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Marine Le Pen erhält drei Jahre Haft, zwei bedingt, eines mit Fußfessel, und sie darf für fast vier Jahre kein öffentliches Amt annehmen. So hat es das Berufungsgericht verkündet. Dein heutiger Morgenmoment kommt von Sebastian Panny und Nasim Neghabat.

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Die erste große Hitzewelle ist überstanden, die zweite klopft langsam an. Die Medienberichte dazu lassen Natascha Strobl regelmäßig erglühen - denn mit “schönem Wetter” hat das nichts zu tun:

#2 Konsequenzen des Tages

Ein Berufungsgericht hat das Urteil wegen Veruntreuung gegen die französische Rechtsextremen-Politikerin Marine Le Pen von 2025 bestätigt und die Strafe dabei etwas gelockert: Die Gefängnisstrafe geht auf drei Jahre zurück. Zwei sind bedingt, eines erfolgt mit Fußfessel. Le Pen darf für fast vier Jahre kein öffentliches Amt annehmen. Davon sind zweieinhalb Jahre zur Bewährung ausgesetzt.

Marine Le Pen wurde vergangenes Jahr wegen Veruntreuung von über 4 Millionen Euro an Steuergeldern verurteilt. Abgeordnete ihrer Partei hätten parlamentarische Assistent:innen im EU-Parlament als Mitarbeiter:innen der Partei eingesetzt. Das Urteil damals: vier Jahre Haft, davon zwei mit elektronischer Fußfessel. Das hat bedeutet, dass sie fünf Jahre lang keine öffentlichen Ämter bekleiden darf. Le Pen will aber französische Präsidentin werden und hat deswegen dagegen berufen.

Nach der Lockerung des Urteils dürfte sie theoretisch zur Wahl antreten. Denn die eineinhalb Jahr des Verbots, die unbedingt sind, hat sie seit dem ersten Urteil abgesessen. Die Fußfessel müsste sie jedoch bei ihrer Kampagne weiter tragen. Le Pen hat vor dem Berufungsurteil verkündet, unter diesen Umständen nicht bei den Wahlen 2027 zu kandidieren.

Statt ihr wird nun wohl Parteifreund und “Ziehsohn” Jordan Bardella antreten. Der 30-jährige Bardella ist ein Hoffnungsträger der extremen Rechten, er tritt teilweise etwas weniger radikal als Le Pen auf. In den vergangenen Monaten gab es vermehrt inhaltliche Differenzen zwischen den beiden.

Dabei geht es aber vor allem um wirtschaftspolitische Fragen. Im Kern ist ihre Politik die gleiche: rassistisch, nationalistisch und europafeindlich.

#3 Und noch einer

Noch nicht verurteilt, aber erneut beschuldigt wurde auch ein anderer prominenter Politiker der radikalen Rechten aus Europa unterdessen. Gegen den englischen Chef von “Reform UK” Nigel Farage sind neue Vorwürfe wegen großer, ungemeldeter Spenden eines verurteilten Krypto-Betrügers einerseits und eines weiteren Krypto-Milliardärs andererseits aufgetaucht. Farage bestritt in einem eilig einberufenen öffentlichen Statement am Dienstag zwar Fehlverhalten, tritt aber deshalb als Parlamentarier zurück. Er hofft bei einer Zwischenwahl neu gewählt zu werden. Farage war eine wesentliche Figur hinter dem EU-Austritt von Großbritannien.

#4 Zahl des Tages

Die Urlaubssaison hat begonnen, jedoch nicht für alle. Urlaub ist deutlich teurer geworden. Und knapp jeder fünfte Haushalt in Österreich kann sich keinen Urlaub leisten. Besonders hart trifft es Alleinerziehende. 41 Prozent von ihnen können gar nicht auf Urlaub fahren. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Durchschnitt aller Haushalte. 

Die allgemeine Inflation lag im Mai bei 3,7 Prozent. Aber klassische Urlaubsausgaben stiegen deutlich stärker an. Am stärksten traf es mit 26,3 Prozent die Preise bei Kraftstoffen. Aber auch Flüge (13,8 %), Bus- (10,5 %) und Zugreisen (9,6 %) verteuerten sich deutlich. 

Gerade sonst eher günstige Unterkünfte wurden auch deutlich teurer. Campingplätze und Jugendherbergen verteuerten sich um 13,9 Prozent. “Das trifft genau jene Menschen, die auf preiswertere Urlaubsformen angewiesen sind“, sagt Momentum-Ökonom Leonard Jüngling.

Ciao von

Sebastian Panny und Nasim Neghabat

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