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Man hats nicht leicht - außer man ist reich

Guten Morgen!
Frauen haben es im Internet oft nicht leicht, Lehrlinge in Österreich auch nicht - Reiche schon. Wie die Welt ein bisschen fairer werden kann, erfährst du in diesem Morgenmoment. Lisa Wohlgenannt schickt ihn dir heute.
#1 Möchtest du das teilen?
Hass im Netz wird schlimmer und Frauen sind besonders betroffen, beschreibt Ingrid Brodnig in ihrem neuen Buch “Feindbild Frau”. Beleidigungen oder Bedrohungen zielen bei Frauen darauf ab, ihre Intimsphäre zu verletzen: Sie erhalten häufiger Vergewaltigungsdrohungen und ihnen wird ausgerichtet, dass sie mal wieder richtig durchgefickt gehören. Warum Frauen besonders erniedrigt werden, welche Folgen das hat und was wir dagegen tun können, hat Ingrid Brodnig im Interview erklärt.
#2 Besser geht doch
Österreich braucht Geld - etwa für Bildung, Gesundheit, Klimaschutz, Soziales oder Pflege. Arbeit wird bereits hoch besteuert. Um das zu ändern, braucht unser Staat Geld aus anderen Quellen. Ausgerechnet große Vermögen sind in Österreich fast unangetastet.
Die Grünen schlagen deshalb eine Erbschaftssteuer vor - eine extrem vorsichtige. Die erste Million Euro von Erbschaften soll gar nicht besteuert werden. Bei einem Eigenheim sind sogar 1,5 Millionen Euro steuerfrei. Für Familienbetriebe und Bauernhöfe gäbe es große Ausnahmen, wie in Deutschland.
Reichen-Lobbys schüren trotzdem Panik: das wäre eine Massensteuer, die die Mitte gefährden würde. Die Fakten zeigen: Das stimmt nicht. 98 Prozent der Haushalte würden dabei genau 0 Euro zahlen. Nur die reichsten 2 Prozent der Haushalte würden etwas beitragen.
Sogar bei einer riesigen Geld-Erbschaft von 1,5 Millionen Euro würden nur 125.000 Euro Steuer anfallen (8 Prozent). Viel mehr, als wenn jemand für dasselbe Geld arbeiten würde (etwa 48 Prozent). Weil die reichsten Haushalte aber so enorm viel mehr Vermögen erben, würde es trotzdem mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr bringen.
Umfragen zeigen wieder und wieder: Die Mehrheit der Bevölkerung unterstützt Steuern für große Erbschaften. Im Parlament stimmten FPÖ, ÖVP, Neos dagegen - und auch die SPÖ. Sie ist zwar für eine Erbschaftssteuer, aber an das Koalitionsabkommen gebunden und dort ist das nicht vorgesehen. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) sprach sich für eine Erbschaftssteuer aus, “aber nicht in dieser Legislaturperiode”.
#3 MOMENT Live
Frustriert, überarbeitet, gemobbt und ausgenutzt. So fühlen sich Österreichs Lehrlinge, wie du in dieser Ausgabe unserer wöchentlichen Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) erfährst.
Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.
#4 In eigener Sache
In einem Projekt zum Thema Haus- und Care-Arbeit wollen wir genauer unter die Lupe nehmen, wie fair (oder auch nicht) die Aufgaben zwischen Frau und Mann verteilt sind.
Dafür sind wir auf der Suche nach einem heterosexuellen Paar, das bereit ist, das zu testen und sich dabei filmen zu lassen. In heterosexuellen Beziehungen ist Care-Arbeit nämlich häufig geschlechterspezifisch verteilt. Wenn Kinder im Haushalt leben, wäre das noch spannender. Mit Kindern entstehen nämlich zusätzliche Care und Organisationsaufgaben.
Wenn du dich angesprochen fühlst und ihr Lust habt, Teil des Projekts zu sein, schreibe uns an [email protected].
Einen feinen Donnerstag wünscht dir,
Lisa
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