Guten Morgen!

“Männer sind so verletzlich. Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich”, hat Herbert Grönemeyer einmal gesungen. In Ungarn hat ein Mann einen Mann ersetzt und in letzter Zeit müssen öfters Frauen Männer ersetzen. Was das heißt, erfährst du im heutigen Morgenmoment von Luca Niederdorfer.

#1 Möchtest du das teilen?

Ungarn hat gewählt – und Viktor Orbán abgewählt. Die Partei TISZA von Péter Magyar hat eine Zwei-Drittel-Mehrheit bekommen. Was das für uns alle heißt, analysiert Natscha Strobl in ihrer neuesten Kolumne.

#2 Hast du das gesehen?

Der Verein Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit (ZARA) hat seinen aktuellen Rassismus-Report veröffentlicht. Der Report zeigt, dass schon Kleinkinder Rassismus erfahren. Die fehlende Vielfalt in Kinderbüchern oder bei Spielzeug verstärkt das Gefühl “anders” zu sein. Kinder nehmen Unterschiede – etwa in Hautfarbe, Sprache oder Geschlecht – früh wahr und sprechen diese oft offen an. Pädagog:innen sind dabei oft nicht ausreichend sensibilisiert, um dem Rassismus, der durch mangelnde Sichtbarkeit nicht-weißer Personen entsteht, entgegenzuwirken. Kinder, die von Rassismus betroffen sind, leiden häufiger unter Angststörungen, depressiven Symptomen oder geringem Selbstwertgefühl.

Auch in Schulen, Universitäten und in der Erwachsenenbildung sieht ZARA nach wie vor große strukturelle Probleme mit Rassismus. Die weiße Perspektive gilt immer noch als Norm und bestimmt, wer lehrt und was gelehrt wird. ZARA fordert bereits seit Jahren einen Nationalen Aktionsplan (NAP) gegen Rassismus und Diskriminierung. Der Regierungsplan 2020-2024 hatte vorgesehen, einen solchen Plan umzusetzen. Trotz dieses Ziels und trotz der breiten Unterstützung von NGOs und Aktivist:innen ist das in Österreich bis heute nicht passiert.

#3 Spin des Tages

Mit der selben alten Leier versucht WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr in der Pressestunde wieder einmal, Vermögenssteuern schlecht zu reden. Auch wenn wir das alles schon oft gehört haben, haben wir für euch noch einmal reingeschaut und auf die Pausetaste gedrückt. Was es dazu zu sagen gibt, könnt ihr hier nachschauen:

#4 Besser geht doch?

Der Fußballklub Union Berlin hat Marie-Louise Eta zur neuen Cheftrainerin ernannt. Die 35-Jährige ist damit die erste Cheftrainerin in einer der Big-Five-Ligen in Europa. Eta wird im Sommer – wie schon zuvor geplant – das Profiteam der Frauen übernehmen. Für das Männerteam wird wohl wieder ein Mann nachfolgen. Inzwischen ein bekanntes Muster.

Egal ob die österreichische Bundesregierung, der ORF oder vor kurzem die Salzburger Festspiele: Wenn es Männer verhauen, müssen Frauen antreten, um das sinkende Schiff durch die Krise zu manövrieren. In den allermeisten Fällen übernehmen dann wieder Männer, sobald das Schiff wieder sicher und ruhig dahin schippert.

Die tatsächlichen Machtverhältnisse bleiben damit unangetastet.

Die Forschung beschreibt das als Glass-Klippen-Phänomen: Frauen bekommen Führungspositionen immer dann, wenn die Umstände am schwierigsten und unsichersten sind. Sie werden eingesetzt, um Ruhe in die Sache zu bringen und Glaubwürdigkeit wiederherzustellen. Danach dürfen wieder die Männer ran. Höchste Zeit, dass Frauen dauerhaft in allen Positionen sitzen, wo Dinge entschieden werden. Davon hätten wir alle etwas.

Einen angenehmen Dienstag!

Luca

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