Guten Morgen!

Falls du grad in der Warteschlange vor dem Frauenklo stehst, verkürzt dir dieser Morgenmoment hoffentlich die Wartezeit ein wenig. Du findest darin: Warum es gut ist, wenn man auf Aktiengewinne Steuern zahlen muss und wenn mehr Staatsbürgerschaften vergeben werden. Lisa Wohlgenannt schreibt dir heute.

#1 Möchtest du das teilen?

Frauen müssten gar nicht so viel Lebenszeit in Warteschlangen vor dem Klo verbringen. Denn diese langen Warteschlangen sind kein Naturgesetz. Es gibt fünf Gründe dafür und eine simple Lösung – doch österreichische Gesetze verhindern das teilweise sogar.

Über den Sommer packen wir ein paar der besten, zeitlosen Beiträge aus unserem Archiv aus - falls du sie verpasst hast. Das ist eine davon.

#2 Spin des Tages?

Die ÖVP will laut Kronen Zeitung die Steuern auf Aktiengewinne abschaffen. So soll die Gesellschaft privat besser für das Alter vorsorgen. Warum das nicht funktioniert, erklärt Lisa Wohlgenannt in diesem Video.

#3 Hast du das gesehen?

Heute findet um 19:00 Uhr am Platz der Menschenrechte in Wien eine Mahnwache für Akhil und alle Opfer von queerfeindlicher Gewalt statt. 

„Aber bei uns gibt es keine Queerfeindlichkeit mehr.” Diese Aussage hört man öfter. Die Zahlen sprechen dagegen. 28 Prozent haben in den letzten zwölf Monaten in Wien Diskriminierungs- oder Gewalterfahrungen gemacht. 38 Prozent aller queeren Personen haben mindestens einmal in ihrem Leben Diskriminierung und Gewalt im öffentlichen Raum erlebt. Das zeigt eine Umfrage von 2025. 2015 waren es noch 10 Prozent weniger.

Auch der Anschlag auf den CSD in Berlin hat die Community erschüttert. Eine Person wurde getötet, Viele wurden verletzt. Anfang August wurde Akhil in Niederösterreich getötet. Das Tatmotiv sei noch Gegenstand der Ermittlungen, heißt es von der Polizei. Medien sprechen von einem Hassverbrechen aufgrund der vermuteten Homosexualität. Wir müssen also von einem queerfeindlichen Hassverbrechen ausgehen. 

Über 300.000 Menschen waren am 13. Juni 2026 bei der Pride-Parade in Wien. Das ist schön und wichtig: Die Pride-Parade ist zwar auch ein Platz zum Feiern - aber es ist vor allem ein Protest. In Zeiten, wo queerfeindliche Gewalt steigt, ist es wichtig, auch über die Pride-Parade hinaus ein Zeichen zu setzen. Die Mahnwache ist eine Möglichkeit, das zu tun.

#4 Besser geht doch

Mehr Staatsbürgerschaften wurden im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr verliehen. 13.700 Personen erhielten die österreichische Staatsbürgerschaft. Das sind 2.035 und damit 17 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Die meisten eingebürgerten kamen aus Syrien, gefolgt von der Türkei, Afghanistan, Iran sowie Bosnien und Herzegowina. Fast die Hälfte war Frauen, rund ein Drittel waren unter 18. In acht von neun Bundesländern wurden mehr Menschen eingebürgert als noch 2025. Nur in Oberösterreich waren es weniger.

Das ist eine gute Entwicklung. In Wien durften 2025 bei der Gemeinderatswahl 35 Prozent der in Wien lebenden Personen über 16 nicht wählen - weil sie keinen österreichischen Pass hatten. Das ist ein Problem für die Demokratie, wenn so viele Menschen die Politik nicht mitbestimmen können, die ihr Leben beeinflusst.

In wenigen Ländern ist es dabei so schwer, die Staatsbürgerschaft zu bekommen, wie in Österreich. All unsere Beiträge zu diesem Thema findest du hier.

Ein schönes Wochenende wünscht dir

Lisa

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