Guten Morgen!

Wer reich ist, ist klar im Vorteil: Für den Hitzeschutz und die Einflussnahme auf die Politik müssen Reiche lediglich ein bisschen Kleingeld in die Hand nehmen. Darum geht es heute im Morgenmoment, diesmal von Sanna Hätönen.

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Im klimatisierten Büro oder auf der Baustelle: Die gleiche Temperatur belastet nicht alle gleich. Unser großes Datenprojekt - die Heat Inequality Map - macht sichtbar, wie Hitze und soziale Ungleichheit in Europa zusammenhängen, schreibt Lisa Duschek.

#2 Wer zahlt, schafft an

Am Dienstag finden in den USA die Midterms statt. Da werden das ganze Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt. Vertraut man den aktuellen Umfragen, könnten die Demokrat:innen in beiden Kammern eine Mehrheit gewinnen. Und das passt manchen so gar nicht.

Weil die Republikaner:innen des rechtsradikalen Präsidenten Donald Trump sich für lockerere Gesetze für KIs, Datenzentren und Social Media und gegen die Besteuerung von Reichen einsetzen, sind sie bei Milliardär:innen besonders beliebt. So auch bei Elon Musk. Der hatte nach seiner Finanzhilfe für die Wahl von Donald Trump angekündigt, künftig keine großen Spenden an die Politik mehr machen zu wollen. Doch seit dem Frühjahr 2025 hat er weitere 450 Mio. US-Dollar an Lobbyorganisationen der Trump-Partei gespendet. Das ist wohlgemerkt eine untere Schätzung. Laut New York Times hat er schon in der Vergangenheit zusätzlich verdeckte Spenden gemacht.

Das sind weit mehr Spenden, als die größten Großspender:innen der Demokrat:innen zusammen ausgeben. Politik wird zum Wettrüsten der Überreichen. Doch eine halbe Milliarde sind gerade einmal 0,05 Prozent von Musks Vermögen. Eine Wahl zu kaufen kostet ihn ungefähr so viel, wie einen typischen Mensch in Österreich ein Kinobesuch mit Popcorn. Musks spendet besonders viel für den Wahlkampf in Texas. Dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung. Musks Firmen (SpaceX, Tesla, X) waren lange Zeit in Kalifornien. Dort regieren die Demokrat:innen. Dank einer Initiative der Bevölkerung wird am Dienstag in Kalifornien sogar über eine Vermögenssteuer abgestimmt. Und weil Musk strengere Gesetze für KIs und Vermögenssteuern nicht passen, ist er mit deren Hauptquartieren schon vor einiger Zeit nach Texas umgezogen. Das bisher von Republikaner:innen regierte Texas hat ihm im Grunde den heiligen Gral angeboten: weniger staatliche Einschränkungen, keine Einkommenssteuer und keine Körperschaftssteuer. Ein Paradies für den US-Billionär.

Das will man sich als reichster Mensch der Welt doch nicht durch Wahlen gefährden lassen. Ob eine weitere Aushebelung der Demokratie gelingt, wird sich heute zeigen.

#3 Noch ist nicht alles verloren

Österreich hat in den vergangenen 20 Jahren fast ein Drittel der Gletscher verloren. In Slowenien ist der letzte Gletscher vor kurzem verschwunden. Und auch in Grönland und der Antarktis - den größten Gletschergebieten der Welt - schmilzt das Eis in Rekordtempo. Das sind ziemlich schlechte Neuigkeiten.

Das Problem: Derzeit steuert die Erde auf eine Erwärmung von 2,8 Grad Celsius zu. Sollte sich die Klimapolitik in den kommenden Jahren nicht ändern, würden zum Beispiel das Eis aller norwegischen Fjorde bis 2100 verschwinden. Gleichzeitig käme es zum Anstieg des Meeresspiegels und zu Wasserknappheit. Die Permafrostböden würden auftauen, wodurch Erdrutsche öfter vorkommen. Die Richtung ist also schlecht, aber es muss nicht so kommen: Noch besteht die Möglichkeit, die Eisschmelze zu verlangsamen. Das geht jedoch nur, wenn die Erderwärmung nicht dauerhaft die 1,5-Grad-Marke knackt. Das zeigt eine neue Studie aus Schweden.

Wenn die Erwärmung langfristig auf 1,5 Grad Celsius stehen bleibt, könnte das den Verlust von Gletschern und Meereis verlangsamen. Unter bestimmten Bedingungen könnten sie sich manche sogar teilweise erholen. Dazu sind mittlerweile sehr schnelle Änderungen nötig. Der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen muss jährlich um fünf Prozent sinken und Mitte des Jahrhunderts netto null sein. Die Politik müsste also den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas stark beschleunigen und gleichzeitig den Ausbau erneuerbarer Energien kräftig vorantreiben.

Einen hoffentlich nicht ganz so grauen Dienstag!

Sanna

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