
Guten Morgen!
Es ist der 1. April, aber es ist (leider) kein Scherz: Es hat bis 2026 gedauert, bis die Klitoris komplett gefunden wurde. Mehr dazu im neuen Morgenmoment, geschrieben von Sebastian Panny.
#1 Möchtest du das teilen?
Vor einigen Wochen hat eine Studie für Aufregung gesorgt, nach der die Männer der Gen Z besonders antifeministisch sein sollen. Allein: Die Studie gibt das so nicht her, analyisiert Natascha Strobl.
#2 Besser geht doch
Die Klitoris wird bis heute von vielen ignoriert - auch in der Medizin. Jetzt haben Forscher:innen aber zum ersten Mal alle Nervenbahnen des Organs kartografiert. Das ganze Paper samt Grafiken kannst du dir hier genauer ansehen.
Mit dem Penis ist das bereits 1998 passiert. Im selben Jahr wurde zum ersten Mal die grundsätzliche Anatomie der Klitoris veröffentlicht. Noch 1995 wurde sie in Lehrbüchern als “kleine Version des Penis” bezeichnet. Die neue Forschung hat praktische Anwendungen: Sie kann Ärzt:innen helfen, bei Operationen Nerven nicht zu verletzen. Verletzungen kommen bisher regelmäßig vor und führen unter anderem zu Schwierigkeiten bei Orgasmen. Auch für eine passende Rekonstruktion müssen Ärzt:innen genau wissen, wie die Nerven genau verlaufen. Rekonstruktionen der Klitoris passieren häufig bei Fällen von weiblicher Genitalverstümmelung.
Die Klitoris war lange Zeit auch in der Medizin tabuisiert. Sie ist eines der am wenigsten erforschten Organe des menschlichen Körpers. Nur 10 Prozent der Klitoris sind von außen sichtbar. Das ist wohl vielen immer noch nicht bewusst. Nun ist ein weiterer Schritt zu ihrer Sichtbarkeit getan.
#3 In was für einem Land leben wir eigentlich?
Würden alle Menschen der Welt so leben wie wir in Österreich, bräuchten wir vier Erden. Das geht sich rechnerisch nicht so ganz aus.
Am morgigen 2. April ist der “Earth Overshoot Day” in Österreich. Das ist der Tag, an dem wir so viele Ressourcen verbraucht haben, wie wir eigentlich für das ganze Jahr haben. Und das bereits nach vier Monaten.
Der Tag ist in den vergangenen 60 Jahren immer weiter nach vorne gerutscht. In den 1960ern kamen wir mit unseren Ressourcen noch fast über das ganze Jahr. Der Tag wird heuer zwar um vier Tage später stattfinden als 2025 - aber nicht, weil wir weniger verbrauchen würden. Sondern wegen einer Änderung bei der Berechnung.

Im EU-Vergleich steht Österreich nicht gut da. Im Schnitt kommen die EU-Länder bis zum 3. Mai mit ihren Ressourcen aus. Auch unsere Nachbarländer begehen ihren Überlastungstag nicht vor Anfang Mai, weltweit fällt er heuer auf den 24. Juli.
Die vergangenen Jahre haben uns immer wieder schmerzhaft gezeigt, wie wichtig es wäre, mit unseren Ressourcen sorgsamer umzugehen. Unsere Abhängigkeit von Öl und Gas heizt die Inflation auch jetzt wieder an. Genau hier müssten wir bei unserem Ressourcenverbrauch ansetzen: Tempo 100 statt 130 können wir schnell umsetzen, ohne das Budget zu belasten. Es braucht mehr Geld für thermische Sanierungen von Häusern und den Heizkesseltausch - genau hier wurden von der aktuellen Regierung Förderungen gekürzt. Und wir müssen den Ausbau erneuerbarer Energien stärker forcieren. Sonst werden wir nicht mehr lange mit unserer Erde auskommen.
#4 MOMENT Live
Auch unser Host Max Leschanz wird sich in unserer wöchentlichen Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) mit dem Earth Overshoot Day beschäftigen. Er schaut sich Alternativen an und beleuchtet die Standpunkte der Parlamentsparteien:
Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.
Einen schönen Mittwoch
Sebastian
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