
Guten Morgen!
Rohölpreise, Benzinpreise, Gaspreise… alles steigt. Doch warum ist das so? Und kann es sein, dass eine vorausschauende Regierung selbst in Krisenzeiten für stabile Preise sorgen könnte? Dein Morgenmoment kommt heute wieder von mir, Simon Altorff.
#1 Möchtest du das teilen?
Die Öl- und Benzinpreise steigen seit dem Beginn des Iran-Kriegs rasant. Aber die Kosten werden nicht an der Tankstelle stehen bleiben, sondern durch die Wirtschaft rattern. Barbara Blaha kommentiert, warum Eingriffe in die Preise nötig sind.
#2 Der Reihe nach
Seit dem Iran-Krieg Anfang März 2026 steigen die Spritpreise erneut stark: Diesel wurde in einer Woche um 17 Cent teurer, Superbenzin um 12 Cent. Unsere Medien sind voll mit scheinbaren Rechtfertigungen dafür: der Angriff der USA und Israels auf den Iran, die Seeblockade der Straße von Hormus und in weiterer Folge die steigenden Rohölpreise seien Schuld.
Die Arbeiterkammer kann diese Risikoaufschläge aber nicht nachvollziehen. Der Treibstoff wurde nämlich noch eingekauft, bevor die Preise durch den Krieg stiegen.
In Wahrheit sind die gestiegenen Spritpreise bis jetzt Gewinnsteigerungen bei den Konzernen - und das Ergebnis einer chronisch vernachlässigten Preiskontrolle durch den Staat.
Seit Ende Jänner prüft die Preiskommission die Treibstoffpreise. Die Arbeiterkammer warnte bereits vor einem vorzeitigen Abbruch der Sonderuntersuchung - denn 2022 ist das bereits einmal passiert.
Wenn der Ölpreis steigt, folgen Tankstellen sofort. Sinkt er hingegen, werden die günstigeren Preise nur sehr langsam an Konsument:innen weitergegeben. Allein im Jahr 2025 sank der Rohölpreis am Weltmarkt laut Bundesregierung um über 30 Prozent – an Österreichs Zapfsäulen kam davon kaum etwas an. Seit 2022 hat sich der Rohölpreis etwa halbiert, Spritpreise sind aber nur um rund 30 Prozent gesunken. Die Differenz blieb als Gewinn in der Industrie.
Schon 2022 zeigte eine Prüfung der Bundeswettbewerbsbehörde, dass nur rund die Hälfte der Preisanstiege an Zapfsäulen durch höhere Rohölkosten erklärbar war.
#3 Spin des Tages
Die Pläne sind schon länger bekannt, nun wurden sie beschlossen: Bis 2040 sollen die Emissionen der EU-Staaten gegenüber 1990 um 90 Prozent sinken. Das klingt nach einem großen Vorhaben, doch im Detail steckt der Teufel.
Die Emissionsminderungen müssen nicht vollständig auf eigenem Boden passieren. Ab 2036 können EU-Staaten bis zu 5 Prozent ihrer Klimabilanz durch den Zukauf von Klimazertifikaten aus Nicht-EU-Ländern abdecken.
„Wir lassen andere die Emissionen für uns reduzieren. Das führt dazu, dass Verantwortung abgeschoben wird“, kritisierte Katharina Rogenhofer vom Kontext-Institut bereits vergangenes Jahr im Gespräch mit MOMENT.at.
Im Entwurf vom Sommer 2025 hieß es noch, dass nur bis zu 3 Prozent durch Auslandsprojekte angerechnet werden dürfen. Beschlossen wurden 5 Prozent. Die Verantwortungsabschiebung wurde also sogar noch ausgeweitet.
Konkrete Ziele für Industrie, Landwirtschaft und Verkehr fehlen weiterhin. Auch Österreich ist beim Klimaschutz hintennach: Seit 1.890 Tagen fehlt ein verbindliches Klimaschutzgesetz.
#4 Möchtest du das teilen?
Bist du in einer Beziehung und hast dich immer schonmal gefragt, wie die Haushalts-und Care-Arbeit bei euch verteilt ist? Findet es heraus mit unserem neuen (anonymen) Care-Rechner! (Heute sogar mit einem Link, der funktioniert!)
#5 Momente am Wochenende
In den kommenden Tagen stehen viele Demos rund um den feministischen Kampftag bevor. Hier noch einmal eine Übersicht, wenn du daran teilnehmen möchtest.

#6 Zündstoff

Neue lustige und scharfsinnige Podcasts braucht das Land. Oder überhaupt erstmal welche. Dachten wir uns und haben uns mit mit dem deutschen Podcaster und Autor Jean-Phillipe Kindler kurzgeschlossen. Herauskommen wird einiges an Zündstoff (so heißt er nämlich, der Podcast): Darin zerlegen wir in Zukunft politische Mythen, neoliberale Märchen und das ganz normale Elend des öffentlichen Diskurses.
Das ist noch nicht alles. Es sind auch Live-Aufnahmen geplant, von der die erste am 23.3. stattfinden wird. Gäste werden Verteilungsgerechtigkeits-Aktivistin Marlene Engelhorn und Finanzminister Markus Marterbauer sein. Tickets dazu gibt es hier zu kaufen.
Ihr könnt den Podcast hier schon einmal abonnieren. Er wird auf euren liebsten Podcast-Plattformen verfügbar sein. (Nicht wundern, wenn er noch anders heißt. Er wird technisch den alten MOMENT Daily Podcast ersetzen.)
Schönes Wochenende wünscht,
Simon
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