
Guten Morgen!
Sexualisierte Gewalt verbreitet sich wie ein Virus über das Internet und kurz vor dem Transgender Day of Visibility beschließt das olympische Komitee, trans* Frauen ab 2028 auszuschließen. Hab ich was vergessen?
Dein Morgenmoment kommt heute ein letztes Mal von mir - Simon Altorff. Ich übergebe das Zepter an den nächsten Prakti.
#1 Möchtest du das teilen?
Krieg, Energiekrise, Teuerung, Machtmissbrauch und Gewalt gegen Frauen. Die Medien sind voll mit Krisen. Nur über eine Krise reden wir nicht mehr. Dabei ist es dringender denn je, denn ihre Lösung würde uns auch im Kampf gegen andere Krisen helfen, kommentiert Lisa Wohlgenannt.
#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Es braucht nur wenige Klicks: KI-Tools, Chatbots oder sogenannte Nudifier-Apps können Menschen ohne ihre Zustimmung entkleiden und sexualisieren.
Aktuell sorgt der Fall von Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes für eine breite Debatte: Von ihr kursieren seit Jahren sexualisierte Deepfakes und Fakeprofile im Internet. Ihr Fall hat in Deutschland und Österreich eine breite Debatte ausgelöst.
Das EU-Parlament hat nun ein Verbot solcher Tools beschlossen. Laut der Datenschutz-NGO epicenter.works gibt es in Österreich bereits Möglichkeiten, sich zu wehren.
Doch sie greifen oft zu langsam oder sind für Betroffene nur schwer durchzusetzen.
Der wichtigste Schritt: Beweise sichern und den Inhalt so schnell wie möglich bei Plattformen melden. Zur Beweissicherung zählen Screenshots, URLs und Zeitstempel.
Mit dem Tool „Netzbeweis“ können Beweise gesichert werden.
Laut dem Digital Service Act (DSA) sind Plattformen verpflichtet, rechtswidrige Inhalte nach Meldung zu entfernen. Hilfreich dabei sind „Trusted Flagger“:
Das sind zertifizierte Stellen. Plattformen müssen ihre Meldungen bevorzugt und schneller bearbeiten. Zu den Trusted Flagger in Österreich gehören unter anderem:
Rat auf Draht, die Arbeiterkammer Wien, die Internetombudsstelle des ÖIAT oder der Verein ZARA – Zivilcourage und Antirassismusarbeit.
Weigern sich Plattformen, Inhalte zu löschen, dann helfen Trusted Flagger auch bei weiteren Schritten. Um das Problem bei der Wurzel zu packen, braucht es schärfere Regeln und Richtlinien für Online-Plattformen und Strafen für Täter:innen.
#3 Happy Transgender Day of Visibility!
Heute ist der internationale Tag für Trans*sichtbarkeit. Seit 2009 gibt es den Transgender Day of Visibility. Der Tag feiert Errungenschaften von trans* Menschen und weist auf anhaltende Diskriminierung hin. Weltweit kämpfen trans* Personen für ihr Recht, sie selbst zu sein. Gleichzeitig sind sie weiterhin von Gewalt und Hassverbrechen betroffen und erleben täglich Diskriminierung.
Trans* Personen verdienen Anerkennung als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft. Dafür braucht es mehr Aufklärung in Schulen, Medien, Unternehmen und Behörden. Trans* Menschen sind weder psychisch krank, noch ist ihre Identität eine Störung. Was trans* Menschen krank macht, sind Transphobie, Diskriminierung und Ablehnung. Hass hinterlässt Spuren und Betroffene leiden darunter schwer.
Anstatt über Wege zu sprechen, wie wir trans* Menschen gerecht und gleichwertig in unsere Gesellschaft integrieren können, werden neue Maßnahmen der Ausgrenzung beschlossen:
Erst diese Woche, hat das olympische Komitee entschieden, trans* Frauen die Teilnahme bei Frauen-Wettkämpfen ab 2028 zu verbieten.
Auch Harry Potter Autorin J.K. Rowling, die aktuell aufgrund der neuen Harry Potter Serie wieder stark im medialen Fokus steht, nutzt ihren Erfolg, um trans* feindliche Agenden zu pushen. In der Vergangenheit hat sie immer wieder ihr Vermögen dafür eingesetzt, trans* feindliche Aktivist:innen und Organisationen finanziell zu unterstützen.
Den heutigen Tag können wir dafür nutzen, um über eine gerechtere Welt für Menschen aller Geschlechtsidentitäten nachzudenken und uns mit trans* Menschen solidarisch zu zeigen.
Schön war’s und vielleicht ja bis bald,
Simon
PS: Versehentlich haben wir bereits am Sonntag den Newsletter verschickt, den du am Montag hättest kriegen sollen. Wir entschuldigen uns, falls du am Montag vergeblich auf deinen Morgenmoment gewartet hast. Diese Woche sollte er wieder wie gewohnt von Montag bis Freitag eintrudeln.
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