Guten Morgen!

Eine Kurz-Meldung aus dem Politexil, Steuergeschenke für die Reichen und Ungleichheit im Arbeitskontext - heute machen wir wieder einmal einen wilden Ritt durch die Nachrichten. Mit dabei ist Sanna Hätönen.

#1 Möchtest du das teilen?

Sebastian Kurz macht, was Sebastian Kurz so macht, während die WKStA gegen ihn ermittelt: sich wichtig. Besonders klug ist es nicht, was er bei seinen öffentlichen Wortmeldungen so von sich gibt. Auch diesmal nicht, wo er sich über die Vorgänge in Frankreich äußert. Aber eine kluge Analyse ist ja auch nicht die Idee. Worum es ihm dabei wirklich geht? Natascha Strobl kommentiert.

#2 Besser geht noch

Die Regierung hat das von NEOS, ÖVP und Industriellenvereinigung propagierte “Zukunftsdepot” beschlossen. Eltern können jährlich bis zu 5.000 Euro bzw. 417 Euro monatlich in ein Bankdepot einzahlen. Das daraus gewonnene Geld können sich ihre Kinder mit dem 18. Geburtstag steuerfrei auszahlen lassen. Auf den ersten Blick wirkt die Idee verständlich: Eltern investieren Geld, dass die Kinder später nutzen können. Aber in Wahrheit ist das Zukunftsdepot ein Steuergeschenk für jene, die ohnehin bereits einen Startvorteil haben: reiche Familien. Denn um Geld anzusparen und zu investieren, muss man es nach Miete, Lebensmitteln, Schulkosten und Energiekosten erst einmal übrig haben.

Ein großer Teil der Familien kommt da aber gerade irgendwie über die Runden und bleibt außen vor. Das volle Steuergeschenk - laut Annahme über 24.000 Euro - können sich nur die 4 reichsten Prozent aller Familien abholen. Die ärmere Hälfte der Kinder hat gar nichts davon. Das Momentum Institut empfiehlt der Regierung deshalb eine Alternative: Ein Vorzugssparbuch nach französischem Vorbild würde gezielt Kleinsparer:innen einen Zinssatz garantieren und den Vermögensaufbau vor der Inflation schützen.

Leonhard Dobusch, wissenschaftlicher Leiter des Momentum-Instituts, hat das “Zukunftsdepot” und seine falschen Versprechen schon vor einigen Wochen unter die Lupe genommen. Das Video gibt’s hier nochmal zum Nachsehen.

#3 Zahl des Tages

Frauen sind seltener in Führungspositionen als Männer. In Österreich waren 2025 nur 37,2 Prozent der Topjobs mit Frauen besetzt. Das zeigen die Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat über die Geschäftsführung kleiner Unternehmen, die Geschäftsführung oder Bereichsleitung großer Unternehmen sowie leitende Positionen im Verwaltungsdienst.

Die guten Nachrichten: Das ist ein leichtes Plus zu früheren Erhebungen. 2015 waren 29,7 Prozent der Führungskräfte weiblich. Und Österreich liegt mit diesen Werten im Mittelfeld der europäischen Länder und leicht über dem EU-Durchschnitt (35,9 Prozent). Schlechter abgeschnitten haben unter anderem Deutschland und Dänemark. Dort liegt der Frauenanteil in der Chefetage nur knapp über 30 Prozent.

Von der Spitze ist Österreich aber auch weit weg. Angeführt wird die Liste von Schweden, wo 44,4 Prozent der Chef:innen weiblich sind. Ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis schafft noch immer kein Land.

Obwohl die Hälfte der Erwerbstätigen weiblich ist, sitzen Frauen seltener im Chefsessel als Männer. Dabei belegen Studien, dass Firmen mit Chefinnen positive Veränderungen durchmachen: Der Umsatz steigt, Mitarbeitende rücken stärker in den Fokus, die Produktivität steigt, und die Firmen tätigen erfolgreichere Investitionen.

#4 Eventtipp

ZÜNDSTOFF Live geht am 2. November in seine nächste Runde, diesmal dreht sich alles um das Thema “Hass im Netz”. Zu Gast in der Kulisse Wien sind Ingrid Brodnig und Christl Clear. Einige wenige Tickets gibt es noch, du findest sie hier.

Einen angenehmen Start in die zweite Wochenhälfte - bald haben wir’s geschafft!

Sanna

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