
Guten Morgen!
Gut, Markus Söder wird in diesem Leben nicht mehr zum progressiven Heilsbringer, er hat uns dennoch leicht überrascht. Womit, liest du im neuen Morgenmoment. Der kommt heute von Sebastian Panny.
#1 Möchtest du das teilen?
Miete zu zahlen ist normal, Immobilien sind eine Wertanlage. Oder? Jean-Philippe Kindler und Max Leschanz gehen in der neuen Folge unseres Podcasts “Zündstoff” diesem Glaubenssatz nach. Und zündeln dabei ein bisschen:
#2 Wende des Tages
Es braucht mehr Steuern für Menschen mit extrem hohem Einkommen. Darüber sind sich drei Viertel der Menschen in Deutschland laut einer neuen Forsa-Umfrage einig. Abgefragt wurden höhere Steuern auf Jahreseinkommen über 300.000 Euro, bei Wähler:innen aller Parteien gab es dafür eine deutliche Mehrheit.
So wie in Österreich die ÖVP höhere Steuern für Menschen mit sehr hohen Einkommen blockiert, tut das in Deutschland bisher die konservative CDU/CSU. Das könnte sich jedoch langsam ändern. Selbst für CSU-Chef Markus Söder ist so eine Steuer mittlerweile „kein Tabu” mehr, wie er in der ARD-"Arena" sagte. In Deutschland bröckelt die Abwehrhaltung der Konservativen also.
In Österreich haben ÖVP und NEOS bei den Budgetverhandlungen ähnliche Steuern kategorisch abgelehnt. Dabei ist die Zustimmung auch bei uns hoch. Zuletzt haben sich drei von vier Österreicher:innen laut einer Hajek-Umfrage für ATV für Millionärssteuern ausgesprochen. Sogar unter ÖVP-Wähler:innen lag die Zustimmung bei 69 Prozent.
#3 Mit was für einer Männlichkeit leben wir eigentlich?
Für Forscher:innen ist der Zusammenhang mittlerweile sehr eindeutig: Was klassisch als „männliches” Verhalten gilt, schadet oft Umwelt und Klima auf vielen unterschiedlichen Ebenen. Eine Übersicht über die Forschung kannst du dir im kürzlich erschienen Journal “Norma” durchlesen.
So haben Männer durch ihr Konsumverhalten einen höheren CO2-Fußabdruck als Frauen. Das liegt vor allem am stärkeren Fleischkonsum und häufigeren Flugreisen. In Umfragen zeigt sich außerdem: Männer weltweit machen sich viel weniger Sorgen über die Klimakrise als Frauen. Sie sind seltener dazu bereit, ihr Verhalten deswegen zu ändern und sich anzupassen.
Dazu kommt, dass das Leugnen der Klimakrise bei extrem rechten Politikern und Influencern mittlerweile normal ist. Häufig wird es dort mit Frauenhass kombiniert. Mitgefühl und Sorge gelten für sie als Schwäche. Die Journalistin Cara Daggett hat dieser Gegenbewegung 2018 einen Namen gegeben: Petromaskulinität. Figuren wie Donald Trump verknüpfen extremen Fleischkonsum, das Festhalten an fossilen Brennstoffen und das Leugnen der Klimakrise mit „Männlichkeit”.
Es gibt viele Männer und Formen von Männlichkeit. Auch solche, die den Schutz von Klima und Umwelt und die Sorge darum als wichtig empfinden. Wir sollten uns nicht von einer veralteten, verschmutzenden und zerstörerischen Form vereinnahmen lassen.
#4 MOMENT Live
Garantiert untoxisch hat Max Leschanz gestern durch unsere wöchentliche Live-Show (Mittwoch um 18 Uhr) geführt. Diesmal ging es unter anderem um die Nachwehen der Verurteilung von ÖVP-Klubchef August Wöginger:
Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.
Einen schönen Donnerstag
Sebastian
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