
Guten Morgen!
Die Sonne scheint, das Auto regiert. Dein Morgenmoment kommt heute von Tom Schaffer.
#1 Möchtest du das teilen?
Den Sommer nutzen wir immer wieder, um lesenswerte Texte aus unserem Archiv zu holen, die viele unserer Leser:innen wahrscheinlich noch gar nicht kennen. Zum Beispiel unsere Recherche dazu, welche Kontrolle der Raiffeisenkonzern über die österreichische Versorgung mit Lebensmittel hat - und wie einige Landwirt:innen sich gegen das mächtige System auflehnen.
#2 Spin des Tages
Unsere Straßen sind für Kinder sehr gefährlich. 2025 verunglückten so viele (über 3500 Verletzte, 8 Tote) wie seit 2007 nicht mehr. Am häufigsten werden Kinder nach wie vor verletzt oder getötet, wenn sie im Auto mitfahren. Einen Teil des Anstiegs erklären auch E-Scooter. Mit ihnen passieren immer öfter Unfälle - auch weil die Fahrzeuge selbst häufiger werden.
564 Kinder wurden verletzt und zwei getötet, als sie zu Fuß unterwegs waren. Für den ÖAMTC ist dabei das "Gangbild" der Kinder das Problem. Sie machen kleinere Schritte und gehen unvorhersehbarer. Die Autofahrerlobby empfiehlt: Eltern sollen den Schulweg mit ihnen üben und genug Zeit dafür im Alltag einplanen. Das mag sinnvoll sein und helfen, blendet aber viele der größeren Gefahren aus und richtet den Blick auf seltsame Details.
Das Problem ist nicht, wie Kinder gehen, sondern wie wir unsere Straßen und den Verkehr gestalten. Für Kinder (und andere Fußgänger:innen und Radfahrer:innen) gibt es viel zu oft zu wenig Platz. Wege sind schlecht abgesichert, Tempolimits zu hoch. Auch dass in Österreich immer mehr und immer größere Autos unterwegs sind, erhöht die Gefahr. Fahrer:innen in großen Autos übersehen Kinder leichter. Wenn die Autos am Straßenrand parken, versperren sie um so mehr die Sicht für und auf Kinder.
Laut Statistik Austria werden über die Hälfte der Unfälle am Schulweg gar nicht von den Kindern verursacht, sondern von anderen Verkehrsteilnehmer:innen. Die Folge der Gefahren: 1995 wurde noch die Hälfte aller Schulwege zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt. Mittlerweile ist es laut VCÖ nur noch ein Drittel. Immer öfter bringen Eltern ihre Kinder mit dem Auto bis zur Schule. Das sorgt für mehr Verkehr und erhöht wiederum die Gefahr für alle anderen.
Kinder bewegen sich auch deshalb immer weniger. Das setzt sich fort, wenn sie erwachsen werden - und verursacht gesundheitliche Probleme und viele Folgekosten. Kinder und Jugendliche werden sich immer anders verhalten, als Erwachsene. Trotzdem haben sie das Recht in der Öffentlichkeit sicher zu sein. Dazu brauchen sie schlicht mehr Platz und einen veränderten Verkehr. Expert:innen fordern autofreie Zonen zumindest rund um Schulen. Straßen müssen baulich sicherer zu überqueren und Fuß- und Radwege besser abgetrennt werden. Weniger Abhängigkeit vom Auto, kleinere Fahrzeuge und niedrigere Tempolimits würden Städte und Dörfer sicherer machen - übrigens auch für Erwachsene.
#3 Besser geht doch
“Die Ära von Solarenergie zu jeder Zeit hat begonnen”, heißt es in einem Bericht des Energie-Thinktanks “Ember”. Weltweit seien 2026 bisher nämlich 50 Prozent mehr Batterien als bisher installiert worden - dadurch könne immer mehr erneuerbare Energie rund um die Uhr zugänglich gemacht werden. Das wiederum stärkt vor allem das Argument für Energie aus der Sonne. Batterien seien laut “Ember” nun billig und gut genug, um die Energiewende zu unterstützen. Die Rolle der Solarenergie dabei könne deshalb wichtiger werden, als bisher erhofft. 2026 hat Energie aus der Sonne bisher 10 Prozent der weltweiten Stromerzeugung beigetragen. Doppelt so viel wie noch vor drei Jahren.
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Wunderbaren Dienstag
Tom
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