Guten Morgen!

Sicher und selbstbestimmt leben - das wünschen sich Menschen mit Behinderung, Frauen und die Unis. Deinen Morgenmoment schickt dir heute Lisa Wohlgenannt.

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Sexualität bei Menschen mit Behinderung ist oft ein Tabu. Deshalb mangelt es auch an Zielgruppen-gerechten Aufklärungsangeboten, erklärt Sexualpädagogin Michaela Moser-Steigerswald im Gespräch.

#2 Der Reihe nach

Eine Milliarde Euro soll bei den Universitäten gespart werden: 15,5 Milliarden statt 16,5 Milliarden Euro Dreijahresbudget. Dabei bräuchte es 18 Milliarden, um die steigenden Kosten decken zu können, heißt es seitens der Universitäten.

Damit fehlen bis 2030 2,5 Milliarden Euro. Das würde fast 10.000 Vollzeitstellen kosten - "ein Fünftel unserer Kolleginnen und Kollegen", sagt Brigitte Hütter, Vorsitzende der Universitätenkonferenz.

Die Einsparungen hätten negative Auswirkungen auf den Wissenschafts- und Forschungsstandort, aber auch auf Österreich als Wirtschafts- und Innovationsstandort. Und auch die Gesundheitsversorgung würde darunter noch mehr leiden.

Die Medunis sind für vier Unikliniken zuständig und seien das "Rückgrat des österreichischen Gesundheitssystems", sagt Markus Müller, Rektor der Medizinischen Universität Wien. Auch ihr Budget würde gekürzt.

Wenn das Budget fehle, müsse man sogar über Studiengebühren nachdenken, warnt Hütter. Ansonsten müsste es wohl weniger Studienplätze geben. So oder so drohen stärkere Zugangsbeschränkungen und damit Benachteiligung vor allem für Kinder von Nicht-Akademiker:innen. Es sei "völlig inakzeptabel, dass junge Menschen und Studierende jetzt den Kopf hinhalten müssen, weil der Regierung der Mut fehlt, große Vermögen zu besteuern", sagt die Österreichische Hochschüler_innenschaft.

Die Zahlen seien noch nicht fix, heißt es aus dem Wissenschaftsministerium. Den Unis seien diese aber als vollendete Tatsachen vermittelt worden, sagt Hütter. Jedenfalls wehrt man sich gegen die drohende Kürzung. Aus Protest stiegen die Unis aus dem Hochschulstrategieprozess aus. Dort sollte eine Vision für Hochschulen bis 2040 entworfen werden. Außerdem rufen die Unis gemeinsam mit ÖH und Gewerkschaft zu Demos auf:

Wien: Mittwoch, 27.05, 13:00 Uhr, Uni Wien (Universitätsring 1)
Linz: Donnerstag, 28.05, 16:00 Uhr, Hauptplatz
Graz: Donnerstag, 28.05, 14:00 Uhr, Wilhelm Fischer Allee
Salzburg: Donnerstag, 28.05, 14:00 Uhr, Kapitelplatz
Innsbruck: Noch nicht bekannt

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

„Männer haben Angst, dass Frauen über sie lachen. Frauen haben Angst, dass Männer sie töten.“ Das sagte die kanadische Schriftstellerin und Dichterin Margaret Atwood.

In Niederösterreich wurde eine 27-Jährige ermordert. Der mutmaßliche Täter gab als Motiv “Kränkung” an, wie Medien berichten.

Außerdem wurde kürzlich in der Steiermark eine 59-jährige Frau mutmaßlich von ihrem Ehemann getötet. Das sind bereits der 12. und 13. Femizid in diesem Jahr, Stand 21. Mai.

Die Fälle belegen die Aussage von Margaret Atwood auf tragische Weise. Frauen sind im Patriarchat nie sicher vor Gewalt. Die Politik in Österreich hat bisher kaum auf Männergewalt und den um sich greifenden Frauenhass reagiert. Der Nationale Aktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt an Frauen und Mädchen soll ein Schritt in die richtige Richtung sein. Waffen werden darin aber nicht behandelt, kritisieren die Grünen.

Frauenminister:in Eva-Maria Holzleitner und Justizministerin Anna Sporrer (beide SPÖ) sagten in einem gemeinsamen Statement, dass man noch konsequenter handeln müsse. Seit der Reform des Waffengesetzes gebe es bereits ein vorläufiges Waffenverbot bei Gewalt im familiären Umfeld. Diese Regelungen müsse man weiterentwickeln. Gesetze alleine reichten aber nicht. “Der Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe”, betonen die Ministerinnen.

Wenn du Hilfe brauchst, kannst du dich an diese Kontaktstellen wenden:

Frauenhelpline: 0800 222 555
Gewaltschutzzentren Österreichs: 0800 700 217
Autonome Österreichische Frauenhäuser: 01 544 08 20
Rat auf Draht: 147
Männernotruf: 05 76 77
Männerinfo-Krisenhotline: 0800 400 777

Weitere Hilfsangebote findest du hier.

#4 Besser geht doch

Die UNO-Generalversammlung stimmt für strengeren Klimaschutz. Mit 141 zu 8 Stimmen wurde eine Resolution angenommen, die Staaten beim Klimaschutz stärker in die Verpflichtung nimmt.

Die Versammlung hat sich dabei auf ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) gestützt. Der kam im Juli 2025 zu der Erkenntnis, dass Länder rechtlich dazu verpflichtet sind, den Verbrauch fossiler Energie zu verringern und die Erderhitzung zu bekämpfen. Verstößt ein Staat dagegen, kann er verpflichtet werden, den geschädigten Staaten vollständigen Schadenersatz zu leisten.

Die Resolution wurde vom Inselstaat Vanuatu eingebracht. Der leidet bereits jetzt stark an den Auswirkungen der Klimakrise - er ist nämlich langsam am Verschwinden. Die USA hatten vor der Versammlung noch vergeblich versucht, Vanuatu vom Einbringen der Resolution abzuhalten. Die USA haben unter anderem dagegen gestimmt.

Die Resolution ist wie das Gutachten des IGH zwar nicht rechtlich bindend. Beide können aber in Klimaklagen weltweit als Argumentationsgrundlagen bei der Urteilssprechung herangezogen werden.

Ein ruhiges Wochenende wünscht dir

Lisa

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