
Guten Morgen!
Die Big-Tech-Bros aus dem Silicon Valley könnten erstmals tiefer in die Tasche greifen müssen – aber nur einmal. Ansonsten machen sie weiter ihr Ding und versuchen, ihre Verantwortung abzuwälzen. Dein Morgenmoment kommt heute zum letzten Mal von Luca Niederdorfer.
#1 Möchtest du das teilen?
Die EU will digital unabhängig werden. Der Weg dorthin ist aber noch ein weiter, denn Europa hat es jahrelang versäumt, auf unabhängige europäische Entwickler:innenn zu setzen. Die neue Open-Source-Strategie könnte ein Anfang sein, um diese Versäumnisse auszugleichen. Was es damit auf sich hat, liest du in diesem Beitrag.
#2 Besser geht doch?
Die Einwohner:innen von Kalifornien werden im November über eine einmalige Vermögenssteuer für Milliardär:innen abstimmen, nachdem die Petition dafür mehr als doppelt so viele Stimmen wie nötig erhalten hat. Der Vorschlag ist, dass Milliardär:innen, die in Kalifornien wohnen, einmalig 5% ihres Vermögens abgeben müssen. Das Geld soll in Programme im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich fließen. Die Abstimmung folgt einer Initiative der Gewerkschaften im Gesundheitsbereich.
Tech-Milliardäre wie Mark Zuckerberg und Peter Thiel haben versucht, sich gegen die Abstimmung zu wehren. Sie drohen unter anderem damit, Kalifornien mit ihren Unternehmen zu verlassen und haben dabei auch Unterstützung vom kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom (Demokraten) erhalten. Die Entscheidung liegt nun aber bei den Kalifornier:innen. Tritt die Steuer in Kraft, könnte sie bis zu 100 Milliarden Dollar in 5 Jahren einbringen.
Es gibt aber auch kritische Stimmen, die sagen, dass der Plan zu kurzfristig und keine nachhaltige Alternative zu den Sozialkürzungen sei. In Österreich könnte allein eine Steuer auf die zehn größten Vermögen rund 5,5 Milliarden Euro pro Jahr bringen. Die Mehrheit der Österreicher:innen befürwortet Vermögenssteuern. EU-weit liegt Österreich bei vermögensbezogenen Steuern aber nur auf dem fünftletzten Platz.
#3 Schlechter geht doch.
Im Dezember 2025 hat Australien ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige eingeführt, das von großen Social-Media-Plattformen verlangt, Maßnahmen zur Alterskontrolle einzuführen. Viele andere Staaten wollen dem nacheifern. Doch eine erste Umfrage zeigt jetzt, dass das Gesetz kaum einen Effekt hat. Forscher:innen haben dafür das Nutzungsverhalten von Jugendlichen aufgezeichnet – einmal kurz vor Inkrafttreten des Gesetzes und einmal drei Monate später.
85% der Jugendlichen haben bei der zweiten Befragung angegeben, dass sie weiterhin soziale Medien nutzen. Sie können das größtenteils noch mit ihren eigenen Accounts, oder aber auch mit Fake-Accounts. Die Altersüberprüfungen konnten sie teilweise einfach dadurch umgehen, ein falsches Geburtsdatum einzugeben. Manche der Befragten mussten ein Selfie zur Altersüberprüfung hochladen, was Kritiker:innen aber bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes eine Verletzung der Privatsphäre genannt haben.
Die australische Regierung will jetzt zusätzlichen Druck auf die Plattformen aufbauen und die maximalen Strafen auf rund 60 Millionen Euro erhöhen Zusätzlich sollen Plattformen öffentlich machen, welche Maßnahmen sie für die Alterskontrollen umsetzen. Auch in Österreich soll ein Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige kommen. Kritiker:innen sehen darin aber eine überhastete Entscheidung und die Gefahr negativer Auswirkungen auf die Privatsphäre. Außerdem weisen sie darauf hin, dass Plattformen grundsätzlich zu wenig in die Verantwortung genommen werden und die Probleme auf Einzelpersonen abgewälzt werden.
Einen wundervollen Dienstag wünscht dir
Luca
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