
Guten Morgen!
Eine österreichische Vorzeigepolitik kommt immer mehr unter Druck, dabei haben wir eh nicht gerade zu viel davon auf der Welt. Dein Morgenmoment kommt heute von Tom Schaffer.
#1 Möchtest du das teilen?
In Wien und Innsbruck wurden Vorschläge aufgeregt diskutiert, in anderen Teilen Österreichs ist es schon passiert: die Privatisierung von Gemeindebauten. Der Verkauf öffentlicher Wohnungen ist zwar unpopulär und bedroht ein wichtiges Aushängeschild der österreichischen Gesellschaftspolitik, trotzdem rollte eine Welle über das Land. Wir haben uns in Österreich umgeschaut und gehen der Frage nach, was dahinter steckt.
#2 Ignoriert
2,8 Grad Erderhitzung. Auf dieses Horrorszenario rollen wir mit der gegenwärtigen Wirtschaftsweise und Politik bis zum Ende des Jahrhunderts zu. Das zeigt der neue Bericht der Welt-Umweltorganisation der UNO über die “Ausstoß-Lücke” (“Emission Gap”). Die beschreibt den Unterschied zwischen dem, was wir Menschen tun müssten, um eine Klimakatastrophe zu verhindern, und dem, was wir wirklich tun.
Die Obergrenze, um weitreichende katastrophale Entwicklungen rund um den Planeten zu verhindern, ist eine dauerhafte Erderhitzung von 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum Level, bevor die Menschheit massenhaft Treibhausgase in die Luft geblasen hat. Wir sind deutlich früher als einst befürchtet heute bereits dabei, diese Grenze zu überschreiten. Es gar nicht zu tun, ist bereits unmöglich geworden. Die Extremwetterereignisse der vergangenen Monate und düsteren Prognosen für die kommenden Monate sind ein kurzfristiger Effekt davon. Aber der vergangene Sommer wird bei weitem nicht der härteste unseres Lebens bleiben. Denn jedes Zehntelgrad mehr Temperatur hat schlimmere Auswirkungen und bringt mehr Risiko.
Denn: Mit guter Politik und technischen Lösungen besteht immer noch die Hoffnung, dass wir einen kleinen Teil der Erderhitzung langfristig rückgängig machen können. Wenn die Welt bis Mitte des Jahrhunderts 1,7 bis 1,8 Grad überschreitet, können wir vermutlich bis 2100 wieder auf 1,5 Grad kommen.
So ein “Überschießen” kann funktionieren, solange wir keine Kipppunkte überschreiten. Das sind Ereignisse, bei denen sich der CO₂-Ausstoß verselbstständigt, die das ganze weltweite Klimasystem unkontrolliert entgleisen lassen. Aber fast alle dieser Kipppunkte erreichen zwischen 1,5 und 2 Grad kritische Schwellen.

Deshalb fällt dieser Pfad - auf 1,8 Grad mehr und zurück - mittlerweile schon unter das “niedrigstmögliche Szenario”. In den nächsten vier Jahren muss die Menschheit dafür 18 Prozent weniger Treibhausgase als noch 2025 ausstoßen. Bis 2035 muss sich der Ausstoß fast halbieren.
Das wäre eine radikale Kehrtwende. Nicht einmal alle bisherigen Versprechen der Staaten der Welt genügen dafür, schon gar nicht die wirklich umgesetzten Maßnahmen. Der Anstieg des menschlichen Treibhausgas-Ausstoßes hat sich zwar in den vergangenen Jahrzehnten merkbar verlangsamt, in den vergangenen zehn Jahren stieg er aber immer noch um 0,8 Prozent pro Jahr.
#3 Ignorierter
Die Artenvielfalt geht zurück. Immer mehr Ökosysteme stehen vor dem Kollaps. Verantwortlich dafür ist der Mensch. Der will bei der UN-Konferenz zur Biodiversität in Armenien von 19. bis 30. Oktober wieder einmal Lösungen finden. Umweltorganisationen kritisieren, dass die Länder die Probleme zwar sehen, aber zu langsam dagegen vorgehen.
Bei der Konferenz besprechen Vertreter:innen der Staaten den Schutz von Ökosystemen und der Artenvielfalt. Oder kurz gesagt: Den Schutz jener Grundlagen, die das Überleben der Menschheit sichern. Wer dieses Überleben auch sichert? Pflanzenbestäuber! Drei Viertel der wichtigsten Nahrungspflanzen sind zumindest zum Teil auf sie angewiesen, viele Wildpflanzen ebenso. Einer der wichtigsten Bestäuber ist mittlerweile stark bedroht, wie eine neue Studie zeigt.
Im vergangenen Jahrhundert sind die Populationen von Wildbienen in ganz Europa stark gesunken. Denn diese Bienen sind auf wenige Pflanzen spezialisiert, und die verschwinden nach und nach. Außerdem haben die Wildbienen mit der Konkurrenz durch Honigbienen zu kämpfen. Das gilt noch nicht für alle Bienenarten in Europa. In den Alpen gab es sogar einen leichten Anstieg der Populationen. Doch insgesamt sehen Forscher:innen deutliche Warnzeichen für einen weiteren Rückgang.
Die Forschenden sagen aber auch deutlich: Es gibt noch Möglichkeiten, das Verschwinden der Wildbienen zu stoppen. Die Maßnahmen dafür müssen die Staaten jetzt in Armenien beschließen. Genau dafür ist die Konferenz da - sonst hat es sich bald ausgesummt.
#4 MOMENT Live
In MOMENT Live hat Host Max Leschanz sich angeschaut, wer gerade ohne zusätzlich Leistung noch mehr Geld scheffelt, während die meisten von uns unter den hohen Preisen stöhnen.
Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.
Bis morgen
Tom
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