Guten Morgen!

Müssen wir in Zukunft auch noch fürs Sterben zahlen? Das will uns zumindest die Industriellenvereinigung weismachen. Da sollten die Alarmglocken schrillen. Mehr im heutigen Morgenmoment, der kommt von Luca Niederdorfer und Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Wie viel Geld eine Person verdient, bestimmt ihren gesellschaftlichen Wert. Dabei sind es oft die wichtigen Berufe, auf die wir dann herabblicken. In der dritten Folge unseres Podcasts „Zündstoff“ fragen unsere Hosts, woran das liegt und was hinter der Leistungslüge steckt:

#2 Spin des Tages

Die Grünen haben eine Petition für sie gestartet. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hat auch im Moment-Podcast „Zündstoff” bekräftigt, dass er sie gerne einführen würde: Die Erbschaftssteuer ist wieder präsent. Und konservative Politiker:innen und Medien sind darüber so gar nicht glücklich.

Also machen sie lautstark Stimmung gegen die Erbschaftssteuer. Und verwenden dabei einen Trick: Die Industriellenvereinigung etwa bezeichnet die Erbschaftssteuer als „TODESSTEUER“ und lässt sogar einen Bus mit diesem Slogan herumfahren.

Todessteuer: Das klingt extrem und gefährlich. Als würde die Steuer dich persönlich umbringen. Plötzlich geht es nicht mehr um leistungsloses Erben, sondern um die Steuer am Totenbett. Der Begriff „Todessteuer” soll uns vermitteln, dass sogar Erinnerungen an geliebte Menschen besteuert werden. Nicht einmal sterben ist noch gratis. Das ist natürlich Blödsinn.

Wir wollen die Mythen um die Erbschaftssteuer nicht zum x-ten Mal widerlegen. Nur so viel: In Wahrheit wäre nur eine handvoll Menschen davon betroffen. Im Gegenteil: Alle würden davon profitieren, wenn die Politik nicht weiter bei Sozialstaat und Leistungen kürzt.

Medien greifen das Framing trotzdem auf. So fragt etwa der Kurier, ob wir „Angst vor der Todessteuer” haben. In der Krone ist Marterbauer der „Grabräuber der Nation”. Gut zu wissen: Viele österreichische Medien gehören sehr wohlhabenden Organisationen und Familien. Im Gegensatz zur Gesamtbevölkerung wären die von einer Erbschaftssteuer tatsächlich betroffen.

Das Framing „Todessteuer” beeinflusst Menschen. Es ist ein Beispiel dafür, wie eine kleine Gruppe ihre Privilegien verteidigen möchte. Lassen wir uns davon nicht abschrecken.

#3 Dein KI-Moment

Die Auswirkungen von KI auf die Arbeitslosigkeit in den USA erreichen inzwischen messbare Ausmaße. Rund 16.000 Jobs gibt es monatlich weniger. Aber es ist nicht die KI selbst, die Jobs verschwinden lässt. Es sind CEOs, die mit KI ihre Profite steigern wollen und dabei realen Menschen ihre Jobs kosten.

Der US-amerikanische Tech-Gigant Oracle hat letzten Monat 30.000 Mitarbeiter:innen gekündigt. Gleichzeitig hat er die Investitionen in KI-Infrastruktur um mehrere Milliarden erhöht. Und eine neue Finanzchefin in einem 30-Millionen-Dollar-Deal eingestellt. Oracle ist damit nur der nächste in einer Reihe von ähnlichen Fällen. Andere Tech-Unternehmen wie Meta, Microsoft und Amazon haben ebenfalls tausende Mitarbeiter:innen gekündigt.

Das Rezept ist dabei überall das Gleiche: Mitarbeiter:innen rausschmeißen, das eingesparte Geld in KI-Infrastruktur investieren und damit auf höhere Gewinne spekulieren. Das hat Auswirkungen auf die Leben realer Menschen. Wer durch Technologie seine Arbeit verliert, steht sowohl kurz- als auch langfristig vor besonders großen finanziellen Hürden: Schlechtere Jobaussichten, niedrigere Löhne, Probleme mit Lebenshaltungskosten.

Währenddessen blasen die Tech-Firmen den KI-Sektor weiter auf. Die Auswirkungen dieses Investment-Booms sind derzeit schwer abschätzbar. Was aber klar ist: viele Menschen spüren die negativen Konsequenzen bereits. CEOs haben versprochen, dass KI die Arbeit revolutionieren wird. Aber statt auf weniger Arbeit für die Vielen scheint es wieder einmal auf mehr Geld für einige Wenige hinauszulaufen.

#4 MOMENT Live

In unserer wöchentlichen Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) ging es gestern um den Weltgesundheitstag und die Frage, was dein Wohnort eigentlich über deine Lebenserwartung aussagt:

Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.

#5 Wir zücken den Veranstaltungskalender

Unsere Fast-Fashion-Doku hat schon Premiere im Kino gefeiert – jetzt wird sie nochmal gezeigt, und auch dieses Mal ist der Eintritt kostenlos! In Kooperation mit der Fashion Revolution Week und Südwind zeigen wir die Doku am 21. April um 18 Uhr im Admiral Kino. Die kostenlosen Tickets kannst du dir bereits jetzt hier sichern.

Mehr zu der Doku erfährst du hier:

Einen schönen Donnerstag

Luca und Sebastian

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