner-Gertz:
#2 Fossile Frechheit des Tages
Die OMV kann sich die Hände reiben: Im ersten Halbjahr 2026 hat sie schon mehr Gewinn erzielt als 2023, 2024 oder 2025. Nur 2022 hat der Konzern nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine mehr Gewinn erzielt, wie eine Auswertung des Momentum Instituts zeigt.
Die OMV profitiert dabei ganz gezielt. Sie schlägt bei Raffinerien eine Gewinnspanne auf den Rohölpreis drauf. Diese Raffineriemarge hat sie in den vergangenen Monaten stark erhöht. Sie ist fünfmal so hoch wie vor dem russischen Angriffskrieg. Im Schnitt lag sie zwischen 2018 und 2021 bei 2,5 US-Cent, jetzt liegt sie bei 12,79 Cent pro Liter. Das kostet uns alle viel Geld. Wir sind so stark von Gas und Öl abhängig, dass geopolitische Krisen die Inflation bei uns antreiben. Ein Fünftel der Teuerung im Juni ist nur auf Ölprodukte zurückzuführen.
Die Unternehmen kosten uns aber vor allem auch die Lebensgrundlage. Die Klimakrise erhöht die Wahrscheinlichkeit für Hitzewellen um das Zweihundertfache und macht sie stärker. Fossile Konzerne tragen dafür eine große Mitverantwortung. Die Hälfte aller Treibhausgase aus fossilen Brennstoffen geht auf nur 36 Unternehmen zurück, zu denen diese Konzerne gehören. Sie wussten seit Jahrzehnten, dass sie damit die Erde erhitzen - und haben die Informationen zurückgehalten.
Dürren, Waldbrände und Extremtemperaturen: Was wir aktuell spüren und sehen, wurde auch von den großen Konzernen verursacht. Gleichzeitig geht es ihnen wirtschaftlich so gut wie fast noch nie. Wir müssen unsere Abhängigkeiten von diesen Unternehmen endlich brechen. Selten war das so klar wie diesen Sommer: mit perversen Übergewinnen und extremer Hitze.
#3 Besser geht doch
Es muss nicht immer alles schlechter werden für Menschen, die ohnehin schon wenig haben. Das zeigen aktuell etwa die Entwicklungen in New York City unter dem neuen Bürgermeister Zohran Mamdani. Dessen Stadtregierung hat beschlossen, Essenslieferant:innen zu unterstützen - und war damit in nur einem halben Jahr sehr erfolgreich.
Im Jänner wurden in New York zwei neue Gesetze wirksam. Die sollten dafür sorgen, dass die Trinkgeldvergabe in Apps von Restaurants und Lebensmittelgeschäften transparent sein muss. Der Hintergrund: 2023 wurden neue Mindestlöhne von 22,13$ pro Stunde für Lieferant:innen beschlossen. Daraufhin gestalteten es die größten Anbieter extra schwierig, den Fahrer:innen Trinkgeld zu geben. Was vorher direkt beim Bezahlen möglich war, musste man jetzt extra im Nachhinein machen. Das durchschnittliche Trinkgeld sank von 3,66$ auf 0,93$ in nur einer Woche. Dafür mussten Kund:innen aus New York City den Unternehmen zusätzliche Gebühren bezahlen. Fahrer:innen wurden also grundsätzlich besser entlohnt. Durch diese Änderungen entgingen ihnen seit der Einführung des Mindestlohns aber insgesamt rund 550 Millionen Dollar. Die Unternehmen haben die Fahrer:innen also dafür bestraft, dass die Stadt eine bessere Bezahlung für sie wollte.
“New York wird nicht zulassen, dass milliardenschwere Tech-Unternehmen ihre Gewinne auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung steigern”, sagte Mamdani. Tatsächlich haben die Gesetze den geschätzt 70.000 Essenslieferant:innen in der Stadt im Schnitt jeweils 2.287$ eingebracht dieses Jahr. Dabei will es die Stadt noch nicht belassen. Bei einer Pressekonferenz versprach Mamdani, dass die Stadt weiter gegen Tricks der Großkonzerne vorgehen wolle.
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Sebastian
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