
Guten Morgen!
Die “Presse” sieht im Kapitalismus den Heilsbringer. Und feiert dabei einen der gefährlichsten Menschen unserer Zeit ab. Einen klärenden Blick gibts im Morgenmoment, geschrieben von Sebastian Panny.
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(Fast) ganz Europa driftet nach rechts. Während progressive Menschen sich fragen, wie das passieren konnte, radikalisieren sich gleichzeitig auch noch konservative Parteien. In der neuen Live-Ausgabe von ZÜNDSTOFF suchen wir nach Gründen und Auswegen:
#2 Spin des Tages
Elon Musk stachelt rechtsextreme Gewaltexzesse in Nordirland an. Elon Musk ist rechtsextrem und gefährlich. Elon Musks Behörde “DOGE” ist für den Tod von mehr als einer Million Menschen verantwortlich.
All das sind Headlines, die Medien über Elon Musk schreiben sollten. Was macht “Die Presse”? Sie feiert den reichsten Mann der Welt und seinen Hyperkapitalismus mit gleich zwei Artikeln ab. Durch den Börsengang von Musks Firma SpaceX seien “einfache” Menschen dank Aktienbeteiligungen zu Millionär:innen geworden, schreibt sie. Der Börsengang sei überhaupt der Beweis, dass Kapitalismus funktioniere. In einem anderen Artikel wird behauptet, dass die Erfüllung des “American Dream” dadurch jetzt endlich wieder möglich sei.
Zurück in der wirklichen Welt geht in den USA die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Musk hat zusätzlich dafür gesorgt, dass Unterstützungsleistungen für arme Menschen gestrichen werden. Seine Behörde “DOGE” hat rund 270.000 Menschen ihre staatlichen Jobs gekostet. DOGE hat außerdem die Entwicklungsbehörde USAID zerschlagen. Das hat jetzt schon zum vermeidbaren Tod von über einer Million Menschen geführt. Musks Unternehmen SpaceX konnte nur dank staatlicher Aufträge überleben und groß werden. Dass die Presse den Börsengang als Gewinn des Kapitalismus feiert, ist im besten Fall naiv.
Wir brauchen nicht mehr Millionär:innen. Von extremistischen Billionären gar nicht erst zu sprechen. Wir brauchen eine gerechtere Verteilung von Vermögen. Und kritischere Berichterstattung.
#3 Zahl des Tages

Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Doch immer mehr Menschen können es sich kaum noch leisten. Vor allem, wenn sie ihren Wohnraum nicht selbst besitzen.
26,2 Prozent aller Mieter:innen in Österreich waren 2025 armutsgefährdet. Das hat eine Berechnung des Momentum Instituts ergeben. 2019 waren es noch 20,6 Prozent. Bei Menschen, die in ihrem Wohneigentum leben, ist der Anteil nur leicht von 8,8 auf 9,2 Prozent gestiegen. Damit sind Mieter:innen fast dreimal so häufig armutsgefährdet wie Eigentümer:innen.
Mit 32 Prozent sind Menschen in Gemeindewohnungen am häufigsten armutsgefährdet. Am stärksten gestiegen ist der Anteil aber am privaten Mietmarkt: In sechs Jahren stieg der Anteil an Armutsgefährdeten dort von 23 auf 30 Prozent.
Wenn man vom mittleren Einkommen im Land 40 Prozent abzieht und das Einkommen darunter liegt, gilt man als armutsgefährdet.
Nicht nur der Anteil der armutsgefährdeten Menschen ist gestiegen. 2025 hat jeder vierte befragte Haushalt angegeben, dass er seine Wohnkosten als belastend empfindet. 2019 war es erst jeder Zehnte. Die Inflation treibt die Wohnkosten in die Höhe, gleichzeitig steigen auch die Kosten für Lebensmittel, Energie und andere notwendige Ausgaben. Besonders für Menschen mit niedrigen Einkommen ist diese Miet-Preis-Spirale ein großes Problem.
Laut Momentum Institut braucht es einen wirksamen Mietpreisdeckel und mehr öffentlichen Wohnbau. Außerdem müsse der Betriebskostenkatalog modernisiert werden. Mieter:innen tragen nämlich immer noch Kosten, die Vermieter:innen zugutekommen.
#4 MOMENT Live
In unserer vorletzten wöchentlichen Live-Show vor der Sommerpause (Mittwoch um 18 Uhr) ging es diesmal noch einmal um das Spar-Budget und seine Gewinner.
Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.
Einen schönen Donnerstag
Sebastian
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