Guten Morgen!

„Kürzungen im Sozialbereich“ – das ist ein nüchterner Begriff dafür, Menschen das Sicherheitsnetz zu nehmen. Wir schauen im heutigen Newsletter genauer hin. Der Morgenmoment kommt von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Die Regierung kürzt bei Sozialleistungen. Was heißt das in der Praxis? In Linz bedeutet es unter anderem, dass es weniger Beratungen für migrantische Frauen gibt. Obwohl es in Zukunft viel mehr davon bräuchte:

#2 Besser geht doch?

Seit zwei Jahren dürfen Erwachsene in Deutschland legal Cannabis besitzen und anbauen. Forschungsprojekte begleiten die Teillegalisierung und untersuchen ihre Auswirkungen. Jetzt ist ein neuer Bericht erschienen.

Der zeigt: Weder bei Erwachsenen noch bei Jugendlichen ist der Cannabiskonsum seit der Teillegalisierung gestiegen. Jugendliche schätzen Cannabis auch nicht als weniger gefährlich ein. Ein erhoffter Effekt ist tatsächlich eingetreten: Die Zahl der Strafverfahren und der Verurteilungen wegen Drogendelikten ist zurückgegangen. Mehr Menschen beziehen ihr Cannabis aus legalen Quellen. Die Hoffnung, dass dadurch auch die organisierte Drogenkriminalität geschwächt wird, scheint sich aber bisher nicht erfüllt zu haben.

Der Bericht deutet auch auf Probleme hin. Unter anderem nehmen junge Menschen jetzt seltener Beratungen und Programme zur Frühintervention in Anspruch – vermutlich, weil sie nicht mehr so leicht von der Justiz dazu verpflichtet werden können.

Vor allem bei jungen Erwachsenen steigt schon seit Längerem die Zahl der gesundheitlichen Probleme durch den Cannabiskonsum. Die Entkriminalisierung scheint daran nichts geändert zu haben, weder in die eine noch in die andere Richtung.

#3 Grafik des Tages

Gesundheit ist nicht allein eine Frage der Gene und des Verhaltens – und nicht einmal nur des Geldes. Wer weniger hoch gebildet ist, arbeitet viel öfter in körperlich anstrengenden Berufen. Das zeigt ein Blick in den Österreichischen Gesundheitsbericht im Auftrag des Gesundheitsministeriums anlässlich des heutigen Weltgesundheitstags. Nur bei der Anstrengung der Augen leiden Menschen mit Matura mehr. Ihr Körper muss ansonsten viel weniger erdulden.

Schwere Lasten heben, Lärm, staubige Umgebung: In fast allen Bereichen sind Menschen mit geringerem formalen Bildungsabschluss häufiger betroffen. Auch ihr Unfallrisiko ist höher.

Je älter Beschäftigte sind, desto häufiger sind sie krank. Der Anteil der Krankenstandstage an der Arbeitszeit ist bei Menschen in den letzten Jahren vor der Pension doppelt so hoch wie bei 45- bis 49-Jährigen. Wir wollen Menschen länger gesund im Erwerbsleben halten? Dann braucht es eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich. Und statt einer Zwei-Klassen-Medizin eine gute Gesundheitsversorgung für alle, so die Forderungen des Momentum Instituts.

Einen schönen Start in die kurze Woche

Sebastian

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