Guten Morgen!

Wir spüren den Klimawandel gerade tagtäglich. Die Wissenschaft wüsste, was zu tun ist, doch Politik und Wirtschaft verbrennen wortwörtlich immer noch Geld und heizen die Erde weiter auf. Dein Morgenmoment kommt heute schwitzend von Luca Niederdorfer.

#1 Möchtest du das teilen?

Vor einem Jahr hat die Wissenschaft im zweiten Österreichischen Sachstandsbericht zum Klimawandel gezeigt, wie es um die Klimakrise steht. Was die Politik daraus gemacht hat, hat Ralf Waldhart im Interview Daniel Huppmann gefragt, der maßgeblich am Bericht beteiligt war.

#2 In was für einem Klima leben wir eigentlich?

Während die Menschen in Österreich unter einer Hitzewelle leiden, stecken heimische Konzerne immer noch viel Geld in fossile Energie. Über 5 Milliarden Dollar der weltweiten Investitionen in fossile Energie stammen aus Österreich, wie der neue Bericht "Investing in Climate Chaos" zeigt. 85% der österreichischen Investments kommen von Erste Bank, Raiffeisen Bank und der Wiener Städtischen.

Ihr Geld fließt in Konzerne, die den Ausbau von fossiler Energie ausweiten, neue Öl- oder Gasquellen erschließen und Infrastruktur wie Pipelines und Kraftwerke bauen. So heizen sie den Klimawandel weiter an, während weltweit immer öfter Hitzewellen auftreten. Österreich hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Die Anleihen der Erste Bank laufen bis 2051 oder sogar noch länger. Die Konzerne arbeiten so mit ihren Investments aktiv gegen die vereinbarten Klimaziele.

Doch sie arbeiten nicht nur gegen gesellschaftliche Interessen, sondern sogar gegen ihre eigenen: Der Klimawandel verursacht hohe Kosten, etwa durch Naturkatastrophen – Kosten, die Versicherungen abfedern müssen. Investitionen in klimaschädliche Sektoren rentieren sich schon lange nicht mehr. Die Auswirkungen dieser Investitionen spüren wir schon jetzt und sie werden noch lange schlimmer als jetzt.

#3 Spin des Tages

Das Verkehrsministerium stellt der Luftfahrtbranche in Österreich 30 Millionen Euro pro Jahr für „Krisenmaßnahmen“ zur Verfügung, um geopolitische Krisen auszugleichen. Die Luftfahrtbranche hat eine andere Idee, denn sie will mit dem Geld die Flugabgabe senken. Seit Monaten macht sie bereits Druck auf die Regierung, die Abgabe zu senken oder überhaupt abzuschaffen. Das wäre aber klimapolitisch und finanziell gesehen ein riesiger Rückschritt.

Die Flugabgabe wurde 2011 eingeführt und seitdem nicht an die Inflation angepasst. Damit sind dem Staat allein im vergangenen Jahr rund 90 Millionen Euro entgangen. 2017 hat die Regierung die Flugabgabe sogar gesenkt. Branchenvertreter:innen haben argumentiert, dass das Passagieraufkommen und damit auch die Steuereinnahmen sogar steigen würden. Tatsächlich sind die Steuereinnahmen 2017 und 2018 aber eingebrochen. Flughafen- und Fluglinienbetreiber zahlen also jetzt schon weniger Flugabgaben, als sie sollten.

Dazu kommen rund 900 Millionen Euro an klimaschädlichen Subventionen, wie die Mineralölsteuer-Befreiung von Kerosin und Mehrwertsteuer-Befreiung für internationale Flugtickets. Klimaschädliche Mobilität sollte angemessen besteuert, statt weiter subventioniert werden. Denn Klimaschutz ernst nehmen und Geschenke für die Luftfahrtbranche schließen sich aus.

#4 MOMENT Live

In unserem Live-Studio wird es auch heute noch einmal heiß hergehen. In der letzten Folge unserer wöchentlichen Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) vor der Sommerpause gibt es diesmal einen kleinen Rückblick auf die letzten Monate, aber auch einen Ausblick darauf, was uns wohl im Sommer und im Herbst beschäftigen wird.

Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.

Einen wohlhydrierten Mittwoch wünscht dir

Luca

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