Guten Morgen!

Sparmaßnahmen, Pensionsalter, Lohnnebenkosten, Männer im Anzug ... Wann wird dieser neoliberale Fiebertraum ein Ende haben? Dein Morgenmoment kommt heute schweißgebadet von Luca Niederdorfer.

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Die Industriellenvereinigung wacht wohl auch jeden Tag mit demselben Gedanken auf. Wir müssen das Pensionsantrittsalter erhöhen! Ihre Traumwelt, in der wir ewig jung sind und arbeiten können (und wollen), geht an der Realität der arbeitenden Menschen aber vorbei, wie Natascha Strobl in ihrer neuen Kolumne kommentiert.

#2 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Die Bundesregierung will mit dem Doppelbudget 2027/28 die Lohnnebenkosten für Unternehmen senken. Schätzungen des Momentum Instituts zeigen, wie sich das auswirken wird: Große Konzerne zählen zu den wenigen Gewinnern des Sparpakets.

Der Gewinn einiger Unternehmen wird durch die Senkung der Lohnnebenkosten stark ansteigen. Die größte Einsparung zeigt die Analyse bei der ÖBB, die allerdings von anderen Spareinschnitten hart getroffen ist, was unter dem Strich insgesamt weniger Mittel für die ÖBB bedeutet und wichtige Infrastrukturprojekte in die Zukunft verschiebt.

Auf dem zweiten Platz landet der längst privatisierte Stahlproduzent Voestalpine mit rund zehn Millionen Euro und mit Billa und Spar zwei große Lebensmittelketten auf den Plätzen drei und vier. Weitere große Konzerne, wie die Erste Bank, die STRABAG und die OMV werden auch von den Plänen der Regierung profitieren.

Seit 2014 wurden die Lohnnebenkosten (das sind sozusagen die Sozialstaatsbeiträge der Konzerne) immer wieder gesenkt, wodurch dem Staat bereits knapp 3 Milliarden Euro pro Jahr entgehen. Rund die Hälfte der "Ersparnis" geht an die größten Konzerne im Land – das oberste Prozent. Statt an die Allgemeinheit fließt dieses Geld in die Profite der größten Konzerne und damit in die Hände ihrer reichen Eigentümer:innen. Während die Regierung also bei Familien, Arbeitnehmer:innen und Pensionist:innen kürzt, gibt es für die Reichsten wieder einmal Steuergeschenke.

#3 Ignoriert

Eine kanadische Studie gibt erneut Einblicke in das Leben von Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Der Fokus der Studie liegt auf „Masking“, also Strategien, die sich neurodivergente Menschen antrainieren, um sozialen Normen zu entsprechen. Sie versuchen sich anzupassen und gesellschaftliche Erwartungen zu erfüllen, um leichter persönliche Beziehungen aufbauen oder sich in ein Arbeitsumfeld integrieren können. 

Mehr als 90% der Befragten nutzen verschiedene Strategien zum Masking, um Ablehnung, Stigmatisierung oder Diskriminierung zu entgehen. Diese Fassade aufrecht zu halten ist enorm anstrengend. Befragte beschreiben Erschöpfung, Stress, Angst und depressive Symptome. Für viele von ihnen ist es jedoch noch schlimmer, nicht sie selbst sein zu können. Sie beschreiben ein Gefühl von Identitätsverlust, da sie ihre Persönlichkeit so häufig verstecken müssen. Oft fühlen sich zwischenmenschliche Beziehungen dadurch weniger nah und echt an.

Masking führt außerdem dazu, dass die Probleme und Schwierigkeiten von Personen mit ADHS weniger gesehen werden. Vorurteile gegenüber Neurodivergenz bleiben so erhalten oder verstärken sich weiter. Nach wie vor gibt es strukturelle Problemen, etwa bei der Anerkennung und Behandlung von ADHS. Eine tiefere Auseinandersetzung mit ADHS und Masking kann Vorurteile abbauen und neue Behandlungsmethoden beleuchten. Und vor allem kann es neurodivergente Menschen entlasten und ihr Leben erleichtern.

#4 MOMENT Live

Finanzminister Markus Marterbauer hält heute seine Budgetrede. Wir hören noch einmal ganz genau hin. Statt wie sonst um 18:00 ist unsere Live-Sendung heute deshalb schon ab 10:00 am Start um direkt auf das Programm der Regierung zu reagieren.

Du kannst die Videos immer auch hier auf Youtube nachsehen.

Einen aufgeweckten Mittwoch wünscht dir

Luca

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