
Guten Morgen!
Wer hätte gedacht, dass die Suche nach Wasser und nach dem passenden Verhütungsmittel eine echte Herausforderung sind? Wir nicht! Nasim Neghabat und Lisa Wohlgenannt schicken dir heute den Morgenmoment.
#1 Möchtest du das teilen?
Zita F. hatte nach 15 Jahren genug von der Pille, sie wollte sich eine Spirale einsetzen lassen. Aber der Wechsel des Verhütungsmittels wurde zu einer kleinen Odyssee. Ihr Fall zeigt beispielhaft einige der Probleme auf, mit denen Frauen in Österreich bei der Suche nach der passenden Verhütung konfrontiert sind.
#2 Zahlen des Tages
Soziale Ungleichheit beeinflusst junge Menschen stark: Unter den wohlhabenden jungen Menschen blicken 82 % optimistisch in die Zukunft. Beim unteren Drittel sind es nur 38 %. Das zeigt der Jugendmonitor der Arbeiterkammer.
Die hohen Lebenshaltungskosten beeinflussen den Alltag aller junger Menschen negativ. Aber wie stark, hängt von ihrer finanziellen Ausgangslage ab.*
57 % aller Befragten haben aus Geldgründen ihre Freizeitaktivitäten eingeschränkt, 52 % haben finanzielle Rücklagen aufgebraucht oder sich verschuldet. Rund jede fünfte Person konnte eine Aus- oder Weiterbildung nicht beginnen oder fortsetzen.
Die soziale Ungleichheit hat sich zuletzt teilweise noch verschärft. In der oberen und mittleren Einkommensgruppe* ging im Vergleich zu 2024 der Anteil der Menschen zurück, die auf Ausbildungen verzichten mussten. Im untersten Einkommensdrittel stieg sie von 36 % auf 44 %. Die Bereiche Energie, Freizeit und Lebensmittel sind in der wohlhabenderen Gruppe für weniger Menschen ein Problem als noch 2024. Bei den anderen Gruppen ist der Anteil gleich hoch geblieben.
Insgesamt sind drei Viertel der jungen Menschen zufrieden mit ihrem Leben. Unter den Wohlhabendsten sind es fast neun von zehn – unter den ärmsten nur knapp die Hälfte. Junge Menschen mit wenig Geld berichten auch viermal häufiger von Traurigkeit, Verzweiflung und Ängsten als finanziell besser abgesicherte Gleichaltrige.
Die Arbeiterkammer Wien fordert deswegen:
- hochwertige Bildung und ausreichend Ausbildungsplätze
- leistbares Wohnen und Maßnahmen gegen die Teuerung
- Mehr Mitbestimmung
* Befragt wurden 1.500 jungen Menschen zwischen 16 und 29. Die Studienautor:innen teilen die Befragten in drei Gruppen ein: die reichsten 30 %, die mittleren 40 % und die ärmsten 30 %.
#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?
In der ersten Jahreshälfte gab es in Österreich um 27 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Im Osten Österreichs waren es sogar um 50 Prozent weniger. Zusammen mit der extremen Hitze im Juni führt der fehlende Regen zu einer Rekord-Trockenheit – und zu Problemen in vielen Lebensbereichen:
Der Grundwasserspiegel sinkt: Derzeit verdunstet in Österreich mehr Wasser, als durch Niederschlag nachkommt. Die Böden trocknen aus, es entsteht kein neues Grundwasser.
Weniger Obst, weniger Getreide: 93 Prozent der heimischen Landwirt:innen erwarten Ernteverluste durch die Trockenheit. Im Durchschnitt rechnen die Betriebe mit einer um 20 Prozent geringeren Ernte. Besonders betroffen sind der Raps-, Weizen- und Obstanbau.
Weniger Futter für Tiere: Auch bei landwirtschaftlich angebautem Futter für Weidetiere rechnen Landwirte mit Ernteausfällen. Zugleich wächst auf Wiesen und Almen kaum noch Gras nach. Bäuer:innen denken darüber nach, ihre Wintervorräte frühzeitig zu verfüttern oder ihre Tiere sogar notzuverkaufen.
Weniger Strom aus Wasserkraft: Der Wasserspiegel der Flüsse ist auf einem sehr niedrigen Stand. Deswegen kann Österreichs größter Stromerzeuger, die Verbund AG, derzeit nach eigenen Angaben um rund 30 Prozent weniger Strom aus Wasserkraft erzeugen als im langjährigen Durchschnitt.
Gefährlichere Insekten: Die gute Nachricht: Hitze und Trockenheit sind schlechte Bedingungen für die heimische Hausgelse. Die schlechte: Die Asiatische Tigermücke und die Buschmücke lieben die Hitze und breiten sich heuer stärker aus. Anders als heimische Gelsen können sie Krankheiten übertragen. Auch Bremsen halten die Hitze gut aus. Nur leider werden sie dadurch aggressiver.
Wasser-Sparmaßnahmen werden nötig: Städte und Gemeinden müssen Wasser sparen. In Wien werden derzeit Grünflächen nur noch eingeschränkt bewässert, die Straßen werden ohne Wasser gereinigt. In München dürfen Kleingärten nur noch zwischen 19 und 9 Uhr gegossen werden, private Pools dürfen nicht mehr befüllt und Rasen nicht mehr bewässert werden.
Einen schönen Donnerstag wünschen dir
Nasim und Lisa
Unterstütze MOMENT.at
MOMENT.at arbeitet unabhängig von Parteien, Banken und Konzernen. Damit das möglich ist, brauchen wir die Hilfe möglichst vieler Menschen. Alle Möglichkeiten, uns zu unterstützen, findest du hier. Jeder Euro macht einen Unterschied. Danke!


