
Guten Morgen!
Über die Welt und Netzwerke der Überreichen, die Doppelmoral der ÖVP und mehr erfährst du in diesem Morgenmoment - heute von Lisa Duschek
#1 Möchtest du das teilen?
Der Sommer bietet eine Chance, nochmal das Beste aus unserem Archiv zu holen: Zum Beispiel über die bizarre Parallelwelt der Überreichen. Deren Netzwerke und Machenschaften hat Sozioökonom Stephan Pühringer erforscht und in diesem Interview erklärt.
#2 Hast du das gesehen?
Österreichs Regierungsparteien verhandelten gestern über neue Dürrehilfen für Bauern. Die Klimakrise sorgt nämlich auch heuer für enorme Schäden. Gleichzeitig hat die ÖVP in den vergangenen Jahren immer wieder konkrete Klima- und Umweltmaßnahmen gebremst oder Ausnahmen für die Landwirtschaft durchgesetzt. So stellte sie sich 2024 gegen das EU-Renaturierungsgesetz, das Ökosysteme widerstandsfähiger gegen Dürre, Hochwasser und Bodenerosion machen sollte.
Auch ein neues Klimaschutzgesetz mit klaren und verbindlichen Zielen ist wegen ihrer Blockade seit Jahren nicht zustande gekommen. Beim Agrardiesel wurden Bauern zudem von Teilen der CO₂-Bepreisung entbunden. 2024 stellte die Regierung dafür 209 Millionen Euro bereit. Das zeigt einen politischen Widerspruch: Einerseits fordert die ÖVP Hilfen für Schäden, die durch die Klimakrise verschärft werden, andererseits hat sie die Ursachen immer wieder mitbefeuert - indem sie Gegenmaßnahmen immer wieder abgeschwächt oder bekämpft. hat Die Landwirtschaft ist stark von der Klimakrise betroffen und auch das Momentum Institut empfiehlt, kleine Betriebe zu unterstützen, aber die Agrarpolitik entscheidet auch mit darüber, wie stark Österreich dagegen vorgeht und hilft, den weiteren Klimawandel zu verhindern.
#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?
Niederösterreich wird immer stärker zum Standort für große Rechenzentren. In Leopoldsdorf ist bereits ein Datacenter von CloudHQ mit einer geplanten Anschlussleistung von mehr als 200 Megawatt vorgesehen, nun soll nur wenige hundert Meter entfernt ein zweites entstehen. Allein in Niederösterreich gab es zuletzt rund 100 Anfragen für Rechenzentren mit einem theoretischen Leistungsbedarf von insgesamt etwa 3.400 Megawatt. Das ist ungefähr doppelt so viel wie der Stromverbrauch des Bundeslandes.
Zwar gelten inzwischen eigene Regeln zu Stromversorgung, Abwärme und regionalen Auswirkungen, gleichzeitig will das Land den Ausbau ausdrücklich fördern. In der Region regt sich bereits Widerstand, unter anderem wegen möglicher Lärmbelastung und der entstehenden Abwärme. Die entscheidende Frage ist deshalb längst nicht mehr nur, ob und wo das nächste Rechenzentrum gebaut wird. Sondern auch, wie viele solcher Anlagen Österreich tatsächlich braucht und verkraftet und wer für ihren enormen Ressourcenhunger, Energiebedarf und den Ausbau der Infrastruktur aufkommt.
Einen guten Wochenausklang wünscht dir
Lisa
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